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Self-aware S01E02: warum ich Filmkritiken schreibe und trotzdem kein freudloses Arschloch bin…

Von Flynn Hardy vor 3 Monaten geschrieben02 / 2016Bonusmaterial6 Kommentare
Self-aware season 1 ep 2

…oder müsste es heißen „warum ich kein freudloses Arschloch bin und trotzdem Filmkritiken schreibe…“? Egal, diese Betrachtung soll ja nicht bereits an der Semantik ihrer Überschrift scheitern. Das Thema „Wie wird man eigentlich als Filmkritiker im Internet wahrgenommen und kann ich Gebühren für jedes dämliche Vorurteil verlangen?“ beschäftigt mich schon lange und nachdem ich letztens erst wiedermal als »Arschloch« und »dummer Hurndesohn« bezeichnet worden bin (ich vermute, der nicht so satz- und zeichenbaubegabte Verfasser meinte »Hurensohn«, den ganzen Erguss könnt ihr in der ersten Ausgabe von „Self-aware“ nachlesen) ist nun der Anlass gegeben, mal darüber zu sprechen.

Auf Moviepilot, bekennend Deutschlands größter Tummelplatz für Filmfans jeder Fasson, stolpert man im weiten Nutzerspektrum cinephiler Nerds, Noobs und No-brainer immer wieder über die begrifflich scharfsinnigst voneinander getrennte Unterscheidung zwischen dem „Filmkritker“ und dem „normalen Zuschauer“. Das unterstreicht die MP-Mechanik natürlich, nach der Kritiker eben Kritiken schreiben und Community-Mitglieder Kommentare, nur wird der Graben zwischen beiden Spielarten der Filmbesprechung von einer nicht geringen Usermenge so wahrgenommen, dass der Kritiker auf der einen Seite eher der schwurbelnde Idiot ist, der Kommentator, also der „gewöhnliche User“, auf der anderen hingegen eher die Stimme des Volkes vertritt, den wahren Filmfan repräsentiert, während der Kritiker welt- und materiefremden, narzistischen Mist runterseiert und meist eh krampfhaft alles scheiße findet.

Die Kritiker vs. Community-Kluft

Neulich auf MP bin ich bei den Kommentaren zum R-Rated-Sensationshit „Deadpool“ auf folgende Aussage gestoßen:

Man mag sich wundern, wieso hier die Kritiker und Community Meinungen so weit auseinanderdriften, kurz gesagt: Die selbsternannten Kritiker sind Idioten! Schon lange vertraue ich ausschließlich nur noch auf die Communitywertung…

If you’re not with me, then you’re my enemy. Merke: nur Sith und Filmfans kennen nichts als Extreme. In einem mehrere Jahre alten Thread unter der Überschrift „Professionelle Kritiker – Eigentlich völlig nutzlos“ gibt’s folgende Erkenntnisse:

Filme die bei den Kritkern durchfallen, erzielen phänomenale Box Office Ergebnisse. Wie kommt das. Meiner Meinung nach beurteilen Kritiker Filme aus einem völlig absurden, zu fernem Blickwinkel. Wir lesen dann meist keine Meinung eines echten Zuschauers, sondern die eines, in seine eigenen Worte verliebten Filmkenners.[…]So eloquent und wortgewand sich diese Kritiken auch lesen, so nutzlos sind sie doch für die jenigen, für die nun mal die Filme gemacht werden. Die Zuschauer.[…]Im Klartext: Wenn Kritiken wirklich etwas nützen sollen, dann doch bitte mit Texten die den Film klarbeschreiben, auf das handwerkliche der Filmschaffenden eingehen und den Film Genrekonform beurteilen. Filtert man bei den meisten professionellen Kritiken die schwülstigen und übertriebenen Umschreibungen heraus, so bleibt eigentlich nur: Ich mag den Fim aber nicht, weil er zu leicht zu verstehen oder zu unterhaltsam ist. Hallooooo. Filme sollen unterhalten, egal auf welche Weise.

Da sammelt sich, und das sogar noch verhältnismäßig milde artikuliert, bereits viel zusammen, was einem als Filmkritiker so an Pauschal- und Vorurteilen begegnet. Mir persönlich schrieb auf MP mal jemand unter meine Kritik zu „Interstellar“:

an dieser rezension erkennt man den unterschied zwischen dem „normalen“ kinogänger und einem Kritiker: ersterer geht hinein, staunt, ist „mindgefucked“ und diskutiert im anschluss mit seinen freunden stundenlang über den film, während zweiterer den film analysiert, zerlegt und nur fast darauf aus ist, dessen vermeintliche schwächen zu suchen und aufzuzeigen…am ende ist der kritiker frustriert, der zuschauer hypnotisiert von der wirkung, die der film auf ihn hat…möchte ich kein kritiker sein…

Das geht in die selbe Richtung und bringt einen zusätzlichen Aspekt ein, den viele User daraus schließen: Kritiker betrachten Filme nicht wie normale Zuschauer und sind deshalb freudlose Pedanten, die am Misthaufen nicht nach der nährenden Kartoffel suchen, sondern bloß ob des Gestanks die Nase rümpfen und lieber hungrig zurückbleiben. Diese bisherigen Zitate ließen sich bereits haarklein auseinander argumentieren, genauso grob gefasst lässt es sich aber auf folgende Erkenntnis über den „normalen“ Kinogänger zurückschlüsseln: Fans von tagesaktuellen und zeitbewiesenen Populärphänomenen dulden überhaupt nichts als die eigene Meinung und die eigene Meinung deckende Meinung.

Lieber hundertmal meine als einmal deine Meinung…

Viele Filmfans auf Moviepilot, und auch dies unterstützt die Seite mit einem ihrer Kern-Features, nämlich der Geschmacksnähe-Berechnung, haben einen krampfhaften Drang, stets nur möglichst exakt ihr eigenes Welt- und Wertungsbild bestätigt zu bekommen, pappen sich ihre Freundeslisten mit Usern zu, die laut MP-Algorithmus eine 90%+ Geschmacksnähe aufweisen und dann geht es los, das gegenseitige virtuelle Eiergekraule, bei dem man schön komfortabel immer nur die eigene Wahrnehmung und Meinung gespiegelt bekommt. Über diese Geschmacksselektion geraten natürlich auch immer wieder die „normalen“ MP-User aneinander, das Feindbild „Kritiker“ wird aber gerne mit den ewig gleichen Nonsens-Argumenten frisch aufgeschüttelt.

Unter meinem Text zu „Terminator: Genisys“ gab’s auf MP folgenden Kommentar:

finde deine kritik zum film absolut lächerlich weis ja nich in welchem film du gewesen bist .Wenn mann die filme nicht kapiert oder verstehn will wird der film eben mal niedergemacht schau dir doch am besten sandmännchen an da biste wenigstens nicht überfordert der film war meilenweit besser als teil3und 4 und action effekte waren super gewesen storymässig war er vielleicht nicht grade oscarverdächtig aber bei nem terminator film war die story noch nie wichtig gewesen was zählte waren oder sind action und effekte

Und hier direkt auf CU wurd’s zum selben Film noch ein bißchen deutlicher:

Was für eine Scheisse du schreibst!!! Ganz ehrlich, du bist nie “Terminator” Fan gewesen und hast dich entschlossen der allgemeinen negativen Kritik sich dermaßen hinzugeben und völlig übertrieben noch eins dranzusetzen. Totaler Blödsinn was du hier schreibst. Der Film ist mit Sicherheit keine Oscar-Mega-Highlight. Aber mit Sicherheit ist er nicht so dermaßen grottig schlecht wie du ih hier darstellst. Ich könnt mich aufregen was du hier für einen Schwachsinn über den Film loslässt. Dich muss man doch bezahlt haben. Ich hab ihn grade gesehen und er war mit ein paar Logik-Lücken ganz ok. Ich hab nicht besonders viel erwartet. Aber ich hab auch schon VIEL schlechtere Filme gesehen! Ich habe Filme gesehen da bin ich nach 30 Minuten aus dem Kino raus. Terminator Genesis kommt nicht an T1 oder T2 ran, aber er ist ein Action-Popcorn Geballer mit hier und da ganz lustigen Stellen und auch coolen Stellen. Du musst den nicht zerreißen weil dir das grad andere so vorlegen oder die Meinungen sich überschlagen. Lachhaft so einen beschissen Text über einen doch ganz moderaten Film zu lesen. Lern mal paar richtige B-Movie / C-Movie Filme kennen oder so richtig beschissenes aus Free/Open-Movie-Festivals kennen du Dummkopf!

Das typische Verhaltensmuster: der fand scheiße, was mir gefallen hat, also dreh ich mal den Kessel auf. »Alles Blödsinn!« »Du hast den Film nicht kapiert!« »Geh doch was anderes gucken!« Und ein weiterer Klassiker fehlt noch: »Mach’s doch selber besser!« Um die dünnen eigenen „Argumente“ zu stärken noch strategisch ein paar Beleidigungen platziert (die bei den gewählten Beispielen ja sogar noch im Rahmen bleiben, ich find nur grad die härteren Exemplare nicht 😀 ), und fertig ist die konfektionierte Kritik am Kritiker.

Meinungskultur, anyone?

Ich kann dieses reflexartige Schutzbedürfnis gegenüber dem eigenen Filmgeschmack sogar auf einer gewissen Ebene verstehen. Mir qualmt schon auch mal die Birne, wenn ein von mir geschätzter Film in einem Text meiner Auffassung nach fundamental falsch beurteilt wird, sich ein Autor allzu ignorant der für mich offensichtlichen Stärken des Filmes verweigert oder allein eines Hypes um den Film herum (fehl)verurteilend ans Werk geht. Ich lese sowas dann, denke mir »Ok…«, antworte eventuell mit Gegenargumenten, sofern ich dem Text zumindest den Ansatz konstruktiver Denke entnehmen kann – und ziehe weiter. Denn wie man nun auf die Idee kommen kann, denjenigen mit vielfarbigem »Dummkopf, Arschloch, Idiot, Hurensohn«-Vokabular einzudecken, nur weil wir nicht einer Meinung sind – das entzieht sich völlig meinem Verständnis.

Ich bin nicht etepetete, was Schimpfwörter angeht. Im privaten Gespräch und manchmal auch in meinen eigenen Texten hänge ich gerne mal Fach- an Fäkalwort. Ich sage wahrscheinlich den Tag über nichts häufiger als »scheiße«. Aber ich beleidige andere nicht so mir nichts dir nichts, jedenfalls nicht für ihre Meinung über Filme. Denn ob wir’s nun in Kritiken und Kommentare, Kritiker und Community-Mitglieder spalten: wir machen alle nichts anderes, als unsere MEINUNG. ÜBER. FILME. zu schreiben. Unterschiedlich geprägt, unterschiedlich gewichtet in der Bewertung einzelner Faktoren, vor so unterschiedlichen Hintergründen wie filmgeschichtlichem und -wissenschaftlichem Wissen, persönlicher Erfahrung, Vergleichsmustern, Tagesform, ja verdammt, sogar die Tagesform kann mal dazu führen, dass man einen Film nach einem gestressten Montag anders wahrnimmt, als an einem gechillten Samstag.

Und was auch immer da am Ende bei rauskommt, ob wir es Kritik oder Kommentar nennen, in einer angesehenen Zeitung oder einem privatem Blog veröffentlichen, in der Kommentarspalte von MP oder in einem Forum oder auf einer Facebook-Seite oder in einem YouTube-Video – »Yeah, well, you know, that’s just, like, your opinion, man…« Richtig Dude, es ist Meinung, und darauf hat ja bekanntlich jeder erstmal ein Recht, unabhängig davon, wie weit ihn Ahnung, Ausdrucksfähigkeit und die Kompetenz, einen Satz gerade von links nach rechts zu verfassen dazu befähigen. Und unabhängig davon, wie sich diese Meinung zu der eines anderen verhält.

Ich und das Schreiben über Filme

Ich persönlich schreibe über Filme, weil ich (so glaube ich jedenfalls) über ein Grundmaß an einschätzender Kompetenz und sprachlicher Gewandtheit verfüge, um unfallfrei Bewertungen abgeben zu können, weil ich seit immer schon viel Spaß am Schreiben habe – und weil ich Filme liebe. Weil Filme mir über die Jahre unendlich viele Dinge mitgegeben haben, die meine Persönlichkeit ohne sie nicht besäße. Weil ich zu vielen Filmen eine emotional so enge Verbindung habe, wie man sie zu einer Schöpfung aus den Händen und den Herzen anderer nur haben kann. Weil ich jede neunzig Minuten oder zwei oder drei Stunden genieße wie einen lange herbeigesehnten Urlaub, wenn Filme mich in ihre Welten mitnehmen und mich zum Teil eines Erlebnisses machen, das formen, bilden, erschöpfen, nerven, langweilen, begeistern oder auch kalt lassen kann.

Klingt das wie die Ansicht eines blickwinkelfernen Idiotenarschlochs? Oder klingt das wohlmöglich wie die Ansicht eines leidenschaftlichen Filmfans, der nirgends lieber als im Kino sitzt? Kritiker, und zumindest ich als selbsternannter kann das unbedarft von mir sagen, lieben Filme. Atmen und durchleuchten das Medium in all seinen Facetten. Haben dadurch wohlmöglich manchmal mehr Ahnung, als Ottonormaluntenmittehocker, der bis in den Film hinein noch seinen What’s App-Status korrigiert, krachend Nachos vertilgt und „nur“ auf der Suche nach einer Event-Beschäftigung für den Abend ist, danach noch ein, zwei Sätze über den Film diskutiert und anschließend weiter in die Disco zieht.

Ich hingegen bin nach einem Kinobesuch meist ‘ne gute Stunde kaum ansprechbar. Ordne meine Gedanken. Muss erst wieder rausfinden aus der Welt, in die der Film mich mitgenommen hat. Torkel nach Hause und sitze dann für mehrere Stunden an einer Filmkritik, in der ich unabhängig von der Qualität des Films vor allem eines versuche: ihm gerecht zu werden. Ja, auch bei Verrissen versuche ich stets, meine Abneigung und Kritikpunkte nachvollziehbar rüberzubringen, um dem Leser klarzumachen, was MICH an Film XY gestört hat. Wenn das aus meinem Text nicht hervorgeht habe ich meinen Job nicht erledigt. Ich will KEINE Filme, nichtmal die ganz ganz miesen, einfach in ein paar Sätzen abkanzeln, ich lasse selbst die untersten 0-Punkte-Ausgeburten ganz tief in meinen Kopf kriechen, um mit einer ausführlichen Meinung wieder hervorzuquellen.

Aber, und das tritt eben meist bei Verrissen von Filmen auf, die von der Allgemeinheit besser gesehen werden: viele lesen lieber zum zigsten Mal die gleichen lobenden Floskeln, die gleichen Wühltischplattitüden, die die eigene Meinung bestätigen, als sich das eine Mal auf eine divergierende Meinung einzulassen. Da heißt es dann, man solle die Fresse halten, wenn man keine Ahnung hat. Es selber besser machen, bevor man nur rummeckert. An dieser Stelle sei mal ein Quervergleich zum Fußball gezogen: Jürgen Klopp kommt regelmäßig auf die Anekdote zurück, selbst nur ein maximal durchschnittlich begabter Zweitligaklicker gewesen zu sein. Das hielt ihn aber nicht davon ab, als Trainer von Borussia Dortmund eine Mannschaft zu formen, die aufgrund ihrer überlegenen taktischen Ausrichtung mehrere jahrelang die nationale und die internationale Konkurrenz an die Wand gespielt hat.

Ergo: man kann sich einer Materie nähern, über sie urteilen und sie (mit)bestimmen, ohne sie selbst gemeistert zu haben. Ein Filmkritiker darf einen Film kritiksieren, ohne je einen gedreht zu haben. Tut der durchschnittliche Kommentator auf MP ja auch. Und meckert wahrscheinlich im Stadion, wenn die eigene Mannschaft scheiße spielt, ohne je selbst Bundesliga gespielt zu haben. Gemerkt? Dieses »mach’s erstmal besser« ist das größte Non-Argument von allen. Das andere, »dir gefällt’s nicht, also hast du’s nicht kapiert« – das ist so grottenbescheuert, da will ich gar nicht drauf eingehen. Bleibt noch das Vorurteil des freudlos-frustrierten Meckerhannes, der alles um des scheiße findens wegen scheiße findet und mit miesepetriger Miene und stirnrunzelnd dahockt und seinen ohnehin vorformulierten Verriss rauspöbelt, egal was er auf der Leinwand wirklich gesehen hat. Das Arschloch.

Wer bin ich eigentlich, ich „Filmkritiker“?

Simply said: ich bin kein Arschloch. Ich bin jetzt auch nicht der netteste Kerl aller Zeiten und mein Grundgesichtsausdruck sieht tatsächlich verdächtig nach Fresse ziehen aus – aber, und das kümmert ja überhaupt niemanden, der mich im Netz einen Arschlochidiotenhurensohndummkopf nennt: ich bin abseits meiner Meinungsäußerungen über Filme im Internet ein liebender, fürsorglicher Familienvater, der mehrere Jahre hingebungsvoll in der Behindertenbetreuung und -pflege mit Kindern und Erwachsenen gearbeitet hat und der mit Frau, Sohn und Hund nach vielen Rückschlägen ein solch strahlendes Familienglück gefunden hat, dass nur noch ‘ne Tochter und ‘ne Alien-Invasion fehlen und wir wären ein Spielberg-Film. Klingt DAS nach einem Arschloch, das man anhand seines Filmgeschmacks und seiner Kritiken zu Filmen als solches betiteln sollte, ob „nur“ im Netz oder direkt ins Gesicht?!? Ich finde nicht (aber „Spießer“ würde ich mir gerade noch gefallen lassen 😉 ).

Ich will mit meinen Filmkritiken keine kalkulierten Kontroversen auslösen, manchmal lasse ich mich zwar dazu hinreißen, einem Film verbal kräftig in die Eier zu treten, aber das passiert nur, wenn er mit meinen vorher den Le Chiffre gemacht hat. Ich gebe mich (abgesehen von meiner Familie) nichts in meinem Leben so sehr hin wie meiner Filmleidenschaft. Filmkritik erlaubt viele Spielarten und meine Texte sollen halbwegs fundiert, aber auch ihrerseits unterhaltsam sein, ohne jemanden in seinem eigenen Geschmack beschneiden oder belehren zu wollen, ohne dass man ihnen zustimmen muss und ohne dass ich darauf beharre, hier die einzig gültige Wahrheit zu verbreiten, denn die gibt es nicht. Genauso gibt es keine „objektive“ Filmkritik, wie sie viele von Filmkritikern fordern, denn sonst bräuchte es pro Film nur eine einzige Kritik, in der ein einziger Kritiker die einigermaßen faktisch beleg- und bewertbaren Qualitäten eines Films auflistet – aber was für ein Bullshit wäre das denn?! Meinung ist Vielfalt, Auseinandersetzung, Diskussion – und sie ist, wenn es um Meinung zu Filmen geht, nicht das Feststellmaß für einen Idioten, ein Arschloch oder einen Hurensohn.

Danke für die Aufmerksamkeit. Falls überhaupt jemand bis hierhin gelesen haben sollte. Wenn nicht: Arschloch! 😉

Kommentare

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  • franziska-t 7 Kommentar(e)

    Das Wichtigste zuerst: Toller Artikel. Bin sehr begeistert.

    Es gibt gleich mehrere Aspekte, zu denen ich meinen Senf dazugeben möchte. Zunächst mal: Die Unterscheidung auf Moviepilot. Ich bin Hobbykritikerin, werde auf Moviepilot (MP) aber als Profi-Kritiker geführt, weil ich regelmäßig Filmkritiken veröffentliche, einen eigenen Blog habe und die restlichen Anforderungen, die MP an die Profis stellt, spielend leicht erfüllen konnte. Ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige bin, bei der das so ist. Ich selbst würde mich als “Hobby-Kritiker mit Fachwissen (hatte im Studium mal Seminare in Filmanalyse, -geschichte und -philosophie)” bezeichnen, aber der Mensch ist ja einfach und denkt gerne in Schubladen. Also bin ich auf MP ein Kritiker und muss mir dann die gleichen Vorwürfe anhören wie die Profis, die tatsächlich manchmal verschwurbelte Texte fabrizieren. Aber naja, that’s life. 😉

    Bisher wurde ich von allzu gehässigen Kommentaren verschont. Würde ich auf meinem Blog Beschimpfungen bekommen, würde ich den Kommentar veröffentlichen, aber alle Schimpfwörter schwärzen oder sonst irgendwie unkenntlich machen. Und wenn der Kommentar dann mit sieben schwarzen Balken veröffentlicht wird, kann sich meine Leserschaft ja dann seinen Teil dazu denken.

    Ich habe sowieso den Eindruck, das Internet wird (aufgrund der Anonymität) in manchen Ecken immer mehr zum Schlammpfuhl der Ungeliebten und Gehassten. Damit sich diese Leute nicht so ungeliebt und gehasst fühlen, verbreiten sie diesen Hass dann weiter. Ich komme nur drauf, weil ich seit geraumer Zeit an einem Artikel über Fans arbeite und es gibt einfach Ecken im Internet wo derart abstruse Verschwörungstheorien ausgetauscht werden, dass dir als Normalsterblicher bzw. gemäßigter Fan der Kopf schwirrt. Mehr noch, wenn du Fragen nach der Motivation dieser Leute stellst, wird man erstmal via IP-Tracking überprüft, um herauszufinden, ob derjenige “fake” ist oder nicht. [Bin ich übrigens, sagen die. 😉 ]

    Die Meinungsfreiheit gilt natürlich auch im Netz, aber man muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Die Welt ist bunt. Es gibt in jeder Branche, in jedem Fachbereich, Befürworter und Gegner. Ich diskutiere sehr gerne mit Nutzern, ganz besonders, wenn sie einen anderen Standpunkt vertreten.

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Das Wichtigste zuerst: danke sehr 😉

      Ich gehöre ja genauso zur Ecke der Hobby-Kritiker aus der Blogger-Szene, mir sind diese Argumente und Beschimpfungen selbst aber immer wieder begegnet, über die ganzen sieben Jahre, in denen ich jetzt blogge und immer im Zusammenhang mit meiner Wahrnehmung als “Kritiker” und nicht als Fan, der über Filme schreibt. Schwierig, diese ganzen Begrifflichkeiten, die in ihrer Differenzierung und der Zweifaltigkeit auf Moviepilot sowieso schon wieder ein eigenes Thema füllen könnten. Und angepisste Leser setzen sich dann in ihr Nest der Überzeugung, dass man Film XYZ nur als Kritker und unmöglich als Filmfan scheiße finden kann, Phew…

      Und ja, die Grenzen des guten Anstandes werden im Netz fraglos regelmäßig von Typen eingerissen, die scheinbar irgendwas zu kompensieren haben, auf MP ist das über die Jahre ja immer schlimmer geworden und in manchen anderen “Ecken” sowieso.

  • Sebastian 8 Kommentar(e)

    Ich finde die Unterteilung bei Moviepilot offen gesagt mehr oder weniger unsinnig. Was aber zum Teil wohl an meinem Selbstverständnis als Blogger liegt. Die meisten Kritiker (und damit beziehe ich mich nun explizit auf die etablierten Medien) sind mit ihren Meinungen, Ansichten und zum Teil auch Formulierungen so weit weg vom Filmfan, dass sie für mich einfach nicht relevant sind. Die Blogger sehe ich eher als Fans, die über etwas schreiben, was sie mögen und die in 90% der Fälle eher auf meiner Wellenlänge liegen, selbst wenn die Meinungen zu Titel XYZ mal anders sind als meine. Da viele der MP-Kritiker Blogger sind, ist für mich persönlich der Schritt zum “normalen” Communitymember also ein eher kleiner.

    Davon ab gehen wir aber in so ziemlich jedem Punkt konform. Ich bin auch der Meinung, dass keine Besprechung zu 100% objektiv sein kann und es eigentlich auch nicht sein sollte. Es geht um eine Meinung und die ist immer von der eigenen Wahrnehmung abhängig. Und wo wäre der Spaß, wenn man sich nicht über den Hardy aufregen könnte, weil er mal wieder nen Film nicht verstanden hat und sowieso nur Bullshit schreibt ;-).

    Oh, und X-Men war scheiße. So, jetzt habe ich es gesagt.

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Der Sinn der MP-Unterteilung in Bezug auf Profi-Kritiker, Blogger und den reinen MP-Nutzer (der inzwischen ja auch dort ein Blogger sein kann…) ist sicher schon fast ein eigenes Thema wert. Ich hab mich da eigentlich vorrangig als Kritiker freischalten lassen, um die Klicks zu kassieren 😀 Wenn man viel Mühe in die eigene Seite steckt ist das für uns als Blogger auch völlig legitim, da aufgenommen zu werden und auf die eigene Seite verlinken zu können.

  • Deadpool 4 Kommentar(e)

    Ohhhhhhh, buuhuu, armer Filmkritiker, komm auf Onkel Pools Schoß und ich führ dir was ein, dann geht’s gleich besser 😆 Aber du hast Recht, schreib du nur deine Kritiken und die großen bösen Wörter heben wir uns für die Typen auf, die braune Parolen gröhlen oder meinen, dass Jungs nicht mal ihren Strahl kreuzen dürfen. Oder die Spastspacken, die Hannibal abgesetzt haben, yummie war das lecker! Und jetzt gib mir die Hand Flynn und sing mit mir ♫Kumbaya, my Lord, Kumbaya…♫ 😛

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Thanks, Wade. At least you got the right idea 😉

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