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Autor: am 09.06.2011, um 08:41 Uhr | Kategorie: Kritiken | 18 Kommentare

Review: X-MEN: FIRST CLASS

X-MEN: FIRST CLASS Filmkritik
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Quo vadis, Superheldenfilm? Vom Überfluss zum Überdruss? Wie schon mehrfach und wahrscheinlich noch ein paar Mal hier thematisiert (denn man kommt ja einfach nicht drum herum): wie kein anderes wird das Kinojahr 2011 beherrscht von Comicverfilmungen. Kaum ein Monat vergeht ohne Superhelden, dazu gibt’s das fast tägliche Zugeballere mit Trailern, Clips, Postern, Bildern etc. Nur zwei Dinge bleiben in diesem Jahr bis jetzt aus: ein wirklich guter Film und der wirklich herausragende Kassenerfolg, besonders und ausgerechnet in den USA. Dort, wo Comicverfilmungen in den letzten Jahren stets zur Jahres-BoxOffice-Spitze gehörten kommen die Cape- und Maskenträger momentan nicht so recht aus den Latschen, was natürlich auch dem Umstand zuzuschreiben ist, dass nicht Spider-, Iron oder Batman unterwegs sind, sondern die vermeintliche zweite und dritte Garde um The Green Hornet, Thor und demnächst Captain America und Green Lantern. Als kassenstärkster der bisherigen Vertreter bringt es Donnergott Thor mit seinen bislang knapp $170 Millionen gerade einmal auf den siebzehnten Platz der in den USA erfolgreichsten Comicverfilmungen. Da kommen die populären X-Men natürlich scheinbar gerade recht, um die Ehre der Helden zu retten – aber dann erzielt selbst das fünfte Abenteuer aus dem Mutantenuniversum, X-Men: First Class, das schwächste Startergebnis der Serie! Bekommt der Film die Enttäuschung zu spüren, die X-Men: The Last Stand und X-Men Origins: Wolverine bei den Fans hinterließen? Oder gehört Matthew Vaughns Trilogie-Prequel nicht nur kommerziell, sondern auch qualitativ auf den letzten Platz? Let’s check out X-Men: First Class!

Story



In den 1960ern treffen zwei Männer unter grundverschiedenen Vorraussetzungen, aber mit enormen Kräften aufeinander: der Telepath Charles X. Xavier, der längst um die Existenz weiterer Mutanten weiß, und der Holocaust-Überlebende Erik Lensherr, der Metalle nach Belieben beherrschen kann und der bislang glaubte, allein zu sein. Trotz aller ideologischer Unterschiede, so sieht Xavier die Zukunft in einem Miteinander von Mensch und Mutant, während Lensherr ihre Rasse für die Überlegene und einen Konflikt für unausweichlich hält, werden die beiden Männer zu engen Freunden. Im Rahmen eines streng geheimen Regierungsprojektes scharen sie weitere Mutanten mit verschiedensten Kräften um sich, um gegen den ominösen Sebastian Shaw zu bestehen, der durch Einschüchterungen und Intrigen einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion heraufbeschwört. Xavier, Lensherr und ihre jungen Schüler müssen schnell zusammenwachsen, um gegen den mächtigen Mutanten Shaw und seine Gefolgschaft eine Chance zu haben. Doch Lensherr verfolgt außerdem ganz persönliche Rachepläne und vor dem Hintergrund einer der schwersten Krisen der Weltgeschichte wird sich nicht nur das Schicksal von Mensch und Mutant entscheiden – sondern auch jenes einer engen Freundschaft…

Der Film

Matthew Vaughn und die X-Men haben ihre Vorgeschichte: schon für den dritten Teil der Trilogie, X-Men: The Last Stand, angeworben und einige Zeit enthusiastisch in Arbeit an selbigem, verließ Vaughn das Projekt im plötzlichen Gefühl, unter dem Zeitdruck des fest terminierten Blockbusters nicht den Film vorlegen zu können, der ihm vorschwebte. Und denkt und betont auch heute noch, dass sein X3 gegenüber Ersatzmann Brett Ratners finalem Produkt der bessere Film geworden wäre. Ratner kontert mittlerweile fröhnlich mit dem twittern der Einspielzahlen seines Films gegenüber Vaughns zweiter Chance, X-Men: First Class, der zum Start gerade mal die Hälfte dessen einspielte, was The Last Stand anno 2006 einbrachte. Vaughns Bedingungen bei First Class indes waren gar nicht viel andere, als sie es bei X3 gewesen sind. Enger Drehplan, der unerbittlich näherrückende, fest anvisierte Starttermin – und letztlich kann Ratner sich freuen, denn Vaughns Film merkt man diese Eile sehr viel deutlicher an. So deutlich, dass der ganze Film den Eindruck macht, als hätte er sich während seiner Produktion nicht einmal zum grundsätzlichsten Konzept durchringen können: ist er nun Prequel oder Reboot oder beides, hält er sich an die chronologisch späteren Ereignisse der Trilogie, ignoriert er sie völlig oder teils teils? X-Men: First Class ist ein Film, der sich in all seiner Unentschlossenheit ständig verzweifelt an den Kopf zu fassen scheint und nicht weiß, was er tun soll.



Dabei ist die Brücke zu X-Men sofort geschlagen, denn First Class übernimmt dessen Eröffnungsszene fast 1:1. In einem Konzentrationslager in Polen wird der junge Erik Lensherr 1944 brutal von seinen Eltern getrennt und offenbart im Moment der größten Verzweiflung und Wut außergewöhnliche Kräfte. Was der Trilogie einst einen starken Auftakt bot, bietet ihn auch First Class, und eigentlich sollte er doch das Credo vorgeben: stay true to the trilogy. Vaughn hört man seinen X-Men: First Class mit J.J. AbramsStar Trek- und Christopher Nolans Batman-Reboot vergleichen. Nun stelle man sich vor, Nolan hätte in seinem Batman Begins (2005) Szenen aus Tim Burtons ‘89er Batman nachgestellt, man stelle sich vor, er hätte in einem schockierenden Twist in The Dark Knight (2008) den Joker als wahren Mörder von Bruce Waynes Eltern entlarvt. Hätte nicht funktioniert. Ist es also tatsächlich der Ansatz gewesen, mit X-Men: First Class die Mutanten-Saga bei Null anzusetzen und von vorne zu erzählen, warum schwankt der Film dann zwischen sklavisch hineingezwungenen Szenen und Ereignissen, die im Bewusstsein der Trilogie geschehen müssen, und solchen Szenen, die völlig auf die Kontinuität pfeifen und die konsequent so tun, als gäbe es die Trilogie nicht? Warum einerseits krampfhaft Bezüge herstellen und sie andererseits willkürlich kappen an Stellen im Film, wo es dann gerade storytechnisch nicht so gut passen würde und umgekehrt und rauf und runter und ohne Sinn und… arrrrrgh!

Zumindest von der Stimmung her gelingt es Vaughn, dass sich First Class nie wie einer der vorigen X-Men-Filme anfühlt. Erstmals in der Serie findet das ganze Geschehen vor großer historischer Kulisse statt, die Mutanten werden dabei in Verbindung gebracht mit der Kubakrise, während der die Welt 1962 im Zuge eines Konfliktes zwischen den USA und der Sowjetunion unmittelbar vor einem Atomkrieg stand. Ein Konflikt, in dem Bösewicht Sebastian Shaw die Fäden zieht und allein durch seine eigene Mutantenpräsenz und jene seiner drei Verbündeten Emma Frost, Azazel und Riptide genügend Furcht und Einschüchterung unter hochrangigen Militärs auf beiden Seiten verbreitet, um das Feuer der Krise zu schüren. Im Zuge dessen werden als Inspiration des Settings die James Bond-Filme jener Ära genannt, denen First Class dann auch tatächlich in Stimmung und Ton deutlich näher kommt, als seinen eigentlichen Klassenkameraden. Shaw ist ein over-the-top-Villain, wie er in Ian Flemings Buche steht, und hier und da scheinen sich wirklich bloß etwas schräg gekleidete Mutanten in Szenen aus alten Bond-Streifen verirrt zu haben. Kann man sich das vorstellen, X-Men-Mutanten in einem Bond-Film aus den 60ern? Nein? Kann man sich dann die Elemente eines Bond-Films aus den 60ern in einem X-Men-Film vorstellen? Nur schwer? But so it is…



Der Konflikt, den X-Men: First Class bemüht, beziehungsweise vor dessen Hintergrund der Film stattfindet, ist einfach viel zu groß. Die mal so, mal so-Kontinuität wurde oben bereits erwähnt, in diesem Fall tritt First Class ihr aber mit Anlauf ins Gesicht: die Mutanten zum Auslöser und Abwender eines atomaren Krieges zu machen und Charles X. Xavier, Erik Lensherr und ihre Zöglinge im Regierungsauftrag handeln zu lassen, quasi als Special Devision des CIA, ist mit der Trilogie im Hinterkopf einfach nur absurd, wenn man bedenkt, was für verhältnismäßig lächerliche Bedrohungsszenarien Magneto später auf die Beine stellen wird UND wenn bedenkt, das mehr als vierzig Jahre später in X-Men Politiker noch die FRAGE diskutieren, OB Mutanten gefährlich sind! DAMMIT, ein paar von denen hätten die Welt fast in den atomaren Abgrund gestürzt! Und du, Senator Kelly, stellst noch die Frage: »Are mutants dangerous?« Aber gut… Akzeptiert man dieses überwältigende Weltuntergangsszenario, rechnet ihm ein paar Nostalgiepunkte an und auch die Tatsache, dass das in all seiner Überhöhung schon auch zu einer Comicverfilmung an sich passt – dann bleiben X-Men: First Class immer noch genügend andere Probleme.

Die Freundschaft und der Bruch zwischen Charles X. Xavier und Erik Lensherr, deren Erforschen ja eigentlich DER Antrieb des Films hätte sein sollen, werden so gut wie gar nicht vertieft. First Class ist stets in Eile, vor allem in der ersten Hälfte, bis er sich erstmal alles so zurecht gebogen hat, wie er es vor’m Showdown benötigt. Lensherr wird als Jäger von Altnazis gezeigt, die er unter Gebrauch seiner Kräfte für die an ihm und seinem Volk begangenen Sünden zahlen lässt und so wenig das mit der Comicvorgeschichte übereinstimmt, so sinnvoll erscheint dieser Schritt doch für den Charakter. Lensherrs Methoden sind von bitterer Entschlossenheit, es ist nur allzu verständlich, wie in diesem Mann das Gefühl der Überlegenheit durch seine Kräfte entsteht und es ist nur allzu nachvollziehbar, wie er sie einsetzt. Telepath Xavier hingegen, schnieke im riesigen Landhaus aufgewachsen mit einer Mutter, die dem Dienstmädchen den Gang in die Küche befiehlt, statt ihn nur ein einziges Mal selbst zu tätigen, ist ein Charmeur und Idealist, seine Fähigkeiten setzt er gerne zum Flirten ein und mit seiner Adoptiv-/Halb-/selbsterklärten Schwester Raven, der späteren Mystique, pendelt er zwischen Hörsaal und Pub. Zwei grundverschiedene Figuren, die in X-Men: First Class aber vor allem und fast einzig davon leben, dass man weiß, zu was und wem sie später werden. Von James McAvoy und Michael Fassbender sicher ganz nett gespielt, aber all das, was unterschwellig zwischen Patrick Stewart und Ian McKellen spürbar war, dieser tiefe Respekt, dieses gegenseitige Bedauern, den Weg des anderen nicht gehen zu wollen und keinen gemeinsamen gehen zu können – all das hätte X-Men: First Class aufbauen müssen und tut es nicht, weil er sich nicht die Zeit dafür nimmt und weil er sich darauf verlässt, dass Stewart und McKellen es bereits getan haben.



McAvoy und Fassbender indes teilen kaum gemeinsame Szenen, was die beiden einander bedeuten, was sie gemeinsam leisten, ihre schwellende Uneinigkeit – kaum erahnbar. Erst kurz vor dem Showdown und während selbigem werden große Standpunkte ausgetauscht und schnell noch persönliche Konflikte bemüht, die die Wege der beiden trennen und die innerhalb des Films bedeutungslos verhallen, da die Freundschaft der beiden nicht dessen emotionaler Kern ist und ihr Bruch dementsprechend nur präsentiert wird. »So, whams, da habt ihr’s, so ging das auseinander mit Xavier und Magneto, noch Fragen?« Ja, und zwar reichlich. Wenn der Film sich schon nicht voll auf seine beiden wichtigsten Figuren konzentriert, schlimmer noch, sich nach der ersten halben Stunde nicht mehr für sie interessiert und sich stattdessen auf die zuvor für die Charaktere erbrachten Leistungen anderer Schauspieler verlässt, warum gibt es dann nicht wenigstens interessante neue Nebenfiguren? Die frischen Mutanten, die Xavier und Lensherr zum Kampf gegen Shaw und Konsorten anwerben, sind langweilig. X-Men aus der C-Riege. Banshee, der Schreie im Ultraschallbereich ausstoßen kann – langweilig. Havok, der ältere Bruder von Cyclops, der einen Energiestoß abfeuern kann – langweilig. Gemeinsam mit ein paar anderen während einer Rekrutierungsmontage auch nur kurz vorgestellt, danach ein bißchen am Kräfteprotzen, am Rumflachsen, ansonsten total auf den Einsatz ihrer Mutantenpower reduziert, keine Geschichte, nichts von Interesse, blass gespielt. Außerdem bietet X-Men: First Class mit diesen Figuren nichts wirklich neues: einen Energiestoß aus der Brust oder aus den Augen abzufeuern macht keinen großen Unterschied, der Teleporter Azazel macht das gleiche wie Sohnemann Nightcrawler im zweiten Teil, nur mit roter statt blauer Haut, ansonsten vieles wie gehabt: Mystique verwandelt sich, Magneto macht den Bender, Xavier pfuscht in anderer Leute Gedanken rum… Mehr vom selben, aber eben nichts Neues…

…was aber, soviel sei dem Film dann doch zugestanden, immerhin trotzdem noch für ein paar nette Momente sorgt. Xaviers Mind Tricks werden hier und da ganz spaßig eingesetzt, Magneto bringt es zur ein oder anderen wirklich bad ass’igen Aktion (auch wenn eine im Trailer gesehene scheinbar der Schere zum Opfer fiel), das Konzept des Teleportierens ist ein optisch immer noch reizvolles und taugt für gute Fightszenen. Auch Kevin Bacon darf seine Kräfte als energieabsorbierender und ausstoßender Bösewicht mehrmals sehenswert einsetzen, auch wenn er selbst mit dem vor Telepathie schützenden Helm, den später Magneto tragen wird, reichlich lächerlich ausschaut. Ärgerlich indes wird’s beim Umgang des Films mit der Figur Mystique. Jennifer Lawrence macht das zwar schauspielerisch ganz gut (unterstützt von einem netten kleinen Rebecca Romijn-Cameo), ihr Techtelmechtel mit Hank McCoy aka Beast hätte sich der Film jedoch besser komplett gespart. Auch wie Mystique am Ende an die Seite Magnetos getrieben wird erschließt sich kaum logisch, da die großen Fragen um Identität, Leben mit der Andersartigkeit, Selbstfindung, das Entdecken des Gemeinsamen im Fremden usw. lapidar am Rande durchdiskutiert werden, nur um sie nicht völlig auszusparen. Zudem ist von der Mystique, die später über höchst effektive Martial Arts-Skills verfügen wird, noch rein gar nichts zu sehen und ein bißchen mehr Wehrhaftig- statt Weinerlichkeit hätte man der Figur ruhig gönnen können.



Aber über diesen Mangel an Kohärenz könnte man sich noch seitenweise beschweren, auch über diverse Oberflächlich- und vermeintliche Nerd’igkeiten wie die Fellfarbe und generell das Aussehen von Beast, das überhaupt nicht mit jenem von Kelsey Grammer in The Last Stand übereinstimmt, oder ganz allgemein darüber, dass X-Men: First Class als erster Teil der Reihe streckenweise wie eine ziemlich lausige Kostümparade auf irgendeiner Hinterhof-Convention ausschaut. So werden auch die an sich schon sehenswerten, aufwendigen und dynamischen Actionszenen von ein paar weniger gelungenen Effekten getrübt und offenbaren ansonsten ein typisches Prequel-Problem: man weiß punktgenau, dass den Hauptfiguren nur in einem bestimmten Rahmen dieses und jenes passieren wird (Magnetos heel turn, Xavier landet im Rollstuhl), aber alle Spannungsmomente verpuffen, da sie nur darauf hinleiten und mehr oder schlimmeres oder wie auch immer eben einfach nicht passieren kann. Unvorhersehbarkeit schafft First Class in dieser Hinsicht auch nicht über die Nebenfiguren, da die kaum charakterisiert werden und man sich somit auch nicht groß um ihr Schicksal kümmert. Jeder kriegt so sein kleines Fight’chen, das kurz vor Schluss noch ganz hastig zum Ende gebracht wird, aber letztlich dealt der ganze Showdown mit Dingen, deren letzte Konsequenz einfach nicht eintreten kann. Und bricht im übrigen auch hier mit der Kontinuität, besonders zum Auftakt des dritten Teils. Ach und als Uraltregel gilt: black guys finish first…

Es kann für einen Film nichts Gutes heißen, wenn seine beste Szene die folgende ist: während meiner Sichtung wurde die Vorstellung nach etwa einer halben Stunde plötzlich abgebrochen, die Lichter gingen an, Mitarbeiter des Kinos stürmten den Saal und zogen einen hackestrammen Burschen und seine sichtlich angepissten Kumpels aus dem Saal. Eine freundliche Dame entschuldigte sich für den Zwischenfall und der Film ging weiter. Bäm, sowas erlebt man nicht jeden Tag! Und das bietet mir einen der wenigen Gründe, X-Men: First Class in guter oder überhaupt in Erinnerung zu behalten. Zwischen Fanpleaser (natürlich ist der beste Moment des tatsächlichen Films ein gewisser Gastauftritt !Snikt!), sklavischem Kontinuitätszwang und daraus resultierend hingequetschten Ereignissen und Wendungen und der totalen Ignoranz gegenüber der Trilogie ist Matthew Vaughns Film ein leider insgesamt ziemlich dysfunktionales Gebilde, dem hier und da die Kürzungen und diese und jene Vertiefung gut getan hätten, zu denen der knappe Produktionszeitraum wohl keinen Platz mehr ließ. Ein guckbarer, actionreicher Film, wenn man alles mögliche rund um die Trilogie oder die X-Men allgemein ausblenden kann – aber auch dann noch kein wirklich guter.

Wertung & Fazit

Action: 3/5
Viel, aber wenig Neues und manch identische oder ähnliche Mutantenkraft hat man in der Trilogie besser umgesetzt gesehen (man vergleiche zum Beispiel Azazel hier mit Nightcrawler in X2), die neuen Mutanten und ihr Können sind langweilig.
Spannung: 1,5/5
Ganz typisches Prequel-Problem voll ausgelebt: der ungefähre Rahmen dessen, was passieren wird und was auf gar keinen Fall passieren kann, ist jederzeit exakt abzuschätzen.
Anspruch: 0,5/5
Leider noch unter dem Level des (bislang) in dieser Hinsicht und überhaupt schwächsten Teils, des 3.: höchstens angerissene innere wie große Konflikte über Selbstfindung, Toleranz, Ausgrenzung, die richtigen Mittel usw.
Humor: 0,5/5
Hugh Jackmans trockener Biss fehlt, platte Oneliner, Kräfte-Kalauerei und sonstige Albernheiten sind kein guter Ersatz.
Darsteller: 2/5
Von den Jungstars kann sich am ehesten Jennifer Lawrence hervortun, McAvoy und Fassbender machen’s ordentlich, Bacon kann’s besser, und alle anderen: schlicht vergessenswert…
Regie: 2/5
Es geht nicht der ganz große Vorwurf in Richtung Matthew Vaughn, der eben mit dem zurecht kommen musste, was ihm an Zeit und Drehbuchqualität zur Verfügung stand. Seine Inszenierung reißt aber auch nix raus…
Fazit: 4,5/10
X-Men: First Class versackt im Nichts des breiten Spektrums zwischen über- und unterambitioniert. Funktioniert nicht mit und funktioniert nicht ohne die von Bryan Singer begonnene und von Brett Ratner abgeschlossene Trilogie und trifft nur selten den starken Kern, der der Mutantensaga eigentlich innewohnt.

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  • [...] aus der Blogosphäre: Christians Foyer: 4,5/10 Punkte Filmherum: 7/10 Punkte Jason Auric watched: 8/10 [...]

  • Okay, dachte schon, wenn man die Online Reviews so liest, ich wäre der einzige der ihn furchtbar fand.

  • Mensch, da sind wir ja mal einer Meinung :)

  • Sprich, ich finde den Film wohl grossartig. Schliesslich sind wir fast immer unterschiedlicher Meinung ;)

    • Kann passieren. Wird wahrscheinlich dein Film des Jahres :P

      • Da muss er sich aber erst mit The Kings Speech, Sucker Punch und Hanna messen ;)

      • Um Graval unter die Arme zu greifen: ich fand ihn ja auch sehr gut.
        Gab zwar einige Patzer (gerade der Großteil der Mutanten ist eher schnarchlangweilig), aber gerade dieses 60er Jahre Gefühl hat mir gut gefallen.

        Meiner Meinung nach müsste man den Film eher als James Bond in der Mutantenwelt sehen. Schließlich hätte Kevin Bacon mit seiner ganzen Aufmachung auch ein Gegner von Connery und Co sein können. ^^

      • Ja, das kann man so sehen. Aber wie in der Review erwähnt: das passt für mich nicht und lässt die Mutanten im eigenen Film deplatziert wirken.

  • Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn!!!!

    Och menno, Christian. find ich jetzt echt doof ;)

    Dass der Film doch so große Patzer hat, hätte ich ja nicht gedacht. Bzw. wollte ich nicht denken. Denn im Endeffekt liest sich deine Review wie meine Befürchtungen im Vorfeld und nach der Lektüre zahlreicher Berichte. Aber trotzdem werde ich mich wohl auch ins Kino trauen. Jetzt kann ich wenigstens meine Erwartungen so weit runterschrauben, dass mir der Film vielleicht sogar wieder gefallen könnte ;)

    • Tja, ich find’s auch doof. Im Nachhinein hätte es auf jeden Fall lieber ‘n richtiger Reboot sein sollen, wirklich komplett bei Null anfangen, aber dann auch schön mit dem ursprünglich ersten Team: Cyclops, Jean, Angel, Beast und Iceman. DAS wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen, statt dieses Films hier, der sich nicht entscheiden kann, ob der nun Trilogie-Prequel sein will oder nicht. Und glaub mir: es sind noch sehr viel mehr Patzer als erwähnt ;)
      Aber wie ich schon weiter oben zu FrauFlinkwert meinte und wie du ja auch selbst feststellst: Erwartungen runter und immerhin hast du dann die Chance, dass er dich positiv überrascht

      • Tja, ich habe ihn jetzt auch gesehen und warte gerade darauf, dass sich meine Gedanken einig werden und ich eine Rezension schreiben kann. Aber ich schwanke noch zu sehr. Wenigstens kann ich jetzt sehen, was du wirklich meintest und – so sehr es auch schmerzt – ich stimme dir in vielen Punkten zu. Naja, wir „lesen” uns morgen noch mal zu dem Thema ;)

      • Alles klar, read ya later ;)

  • Hm, das klingt so wie meine Befürchtungen im Vorfeld, dann hatten mich die Trailer zwischendurch etwas positiver gestimmt. Gut, angucken werde ich ihn mir schon im Kino, weil ich bei solchen Blockbustern immer denke, dass sie auf der großen Leinwand eh nochmal besser wirken als zuhause auf DVD, aber dann ist zumindest klar, dass ich meine Erwartungen auf ein Mindestmaß runterpegeln sollte…

    • Richtige Entscheidung, immerhin hast du dann die Chance, dass er dich positiv überrascht. Ansonsten würde ich die Kinosichtung schon auch empfehlen, ein paar beeindruckende Bilder gibt’s schon. Auch wenn die alle der aufgezählten Mängel bei den Figuren wegen nicht wirklich mitreißen… but see for yourself ;)