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CASINO ROYALE: Kritik zu Daniel Craigs erstem Bond-Abenteuer (DVD)

Von Flynn Hardy vor 6 Monaten geschrieben03 / 20168 Kommentare
CASINO ROYALE Filmkritik Review Rezension

Die Story

Zwei erfolgreich ausgeführte Liquidierungen verschaffen dem britischen Commander James Bond den Doppel-Null-Status beim MI6, womit der Agent offiziell die Lizenz zum Töten erhält. Bonds erster Auftrag führt ihn nach Madagaskar, wo er den Bombenattentäter Mollaka beschattet. Doch die Mission fliegt auf und eine zusammengeschossene Botschaft und einen getöteten Mollaka später landet der britische Geheimdienst mit ungewollten Schlagzeilen in den Nachrichten und der ungestüme Bond taucht nach deutlichen Worten seiner Chefin M ab. Allerdings bleibt er an der Spur dran, auf die er durch Mollaka gestoßen ist und fahndet auf den Bahamas nach den Hintermännern, bis er schließlich ein gewaltiges Attentat im letzten Moment verhindern kann. Dadurch stößt der MI6 auf den Börsenspekulanten Le Chiffre, der mit den Geldern von Terrorgruppierungen wirtschaftet und durch den von Bond vereitelten Anschlag eine dreistellige Millionensumme verloren hat. Um das Geld wiederzubeschaffen und seine wenig erfreuten Geschäftspartner zu entschädigen lädt Zahlengenie Le Chiffre in Montenegro zum Pokerturnier im Casino Royale, während Bond gesandt wird, um sich mit der finanziellen Unterstützung der Schatzamtsmitarbeiterin Vesper Lynd in das Turnier einzukaufen und Le Chiffre mit einem Sieg handlungsunfähig zu machen. Doch Bonds Gegner wendet nicht nur Kartentricks an, um den Agenten zu schlagen…

Die Filmkritik

Daniel Craig und Sébastien Foucan in CASINO ROYALE
Besetzungsentscheidungen unabhängig von Image, Hautfarbe oder Geschlecht zu beurteilen oder wenigstens unkommentiert zu lassen, bis man was konkret Beurteilbares vor den Augen hat – das entspricht nicht der Kultur der Vorverurteilung, wie sie im Netz oft herrscht. Heath Ledger ist zu Teenie-Schwarm und Cowboy-Gay für den Joker, John Boyega zu gut gebräunt für’n Stormtrooper und wenn an den „Ghostbusters“ demnächst vier Paar Brüste hängen geht das auch mal überhaupt gar nicht. Es ist manchmal echt zum Kotzen. Und oft genug vom Endergebnis so schallend widerlegt worden, dass man beim next big thing schon auf einen Lerneffekt zu hoffen wagt… bis die nächste Sau durch Wwwville getrieben wird. Keiner hat das virtuelle »Naaaaaaaaay!« wohl mit ähnlicher Häme und Gemäkel wie Daniel Craig ertragen müssen, als man den Briten im Oktober 2005 als Nachfolger von Pierce Brosnan im kommenden Bond-Abenteuer benannte. Zu blond, zu Weichei, zu gehorsam die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen einhaltend, auf der Themse nicht ohne Schutzweste im Speedboat fahren zu dürfen. Spott, von dem vier Craig-007s später nichts mehr zu vernehmen ist.

Denn schon mit „Casino Royale“ machte der damals 38jährige klar, dass seine Doppel-Null alle Vorgänger auf handliche Westentaschengröße gefaltet hätte. Nachdem die anderen JBs, Jason Bourne und Jack Bauer, das Spy-Action-Genre umdekoriert hatten, war Bond plötzlich hart wie nie. Und so gut wie nie. Einige flennen ja bis heute rum, „Casino Royale“ sei allenfalls ein ordentlicher Agenten-Thriller, aber kein guter Bond-Film. Und das stimmt sogar. „Casino Royale“ ist ein überragender Agenten-Thriller und DER Bond-Film. Der Unterschied zwischen der Ian Fleming-Adaption und dem letzten Brosnan-Abenteuer, dem Franchise-Low blow „Die Another Day“, ist in etwa so abrupt wie jener zwischen Joel Schumachers „Batman & Robin“ und Christopher Nolans „Batman Begins“, ohnehin ist die düstere Fledermauswiederbelebung neben den Bourne-Actionern einer der Stilpräger für „Casino Royale“, ohne dass der sich bis zur Unkenntlichkeit vom Bond-Mythos entfernen würde.
Daniel Craig und Judi Dench in CASINO ROYALE
Nach dem sehr guten Brosnan-Debüt „GoldenEye“ gelingt Martin Campbell zum zweiten Mal eine formidable Neuausrichtung der 007-Reihe, exotische Locations, harte Drinks, schnelle Autos und sexy Gespielinnen, der orchestral-pompöse Score, durch den sich die Melodie von Chris Cornells rockigem Theme Song „You know my name“ zieht, das Umkehr- und Ausbleibspiel mit einigen der bekanntesten Bond-Trademarks (»Shaken or stirred?« »Do I look like I give a damn?«), die Übersetzung von Flemings Vorlage, die in vielen Punkten viel näher am Agenten im Geheimdienst Ihrer Majestät orientiert ist, als es bei den Vorläufern der Fall war – das macht aus „Casino Royale“ einen waschechten Bond-Film und das ist nur die Oberfläche eines perfekt inszenierten Action-Thrillers, der hinter beide Begriffe dieses Bezeichnungs-Doppels so viele Ausrufezeichen setzt, wie Til „die Feststelltaste“ Schweiger im Schnitt pro Facebook-Post braucht.

„Casino Royale“ schafft’s dabei, beides zu sein, der Hinterhofrowdy und der Feinzwirnträger unter den Agenten-Filmen. Mit brachialer Physis wütet Craig wie ein Hooligan im Adrenalinrausch durch die Actionszenen, als schallten ihm eine halbe Stunde nach Abpfiff noch aggressive Stadiongesänge und Schiri-Fehlentscheidungen pro des verhassten Lokalrivalen durch den stiernackengestützen Kopf und nun muss sie raus, die Energie, muss sich mit harten Schlägen und präzisen Schüssen in Fressen und Körper der Gegner entladen. In der in schwarz-weiß gehaltenen Eröffnungssequenz prügelt Bond einen Widersacher brutal durch ein öffentliches Klo, den zweiten Mord begeht er ungleich kaltblütiger, 007 Begins mit zwei rohen Tötungsakten und die Gestaltung der ersten Minuten betont den neuen Ansatz: Bond ist kein reinblütiger Unverwundbarheld mehr, Welt- und Feindbilder haben sich verändert, die Trennung von Gut und Böse in moralisch vertretbar und verwerflich verläuft in Grautönen und der MI6 kann mit vorsichtiger Erleichterung, aber mulmigem Gefühl aufatmen, diesen Bond auf seiner Seite zu wissen.
Daniel Craigs Badehosen-Body in CASINO ROYALE
Denn Craigs Bond ist als Killer und Attentäter so emotionslos wie unbeherrschbar, ein instinktgetriebenes Tier, wie zufällig für die „richtige“ Sache domestiziert, doch mit dem Knochen vor Augen ist ihm egal, wen er in der Zentrale verärgert und vor allem, wer mit dem Gesicht nach unten liegenbleibt. Und das bisweilen sogar unbegattet, so lässt Craig sein Premieren-Bond-Girl Caterina Murino nach gewohnt rasantem Aufriss, etwas Fummeln und ein paar Fragen bloß mit Champus und Kavier, aber unbefriedigt zurück, um seiner Mission nachzuhetzen. Das relativiert nicht vierzig Womanizer-Jahre voller Objektivierung und Sexualisierung, stellt dies in „Casino Royale“ aber in einen geerdeten Storykontext, Sean Connery hätte man damals schließlich noch auf Goldfingers Folterbank ein Liebchen auf den Schoß schnallen können und der hätte nicht abgelehnt. Das absolut bewusste und zielgenau inszenierte Aufbrechen des eigenen Klischee-Haushalts stellt sich trotzdem nie vor den Film, der über die erste Stunde einen wahnsinns Zug drin hat und ohne lang und breit alles erklären zu müssen völlig organisch seine Handlung voran treibt und immer weiter auffaltet, während Bond sich die Schurkenleiter zu Le Chiffre hochmordet.

Und das bewerkstelligt der Film mit Bond-Glamour und perfekt getrimmten Action- und Suspense-Sequenzen. Die Verfolgungsjagden und Fights in „Casino Royale“ haben nicht diese unmittelbare Dynamik der „Bourne“-Reihe, leiden dafür aber auch nicht an deren ♫(Shake, Shake, Shake) Shake Your Cam’ra♫-Epilepsie: Campbell, Kameramann Phil Meheux und Cutter Stuart Baird setzten auf Tempo im Einklang mit Übersicht und Härte, Bonds Jagd auf den Bombenleger Mollaka, gespielt von Parkour-Profi Sébastien Foucan, inmitten eines Elendsviertels, über eine Baustelle und zum Schluss durch eine Botschaft auf Madagaskar ist mit ihren rasanten und halsbrecherischen Wechseln der horizontalen Positionen des eleganten Terroristen und des rabiaten Agenten (Mollaka schwingt sich artistisch anspruchsvoll durch eine Öffnung in der Wand, Bond bricht einfach frontal durch) herausragend eingefangen, bietet praktische Stuntarbeit vom allerfeinsten und umreißt in einer frühen Sequenz überdies auch noch rein visuell gekonnt den rauen, ungeschliffenen und alles andere als diplomatischen Charakter der frisch gebackenen Doppel-Null.
Caterina Murino und Daniel Craig in CASINO ROYALE
„Casino Royale“ mag einen Bond etablieren, der anfangs mehr Hafenarbeiter- als Gentleman-Charme verströmt, aber der Film hat dennoch ohne Ende ein spezielles Flair und eine wundervolle, klassische Ästethik in jedem einzelnen Shot. Trotz mehrerer Dekaden 007-Mythos und entstehungsnaher Vorbilder im Rücken ist das keine Reißbrettnummer, die Campbell und die Produzenten auskalkuliert haben, um Bond krampfhaft wieder zeitgemäß zu machen: „Casino Royale“ ist ein perfekt strukturierter Eventfilm und das Event sind nicht Krawumm und Bambule, das Event ist Bond. Kaum ein Actionfilm der 2000er hat seine Action so durchdacht aus der Story und dem Figurenbogen heraus entwickelt, sie zum logischen Höhepunkt perfekt arrangierter Handlungskausalitäten gemacht. Craigs enorme physische Präsenz ersetzt CGI-Einlagen und Gimmik-Firlefanz und statt maßsprengender Weltbedrohungs- und Zerstörungsszenarien setzt „Casino Royale“ auf packende und mitreißende, aber persönliche, nah bei Bond und den jeweiligen Widersachern bleibende Actionszenen, klare und präzise Motive ersticken nie in Bombast-Overkill, jede Aktion, jeder Schlag und jeder Schuss und Messerstich verfolgt ein Ziel.

Die Locations und Set Pieces wechseln in der ersten Stunde häufig, aber „Casino Royale“ gelingt es, ein distinktives Gefühl und eine unverwechselbare Ereignissignifikanz für die Schauplätze zu schaffen, und sei es nur für diese besonderen astethic values und Bond Flair-Shots, wenn etwa die rassige Italienerin Caterina Murino auf einem Schimmel den Strand entlang reitet und Craig anschließend die Ursula Andress macht und mit Prachtbody und blauer Badebuchse den Fluten entsteigt. Alles erzeugt etwas in „Casino Royale“, regt etwas an, nicht eine Minute des Films, die austauschbar oder überflüssig wäre. Campbell drosselt und beschleunigt das Tempo mit sicherer Hand, hält auf 140 Minuten keine permanente Hochspannung, dafür sind die gesetzten Spitzen umso intensiver und dramatischer, wie die Körperwelten-Sequenz, in der Bond sich inmitten einer Menschenmenge einer Messerattacke erwehren muss, ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Spionage-Suspense-Kino, wie es besser nicht geht. Die atemlose Hetzjagd quer über ein Flughafengelände trumpft dann wieder mit erstklassiger Stuntarbeit und hartem Combat-Einsatz auf…
Daniel Craig, Mads Mikkelsen und das Pokerturnier in CASINO ROYALE
…und das war grade mal die erste Stunde von „Casino Royale“. Dreißig Minuten Streckmaterial dazwischen und das wäre bis hierhin schon ein sehr starker Actioner, „Terror Hunt“ oder so. Doch dann geht’s im Zug nach Montenegro und Bond meets his match in der verführerischen Gestalt von Eva Green, die dem lässigen Zynismus der Doppel-Null locker Paroli bieten kann und nicht nach dem ersten verschmitzten Grinsen und kecken Baggerspruch ihr Höschen zur Seite lupft. Die Green ist nicht die im Schnelldurchgang flachgelegte Rammelmatte für die Missionspause, sondern ein Charakter mit eigenem Antrieb und eigener Bestimmung in einem Plot, der immer noch einen doppelten Boden mehr offenbart, ohne sich im Selbstzweck zu vertwisten. Im Trug von Vertrauen und Verrat lernt Bond seine Lektion und er lernt sie auf dem harten Weg und daran hat Greens Vesper Lynd ihren Anteil, auch weil die „300: Rise of an Empire“-Xanthippe mit ihrem undurchsichtigen Spiel glänzt und nicht auf ihr üppiges Dekolleté reduziert wird, wie zwischendurch von Bond gefordert.

Der wiederum begegnet nicht in einem Vulkan, oder Queen bewahre in einem Eispalast seinem Gegenspieler Le Chiffre, sondern in der titelgebenden Spielbank, und was Campbell aus dieser Konfrontation am und um den Pokertisch herausholt ist, so oft dieses große Wort auch bisher schon gefallen sein mag: perfekt. Per-fucking-fekt. Ein Meisterwerk innerhalb eines Meisterwerks. Allein mit Blicken, Pokerblättern, dem Erhöhen von Einsätzen und dem Lesen ihres Gegenübers entfachen der von sich überzeugte Bond und der berechnende Le Chiffre ein Duell, wie es höchstens noch spannender sein könnte, wenn um sie herum Haie kreisen würden und sie Eier auf den Köpfen balancieren müssten, aus denen jeden Moment Schlangen zu schlüpfen drohen. Le Chiffre treibt nicht irgendeine wahnwitzige Weltvernichtungsidee an den Pokertisch, der Tränen weinende Spekulant hat zur Texas Hold’em-Runde geladen, um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, der pokert buchstäblich um sein Leben und das macht das Aufeinandertreffen mit Bond so brisant und nervenaufreibend, Le Chiffre unter den zahllosen Bond-Schurken so einzigartig.
Heißer Auftritt - sexy Eva Green als Vesper Lynd in CASINO ROYALE
Kein katzenstreichelnder Allmachtsphantast mit Lasersatelliten, aber ein skrupelloser und gefährlicher Gegner allemal, ein Fädenspanner, der im Hintergrund profitiert, eine reale Bedrohung und ein idealer Prüfstein für den arroganten Bond, und doch bloß ein seinerseits in die Ecke getriebener Handlanger, ein Zellgeschwür des modernen Terrors in einer unsicheren und verunsicherten Welt, in der Gut/Böse komplexere, unkonstantere Begriffe geworden sind. Le Chiffre ist außerdem der erste Bond-Schurke, der 007 an mentale und körperliche Grenzen treibt, sich Etappensiege gegen den sonst unfehlbaren Agenten sichert und ihn nur nicht bezwingt, weil es in „Casino Royale“ eben noch größere Bedrohungen als ihn gibt und der Film deutlich macht, dass auch Bond wie Le Chiffre nur Bauer, Läufer und Springer in einem gefährlichen Spiel höherer Damen und Könige ist. „Casino Royale“ kratzt sich das Prädikat „Bond“ nicht mit Fingernägeln von der Schale, er erschafft es vielmehr ganz neu und poliert es auf, indem der Film sich weiter in die Netzte des Terrors und der Organisationen im Schatten verästelt, statt lediglich den villain of the week aus dem Weg zu schaffen.

Am Ende, nach einem Giftcocktail und Herzstillstand, einer schmerzhaften Eiermassage und einem seine Seele zerschneidenden Verrat und Verlust scheint Bond geschlagen, von den höheren Figuren aus dem Spiel genommen. Bond hat geliebt, Bond hat gelitten, doch Bond bleibt nicht liegen. Es ist eines der verlässlichsten Gesetze der Filmegeschichte: Bond will return. Und er kommt zurück auf das Spielfeld. You know his name. Die Schlusseinstellung von „Casino Royale“ ist nicht bloß ein Filmende. Das IST der Mythos Bond, die Legende, die Ikone, aufgebaut und wiedererschaffen. Der offiziell einundzwanzigste Eintrag der Reihe ist ein Ausnahmefilm, so gut, so charakteristisch, so perfekt. Bei Daniel Craig muss man sich nicht wund diskutieren, ob er nun besser oder schlechter als Sean Connery (oder einer seiner anderen vier Vorgänger) ist, für die Ausrichtung von „Casino Royale“ ist er der perfekte Bond, agil, kraftvoll, maskulin und dennoch verletztlich und voller innerer Konflikte, ein blutender, hadernder Bond, der zerschunden seine Wunden verarztet und sich beim Blick in den Spiegel fragt, wer das Monster ist, das ihn da ansieht.
Daniel Craig, Mads Mikkelsen und die Sackfolter in CASINO ROYALE
♫Arm yourself because no one else here will save you♫ heißt es in Cornells Titelsong und dem bleiben Film und Hauptdarsteller treu, bewaffnen sich mit dem Bestmöglichen und retteten so die Bond-Reihe vor dem Abrutschen in bedeutungsloses Effekt-Kino. „Casino Royale“ ist Sequenz für Sequenz ein perfektes Bond-Abenteuer, Szene für Szene ein perfekter Agenten-Thriller, Einstellung für Einstellung ein perfekter Film. Ein 007, den vermutlich niemand mehr als Ian Fleming geliebt hätte. Daniel Craig ist die pulsierende Seele des Films, die durch die brilliante Inszenierung wie eine Urgewalt tobt, Mads Mikkelsen verkörpert großartig einen der besten, weil untypischsten Bond-Bösewichte und Eva Green sorgt dafür, dass die komplett gedrosselte und fast kitschige Romantik-Episode vor dem Showdown ihre nötige emotionale Wirkung auslöst und jener Bond aus ihr hervorgeht, der anschließend die Frauen wie seine Widersacher behandelt: gut für den schnellen Schuss, drübersteigen und vergessen. „Casino Royale“ jedenfalls ist so umschmetternd gut, dass mein Fazit über jeden vorigen und kommenden Bond-Film wohl auf ewig lauten wird »…aber so perfekt wie „Casino Royale“ ist er nicht.«

Wertung & Fazit

Action: 5/5

Keine Non Stop-Actionorgie, aber perfekt in die Story gefasst, ausbalanciert und choreographiert, vor allem Craigs harte Mann-gegen-Mann-Duelle.

Spannung: 4/5

Bei einer stattlichen Länge von 139 Minuten keine konstante Höchstspannung und Campbell weiß genau, wann er Tempo rausnehmen muss, um die gesetzten Höhepunkte umso intensiver und dramatischer zu machen.

Anspruch: 2.5/5

Bond wird nicht zum psychologischen Drama stilisiert, dennoch bietet der Film viele Charaktermomente und mehr moralischen Tiefgang, als jeder vorige Einsatz des Doppel-Null-Agenten.

Humor: 1.5/5

Kommt durch Craigs Zynimus und sein anfangs widerborstiges Zusammenspiel mit Eva Green gelegentlich auf.

Darsteller: 5/5

Brilliant besetzt mit einem Hauptdarsteller, der die Leinwand wahrlich beherrscht und einem der besten, weil untypischsten Bond-Girls.

Regie: 5/5

Martin Campbell verhalf bereits Pierce Brosnan zu einem überzeugenden ersten Einsatz, den Neustart der Reihe meistert er bravourös und inszeniert einen der besten und stilvollsten Agenten-Action-Thriller überhaupt.

Film: 10/10

Der beste Weg, den das James Bond-Franchise nach dem verkorksten „Die Another Day“ einschlagen konnte: kraftvoll, treibend, hintergründig, so hart und roh, vor allem aber so gut wie kein 007-Film zuvor und seitdem. Verbindet und konterkariert brilliant den typischen Bond-Glamour mit einem modernen Actionfilm und wunderbar klassischen Anleihen, großem Stilbewusstsein und herausragenden Sequenzen. Perfekt.

Mehr zum Film

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Kommentare

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  • Flo Lieb 95 Kommentar(e)

    Der beste Bond ist On Her Majesty’s Secret Service – das weiß doch jeder 😛

    • Flynn Hardy 199 Kommentar(e)

      Auch wenn ich damit jetzt meine Kompetenz untergrabe: hab ich nicht gesehen *duck und weg*

  • franziska-t 7 Kommentar(e)

    Ich hatte ja mit James Bond vorher wenig am Hut, aber durch CASINO ROYALE und insbesondere Daniel Craig habe ich dann doch irgendwie einen Zugang zur Reihe gefunden. Wahrscheinlich lag es daran, dass mir Pierce Brosnans Bondfilme einfach zu überdreht waren. Ich darf da nur an Panzerfahren durch die Innenstadt oder ein unsichtbares Auto erinnern. Das war einfach zu viel des Guten, aber eben Teil der damaligen Schneller-Höher-Weiter-Mentalität, die aktuell ja wieder ein Revival im Kino zu feiern scheint. CASINO ROYALE war da für mich das perfekte Gegenprogramm: Action wohldosiert und viel Story (was ich auch an SKYFALL sehr mochte).

    • Flynn Hardy 199 Kommentar(e)

      Ich hatte mit Bond auch vorher schon was am Hut oder sonstwo, die Connery-Filme mag ich überwiegend sehr gerne, FROM RUSSIA WITH LOVE ist mein zweitliebster Bond nach CASINO ROYALE. Die Brosnans… müsste ich mal wieder gucken, aber zumindest die ersten beiden hab ich als gelungen im Gedächtnis, den dritten als langweilig und DIE ANOTHER DAY war natürlich genau die von dir benannte überdrehte Schneller-Höher-Weiter-Katastrophe schlechthin 😉

  • Fliegbertvonsichthofen 20 Kommentar(e)

    Kann mich nicht mit weniger als 10/10 anschließen. Und meiner Meinung nach, da der “gerade gesehen” – Effekt nach 10 Jahren und bestimmt mindestens 10 Sichtungen meinerseits vorbei sein sollte, auch bester Bond der gesamten Ära. Obwohl man sicherlich das perfekte Timing nach dem Computerfilmchen “Die another Day” berücksichtigen sollte.

    Super Bond, geerdeter Gegenspieler, bestes Bondgirl und ein passender (wenn auch oft kritisierter) Bondsong. Und dabei mal ganz nebenbei thematisch sinnvoller und von der Spannung daher auch greifbarer als jedes Superschurken – Teekränzchen in einem Vulkankrater. Vor allem das rechne ich diesem und auch dem zwar schlechteren, aber immer noch experimentell – mutigen “Quantum” hoch an. Bin gespannt auf deine “Specte” – Kritik, denn der Film ist in wohl vielen Belangen ein Gegenpol zu “Casino Royale”.

    • Flynn Hardy 199 Kommentar(e)

      Jep, alles vollkommen richtig 😉
      “Quantum” schaffe ich leider nicht nochmal zu gucken, weil dieser Klotz von Text da oben so elendig lang geworden ist, von “Skyfall” war ich ja mittelschwer enttäuscht und ich erwarte eigentlich nicht, dass mir “Spectre” gefallen wird. Würde das Fazit der Craig-Ära für mich nach diesem gloriosen Auftakt leider als bestenfalls “durchwachsen” abschließen. Aber wart ma’s ab, irgendwann heute Nacht, wenn der Stream verfügbar ist, weiß ich mehr 😉

    • Fliegbertvonsichthofen 20 Kommentar(e)

      Moment, Scheiße, beeinflussen wollt ich dich jetzt nicht, dachte du hättest ihn zumindest einmal gesehen. 😀 Red wohl besser weiter, wenn deine Kritik draußen ist.

    • Flynn Hardy 199 Kommentar(e)

      😀 Keine Sorge, ich hab diese Haltung gegenüber “Spectre” schon seit kurz vor Kinostart!

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