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Stars im Portrait: JENNIFER LAWRENCE, die sympathisch-talentierte Blockbuster-Göre

Von Riggs J. McRockatansky vor 2 Jahren geschrieben03 / 20150 Kommentare
Stars im Portrait: JENNIFER LAWRENCE, die sympathisch-talentierte Blockbuster-Göre

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Portrait

Memes, GIFs, Blockbustererfolge, Nude Leaks und Award-Ehren – das alles gleichermaßen sammelt im Moment niemand so beständig wie Jennifer Lawrence. Hollywoods Head Bitch in Charge ist ein Populärphänomen aus glamourfähiger Star Persona, schrulliger Schnutenzieherin von nebenan, keckem Sexsymbol und ausdrucksstarker Akteurin, vereint klassische Traumfabrikmerkmale und Temporärtypus, ein Everybodys Darling mit Kurven und Kanten, unverbogen und unbezähmbar, als emanzipatorisches Role Model so tauglich wie als Geek Traum. Mit den üblichen Schattenseiten solcher breitflächiger Ergötzung an ihrer Art, wenn dem Web jede Red Carpet-Grimasse, jede krumme Pommes beim Lunch und jedes Schlabberoutfit automatisch ’ne Ausrufezeichen-News wert ist. Aber dafür kann die JLaw nüscht und zum Glück bringt die das nötige Schauspieltalent mit, um nicht auf Grimassen- und »hach hach hach, wat witzig Interview«-Unkonventionalitäten reduziert zu werden. Denn dann würde sie ratzfatz nerven, und dafür ist sie doch eigentlich viel zu toll, die alte Schnuckelbratze.

Jennifer Lawrence in WINTER'S BONE

Mit englisch-irisch-deutsch-schottischer Vorfahrenschaft wuchs Jennifer Shrader Lawrence in Louisville, Kentucky, als Tochter der Kindercampmanagerin Karen und des Bauarbeiters Gary Lawrence auf und kümmerte sich vor der Schauspielerei um typische Girlie-Hobbies wie Cheerleading, Modeln und Softball, ehe sie im Teenageralter eine Karriere vor der Kamera anzustreben begann. Ihren ersten Cold Read hatte sie mit Vierzehn während eines Vorsprechens nach einer Reise nach Manhattan, den anwesende Agenten als den »best cold read by a 14- year-old they had ever heard« bezeichneten. Lawrence verbrachte den anschließenden Sommer in New York City und ihr Talent überzeugte so sehr, dass sie für Commercials und den Film „The Devil You Know“ mit Rosamund Pike und Lena Olin gecastet wurde, der nach seinem Shoot im Jahr 2007 allerdings erst 2013 veröffentlicht wurde.

Nach einem Umzug Richtung Los Angeles und kleinen Parts in den Serien „Monk“, „Cold Case“ und „Medium“ nahm Jennifer Lawrence‘ Schauspielkarriere schließlich mit einem Engagement bei der TBS Sitcom „The Bill Engvall Show“ Fahrt auf. Die Serie lief drei Staffeln lang bis zum Jahr 2009 und Lawrence wurde beim Young Artist Award in der Kategorie Best Performance in a TV Series nominiert. Startschuss einer mittlerweile weit über einhundert Einträge langen Liste von Auszeichnungen und Nominierungen bei den bedeutendsten bis nichtssagendsten Award-Shows, vom Teen Choice Award über den National Society of Film Critics Award bis zum Oscar. Nach den TV-Filmen „Company Town“ und „Not Another High School Show“ gab Lawrence ihr Leinwanddebüt in einer kleinen Rolle in Jason Freelands „Garden Party“ (2008), anschließend war sie, unter anderem neben Chloë Grace Moretz und Selma Blair, in der Hauptrolle als Missbrauchsopfer im Drama „The Poker House“ zu sehen, für den es den Los Angeles Film Festival Award for Outstanding Performance gab.

Jennifer Lawrence in THE HUNGER GAMES

Beim Filmfestival in Venedig folgte die nächste Auszeichnung, diesmal für das non-lineare Drama „The Burning Plain“, in dem Jennifer Lawrence neben den Oscar-Preisträgerinnen Charlize Theron und Kim Basinger spielte. Mit ihrer Hauptrolle in Debra Graniks Sundance Film Festival-Gewinner „Winter’s Bone“ (2010) rückte sie schließlich selbst mit gerade einmal zwanzig Jahren selbst in den Kreis der Academy Award-Anwärter. Insgesamt wurde ihre Performance in dem Indie-Drama mit fast zwei Dutzend Auszeichnungen bedacht. Die Rolle der Ree Dolly, die sich in den unwirtlichen Hochlandregionen des Ozarks durchschlagen muss, markierte den Durchbruch in einer steil im 90 Grad Winkel weiter verlaufenden Karriere. Auf die Indie-Love Story „Like Crazy“ mit Anton Yelchin und Felicity Jones und Jodie Fosters schwarze Komödie „The Beaver“ mit Mel Gibson folgte mit dem Mutanten-Prequel „X-Men: First Class“ schließlich der erste Ausflug in Blockbustergefilde. Neben James McAvoy und Michael Fassbender spielte Lawrence die blauhäutige Shapeshifterin Raven alias Mystique, blieb in dem generell überschätzten Comic-Abenteuer aber dennoch eher blass.

Ein Nerd-Darling und Fan-Favorite war die unverbogene Jennifer Lawrence zu diesem Zeitpunkt aber längst geworden, wozu um die frühen 2010er rum auch Benennungen auf Listen wie „People magazine’s Most Beautiful People in the World“, „Maxim magazine’s Hot 100 Women of 2011“, „Ask men’s top 99 ‚most desirable‘ women of 2012“, oder die Auszeichnung für die „Sexiest eyes“ auf der „Victoria’s Secret What Is Sexy“-Liste ihren Teil beitrugen. Pfeil und Bogen und das Gepfeife eines Spotttölpels waren es allerdings im Jahr 2012, die JLaw endgültig zu weltweitem Ruhm und Aufmerksamkeit pushten. Die Verfilmung des ersten Teils von Suzanne Collins‘ Young Adult-Buchreihe „The Hunger Games“ wurde zu einem globusumspannenden Phänomen, das insgesamt satte $700 Millionen einspielte. Für ihre Leistung als widerspenstige Heroine Katniss Everdeen, die in einer dystopischen, zwischen arm und reich, zwischen herrschendem Kapitol und unterjochten Distrikten aufgeteilten Welt an einem barbarischen Tötungsspiel teilnehmen muss, hagelte er erneut Anerkennung und Lobpreisung.

Jennifer Lawrence in SILVER LININGS PLAYBOOK

Sogar noch mehr davon erntete Jennifer Lawrence jedoch nebst Bradley Cooper für ihre Hauptrolle in David O. Russells Gestörten-Tragik-RomCom „Silver Linings Playbook“. Darin gab sie die frisch verwitwete und psychisch labile Ausrasterette Tiffany und erntete ihren ersten Oscar – plus eine Meme-Garantie für Grimassen auf dem roten Teppich, ihre Backstage-Begegnung mit Jack Nicholson und ihren Ausrutscher auf dem Weg zur Inempfangnahme des Goldbengels. Die Euphoriewelle um JLaw hypte also höher und höher, da blieb selbst ihre gefloppte Genreübung als Tank Top Scream Girl im Horror-Thriller „House at the End of the Street“ nur eine unbedeutende Randnotiz. Die Rolle des keifigen Prolltrash-Blondchens Rosalyn Rosenfeld in „American Hustle“ brachte auch sogleich die nächste Oscar-Nominierung mit sich, ehe der weltweite $870 Millionen-Erfolg des „The Hunger Games“-Sequels „Catching Fire“ Lawrence‘ Status als BoxOffice-Gold bestätigte. Der Film allerdings seinerseits die Fehleinschätzung ihrer Katniss als Role Model für junge Heranwachsende, wird doch die Pute von Panem mannigfaltig in ihrem Handeln fremdbestimmt und –geleitet, ohne viel aus sich selbst heraus zu leisten, wenn’s nicht grade für ihre Boy Toys ist…

Mit „X-Men: Days of Future Past“ sammelte Jennifer Lawrence inmitten der riesigen Besetzung der Mutanten-Saga den nächsten $750 Millionen-Hit und konnte diesmal etwas mehr mit der kampfkundigen Mystique anfangen, doch weiterhin scheint das nicht ihre Rolle zu sein. In Susanne Biers lange verschobenem Períod-Drama „Serena“ stand sie erneut neben Bradley Cooper vor der Kamera, ehe mit „The Hunger Games: Mockingjay – Part 1“ der nächste „Panem“-Erfolg landete. Dem Finale der Buchadaptionen wird Lawrence natürlich ebenso zur Verfügung stehen, wie dem nächsten „X“-Abenteuer „X-Men: Apocalypse“. Außerdem spielt sie im Single Mom goes Unternehmerin-Drama „Joy“ erneut für David O. Russell und an der Seite der „Silver Linings Playbook“- und „American Hustle“-Co-Stars Bradley Cooper und Robert De Niro. Für 2017 angekündigt ist Steven Spielbergs Kriegsphotografinnen-BioPic-Drama „It’s What I Do: A Photographer’s Life of Love and War“, basierend auf den Memoiren von Lynsey Addario. Weiterer Award-Regen ist für Lawrence also ebenso wenig ausgeschlossen, wie die nächsten BoxOffice-Erfolge.

Jennifer Lawrence in AMERICAN HUSTLE

»There are actresses who build themselves, and then there are actresses who are built by others. I want to build myself.« Die jüngste dreifach nominierte Akteurin in der Oscar-Geschichte, ihre Funny Moments füllen dutzende Videos lange Playlisten auf YouTube, der Nummer 1-Kassenstar und Most Googled Celebrity des Jahres 2014, populär von Kalifornien bis Meppen – Jennifer Lawrence hat nichtmal ein Jahrzehnt gebraucht, um einer der global größten und talentiertesten Stars zu werden. Die Frau ist natürlich und wie eine Naturgewalt in die Filmlandschaft hinein gefegt und spielt auch wie eine solche, wenn sie so richtig aufdreht, ob sie nun verzweifelt in Tränen und Trauer ausbricht, so richtig bitchig ausrastet oder eine ihrer Schnuten in Interviews zieht. Eine Kämpferin, eine Furie, eine Durchgeknallte, eine Gestaltenwandlerin, eine Echte und keine Gemachte.

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