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Kurz-Review: CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER

Autor: am 20.12.2011, um 18:18 Uhr | Kategorie: Kritiken | 9 Kommentare

CAPTAIN AMERICA - THE FIRST AVENGER Filmkritik
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Story

Die USA, 1942: während in Europa der Zweite Weltkrieg tobt versucht der patriotische, aber schwächliche Steve Rogers endlich durch die Musterung zu kommen. Sein großes Herz, ungebrochener Wille und sein Durchhaltevermögen, aber auch sein Bewusstsein für Schwäche machen den Wissenschaftler Erskine auf Rogers aufmerksam: er schlägt ihn für ein Experiment vor, aus dem eine Reihe neuer Supersoldaten hervorgehen und den deutschen Truppen das Fürchten lehren sollen. Das Experiment gelingt, Rogers verfügt plötzlich über enorm gesteigerte körperliche Kräfte, allerdings wird das verantwortliche Serum von einem Attentäter entwendet und Erskine getötet. Als einzigem seiner Art traut man Rogers einen Fronteinsatz nicht zu und so wird er als Captain America zunächst für Propagandazwecke eingesetzt und dabei auch nach Europa gebracht. Nachdem Rogers auf eigene Faust hunderte Kriegsgefangener befreien kann wird er schließlich zur Speerspitze im Widerstand gegen die Nazis – und im Kampf gegen HYDRA, eine Wissenschaftsorganisation unter Führung des berüchtigten Johann Schmidt. Der hat ein uraltes Relikt aus den Zeiten der Götter in seinen Besitz gebracht, dessen technologische Nutzung ihm den entscheidenden Fortschritt verschaffen könnte…

Der Film

Captain America – The First Avenger tritt als Schütze Arsch im letzten Glied zum endgültigen Beweis an, dass 2011 NICHT das Jahr der Comicverfilmungen ist. Mehr noch als Thor und in Teilen (der trotzdem viel bessere) Iron Man 2 wirkt auch der letzte Einzelfilm vor der Avengers-Zusammenkunft bloß wie ein ausgedehnt-überlanger Trailer zu diesem jizz-all-over-my-pants-Fanpleaser-Event. Dem heutzutage wohl unzumutbarsten Heldenbild aus der Marvel-Kompanie formell mit einer Ausrichtung am klassischen Abenteuerkino statt hippem Kostümträgerspektakel zu begegnen ist nicht ganz falsch, vor dem Hintergrund Zweiter Weltkrieg mehr Inglourious Basterd denn Untergang für den Führerbunker zu sein ebenfalls angebracht. Der Stechschritt an ironischer Distanz zwischen sich und dem Quellmaterial wirkt hingegen steif und bemüht und eben überhaupt nur unternommen, um ein Publikum, das nicht allmorgendlich vor stars’n’stripes salutiert, nicht sofort aus dem Film zu scheuchen. Einzig mit der Montage, in der Captain America zu lächerlichen Propagandazwecken eingesetzt wird, gelingt ein komischer Bruch, der rückblickend aber auch nur wieder deutlich macht, dass der gute Soldat, der gute Mensch und vor allem der gute Amerikaner an die Front gehört



Dort angekommen reißt der Cap dann erstaunlich wenig, schleudert ein bißchen sein Schild nach hier und da, kloppt die gesichtslosen HYDRA-Horden um und bekommt ein paar heroische Zeitlupen; im Vergleich zu hammerschwingenden Göttersöhnen, schwerreichen Playboys in unbesiegbaren HighTech-Rüstungen oder agilen Spinnenfädenschwingern also reichlich mau, was der Superpatriot so leistet. Kaum weniger verwunderlich ist es, dass eine 140 Millionen Produktion nur einen einzigen gelungenen Special Effect bietet, nämlich die Verschmalerung von Muskelmann Chris Evans, und ansonsten schwerst nach mittelmäßiger TV-Unterhaltung aussieht. Um das wenige an Geschichte kümmert sich Auftragsregisseur Joe Johnston in der zweiten Hälfte überhaupt nicht mehr, da wird nur noch schnell von einem wirr-unspektakulären Action Set zum nächsten geswitcht und nur noch darauf zu gehastet, am Ende die Avengers zu teasern. Ob schmächtig oder schmackhaft, Hauptdarsteller Evans macht sich noch ganz gut, aber dem hat die flapsige Fantatsic Four-Fackel besser gestanden, als der facettenfreie Vorzeigefahnenträger. Die Besetzung minderbemittelter Rollen mit hochkarätigen Darstellern ist für Comicverfilmungen seit Jahren kein Problem mehr und dennoch Captain Americas größter Verdienst, aber von Evans über den »I‘ve already played one of the greatest movie villains ever – no purpose in doing it twice«-Schurken Hugo Weaving bis hin zu Tommy Lee Jones, Stanley Tucci, Toby Jones und dem no-love-no-interest Hayley Atwell hätten alle lieber den Wehrdienst verweigern sollen.

Wertung

Fazit: 4/10

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  • […] 7,5/10 PunktenChristians Foyer: 4/10 Punkten Tonight is gonna be a large one: 7/10 […]

  • […] aus der Blogosphäre: At the Movies: 6/10 Punkte Christians Foyer: 4/10 Punkte Concerning Movies: 4,5/10 Punkte Jason Auric Tofu Nerdpunk: 8,5/10 Punkte Wie ist der […]

  • Jetz habe ich den auch endlich mal gesehen und kann deine Wertung unterschreiben. Bis zu einem ganz bestimmten Punkt fand ich ihn sogar richtig gut. Und zwar bis zu dem Punkt, ab dem er im Sekundentakt Hydrastützpunkte in die Luft jagt. Dann war’s einfach zu viel Pathos, es war endgültig alles vorhrsehbar und das Ende war irgendwie extrem lahm.

    Einen Pluspunkt erhält man, wie ich finde, nur im O-Ton. Hugo Weavings deutscher Akzent ist so grottig schlecht, dass ich bei seinen Zeilen immer Lothar Matthäus im Schädel hatte. :D

    • „Richtig gut” fand ich den zu keinem Zeitpunkt, aber ab der Dauerdestruktion war auch bei mir spätestens die Hoffnung auf gute Unterhaltung verloren. Hm, den O-Ton, zumindest Weavings, sollte ich mir dann wohl auch mal geben ;)

  • Ui… ich muss ja gestehen, dass ich von allen „Avengers”, die im nächsten Jahr zusammen kommen sollen, der Captain mir bis jetzt am besten gefallen hat. Ich fand den Film eigentlich recht unterhaltsam und dabei bin ich schon sehr skeptisch in den Film gegangen. Tja, so unterschiedlich sind halt die Geschmäcker ;)

    • Zugegeben: es ist glaub ich nicht von Vorteil für den Cap gewesen, dass ich mir gestern vor der Sichtung dreidutzend Mal den „The Dark Knight Rises”-Trailer reingezogen hab ;)
      Aber letztlich ist’s für mich, genau wie „Thor”, kein wirklich guter Film, wirken auf mich beide auf sehr ähnliche Art dahin gehustet, um die halt vor den „Avengers” noch schnell zu etablieren.

      • Ja, ich glaube, genau das war das Problem von „Thor” und „Captain A”. Beide relativ unbekannt, wenn man nicht gerade aus Amerika kommt und beide brauchten noch schnell nen Film, damit später „The Avengers” besser anläuft. Kann mir auch gut vorstellen, dass der Gott und der Cap was besseres abbekommen hätten, wenn der Druck der Gruppe nicht so groß gewesen wäre.

      • Sicher sogar. Gerade am Actionpotenzial der Figuren wurde doch reichlich zurückgehalten, um den „Avengers” nicht zuviel vorwegzunehmen. Trotzdem hätten die Storys von Cap und Thor nicht so Memo-artig ausfallen müssen, da wird ja in beiden Fällen nur das allernötigste abgehandelt, um halt die nötigen Bögen zu schlagen. Und mit ein bißchen mehr Ambition für die Einzelfigur hätte man das beides sicher auch besser unter ein Cape bringen können, die Konnektivität und die Eigenständigkeit.

    • Dann kannst du mir aber nicht erzählen, dass du Iron Man schon gesehen hast? Im gegensatz dazu ist Captain „Ich bin ein wenig stärker als der rest” recht unspektakulär.