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SPECTRE: Kritik zu Daniel Craigs viertem James Bond-Abenteuer (Blu-ray)

Von Flynn Hardy vor 3 Monaten geschrieben03 / 2016Kritiken7 Kommentare
SPECTRE Filmkritik Review Rezension

Die Story

Mexico City am festlich begangenen Día de Muertos: MI6-Agent James Bond ist auf der Spur des Terroristen Marco Sciarra und kann in gewohnt waghalsiger und Kollateralschäden nicht scheuender Weise ein Attentat auf ein Fußballstadion verhindern. Allerdings ohne Einsatzgenehmigung oder auch nur im Wissen seines Vorgesetzten M. Der suspendiert Bond daraufhin, der im Duell mit Sciarra jedoch auf einen Ring mit einem merkwürdigen Symbol gestoßen ist und Ms Assistentin Moneypenny und Quartiermeister Q einspannt, um sich an die Fersen eines Verbrechersyndikats zu heften. Während Bond in Rom auf den totgeglaubten Franz Oberhauser trifft bekommt es M in London mit den Plänen des Regierungsbeamten Max Denbigh zu tun, der das Doppel-Null-Agentenprogramm so schnell wie möglich einstampfen und stattdessen das Nine-Eye-System zur globalen und vollständigen Überwachung installieren will. Bond indes macht sich mit der Psychologin Dr. Madeleine Swann, Tochter eines alten Bekannten, auf die Jagd nach Oberhauser…

Die Filmkritik

»I’d rather break this glass and slash my wrists«, antwortete Daniel Craig im Oktober nicht etwa auf die Frage, ob er im nächsten Adam Sandler-Film cameoen wolle oder ob er Details seines Set-Besuchs bei J.J. Abrams’ „Star Wars: The Force Awakens“ preisgeben möge, sondern darauf, ob er sich vorstellen könne, ein weiteres James Bond-Abenteuer zu drehen. Übellaunig und amtsmüde, des Doppel-Null-Zirkus überdrüssig wirkte der blonde Brite während der Pressetour zu seinem vierten Einsatz im Geheimdienst ihrer Majestät und gepaart mit einer ordentlichen Portion Erschöpfung kann man sich so ähnlich auch nach Ansicht von „Spectre“ fühlen, der Nummer Vierundzwanzig im offiziellen Bond-Kanon. Sam Mendes’ „Skyfall“-Nachfolger ist in Summe kein richtiggehend schlechter 007-Film, aber ein angestrengter und anstrengender. Die »boah, mehr!«-Euphorie nach „Casino Royale“ ist drei Episoden später endgültig einem »puh, genug!«-Katzenjammer gewichen.
Dia de los muertos - Stephanie Sigman und Daniel Craig in SPECTRE
Mendes, der als erster Regisseur seit John Glens Fünf-Filme-Run in den 1980ern mehr als einen Bond am Stück inszeniert, liefert mit „Skyfall“ und „Spectre“ im Grunde das selbe Muster: fangen stark an, bauen mächtig ab und beschädigen das Vorangegangene retrospektiv. Das Opening in Mexico City ist protzig und bondpös, Hoyte van Hoytema macht seinem wunderbar gegenwärtigen Namen alle Ehre und zeigt Triple-Oscar-Gewinner Emmanuel Lubezki („Birdman“) und Sturla Brandth Grøvlen, Silberner Löwe für „Victoria“, dass er den Trick mit dem endlosen Tracking Shot auch drauf hat. Ein einkrachendes Gebäude und ein kreiselnd-loopingdrehender Hubschrauber-Stunt pudern dick auf und wie vieles in „Spectre“ geht das alles zwei, drei Minuten zu lange, ohne die dramatic tension zu erhöhen, aber es ist Bond, es ist spectrekulär, mag im Hinterkopf auch der innere Walter Sobchak aufspringen (»Übertriiiiieben!«).

Es folgt eine grauselig-schlechte Hentai-Titel-Sequenz mit softer Tintenfisch-Erotik und Sam Smith’ klagevollem „Writings on the Wall“, den die Academy wohl einzig deshalb zum Oscar gewählt hat, weil das hochfrequente Gefiepse als einziger der nominierten Songs durch ihre Hörgeräte gedrungen ist (ohne Quatsch, mein Hund fängt bei dem Lied an zu grummeln…). Rein melodiös ist die Ballade immerhin ganz nett und verströmt schon das gewisse Bond-Flair, wenn sie über den Film immer mal wieder in den Score eingearbeitet wird. Dennoch eher Aus mit gehässigem Spruch beim Casting, als Einladung zum Recall für Grammy-Preisträger Smith, der eigentlich mehr kann. Sobald sein Menetekel verklungen ist zieht „Spectre“ vorerst den Stecker, Bond muss zum Rapport bei M antreten und reagiert mit nonchalanter Impertinenz auf die Fragen nach seiner rogue operation und lässt sich verdächtig artig auf die Finger klopfen.
Monica Bellucci und Daniel Craig in SPECTRE
Eine „Skyfall“-Nachlassverwaltung mit Moneypenny, die erklärende Botschaft einer Toten und ein Meeting mit Q später verschlägt es Bond nach Rom, ins Bett der trauernden und todesängstigen Witwe Monica Bellucci, was sogar für 007beischläfer-Verhältnisse ziemlich rüde rüberkommt, und auf die nächtliche Tagung einer Geheimorganisation, die sich mit Zahlen und Erfolgsbilanzen die Nippel hart schubbert, ehe ihr ehrfurchtgebietender Kopf dazustößt. Stimmungsaufbau und knisternde Spannung verwechselt Mendes hier öfter mit Verzögerung und Trägheit, die sich auch bemerkbar macht, weil „Spectre“ bis zu diesem Punkt zwar edel anzusehen, aber überhaupt nicht erfühlbar ist, da ist noch keine echte Story im Gange, noch kein involvierender Aufhänger angebracht und rückbetrachtet tut der Film wohl nur so tüster-tüster-geheimnisvoll, weil es rein gar nichts an Story gäbe, das er hier bereits so weit hätte anreißen können, dass man in Bonds touristisches Schauplatz-Hopping investieren würde.

Ja, „Spectre“ schaut in seinem goldbraun-blaugrauen Look aus wie ein Film, der für seine technische Ausführung Respekt verdient, dahingehend eine Qualität erzeugt, die standartbedienend und bondgerecht zugleich ist, aber die von Mendes eingebrachte Stilistik erzeugt auch eine Distanz, „Spectre“ läuft nach dem Opening nicht mehr warm, der Film ist kalt und abweisend, und das nicht erst, wenn Bond im verschneiten Österreich Halt macht. Auch die folgenden, ihrerseits lecker geknipsten, aber geschmacklich faden Action-Szenen entfachen das Feuer nicht: das Spectrekel am Craig-Bond, das einen als Zuschauer an seine Interpretation der Doppel-Null knüpfte, war ursprünglich seine stark betonte Physis, dieser rohe Berserker-Mode, in den Craig in den Action-Einlagen hochgeschaltet hat, doch nach der Eröffnungssequenz umgibt Bond sich in „Spectre“ mit Schutzmänteln, die Verfolgungsjagden in Nobelkarossen und im Flugzeug durch Rom und Alpengelände sind unpersönliches Vehikelkino, wie „Casino Royale“ es gar nicht hatte, routiniert runtergekurbelter, aber distanzierter 0(07)8/15-Karossen-Crash, statt unmittelbarer hand-to-hand-Combat und voller Körpereinsatz.
Schattenmann - Christoph Waltz in SPECTRE
Da muss zur neunzig Minuten-Marke schon ein Train Fight nach Vorbild von „From Russia with Love“ den Film sucker punchen und ihm die Lizenz zum Trotten entziehen, doch dem Waggon-Gebolze zwischen Bond und dem schweigsamen Henchman Mr. Hinx fehlt ein weiteres Merkmal, das die Mendes-Bonds ab dem Punkt unverständlicherweise gestrichen haben, an dem 007s Schussverletzung in „Skyfall“ keine Rolle mehr für die Handlung spielte: Härte und Konsequenz. „Casino Royale“ hatte Bond das Bluten beigebracht und das Blessuren nicht nur auftreten, sondern auch länger als bis zum nächsten Schnitt oder Schauplatzwechsel verweilen können. Hinx nun prügelt Bond wie einen Punchingball mit Triple Hs Konterfrei darauf (das ist ein Wrestling-Insider…) durch die Abteile und der Fight an sich ist wie sein schnödes Ende ganz geil – aber Bond hat danach nicht einen verfluchten Kratzer. Come on, that’s „Fast & Furious“-Logic!

Sicher braucht nicht jeder Bond-Film nach „Casino Royale“ eine blutsudelnd-wundenleckende »why the fuck am I doing this?«-Szene, aber der schon in „Skyfall“ mehrfach angedeutete und in „Spectre“ endgültig vollzogene Fusionsakt weiter weg von der neuen, wieder mehr hin zur alten Ausrichtung des über fünfzigjährigen Franchise gebiert einen sich von sich selbst abstoßenden Hybriden. „Spectre“ ist zwar ein ungemein konzentrierter Bond-Film, zweieinhalb Stunden Stirn runzeln und Miene versteinern, im Verwenden der klassischen Extrakte der Reihe ist er ganz nah dran an der Connery-Ära, nur der Zusammenfluss mit der Craig-Dekade ist nach der gimmickhaften Umsetzung in „Skyfall“ diesmal wahnsinnig angestrengt und funktioniert einfach nicht. „Casino Royale“ hatte eine galante Erdung, in allen Bereichen, darin etablierte und reicherte der Film den neuen 007 an, „Spectre“ ist self-serious wie die Diagnose einer untherapierbaren Krankheit, aber kommt dann mit so rückwärtsguckend-überhöhten Story- und Setting-Elementen, dass es sich unmöglich vertragen kann.
Action in Österreich - Daniel Craig in SPECTRE
[ACHTUNG, die folgenden Absätze haben die Lizenz zu spoilern!]
Wer seinen Bond unverwundbar, seine Handlanger überproportional, seine Superschurken an ausgefallenen Orten residierend, ihre Pläne weltherrschaftlich und die Bond-Girls eindimensional-bettwillig mag, bekommt in „Spectre“ die Möglichkeit zum ’60s/’70s/early’80s-Schwelgen, bis einem auffällt, dass der Film das nicht schwungvoll-locker mit dem Geist der alten Zeit reminiszieren kann, wenn er es ansonsten todernst mit der gequälten 00Seele meint. Craig zementiert seine markanten Gesichtszüge mehr und mehr zum starren Abbild eines gequälten Emo-Krüppels, während „Spectre“ mit der letzten Stunde ins Bodenlose fällt und einen schrecklich schiefgehenden Continuity-Stunt vollführt, mit dem er alle Craig-Bonds und ihre Begebenheiten in einer den Waltzer des Irrwitzes tanzenden Überkonstruktion zu verknüpfen versucht, Bilder und Namen von alten Gegenspielern und Verbündeten tauchen auf, von Verlust und Schmerz und hinter allem stand, ja nee is klar, die ganze Zeit ein Mann: Franz Oberhauser, dä-dä-däääääähn!!!

Nö, Leute. Tut mir Leid, ich fress das nicht. So geschickt „Casino Royale“ die innerhalb des Bond-Universums bedenkliche Tatsache auch einfügte, dass da Drahtzieher von außen das Agenten-Spiel um Bond orchestrieren, so wenig überzeugend löst „Spectre“ diese Nummer nun auf, die nach „Quantum of Solace“ eh bereits halb geklärt und dreiviertel vergessen schien. Der Film verkauft nichts von dem ausreichend und angemessen, was er in der letzten Stunde behauptet und die einzig angebrachte Reaktion auf den Sermon von Oberhauser Christoph Waltz wäre ein abwinkender Daniel Craig, der mit den Worten »I’m outta here!« vom Set stiefelt. Vorbei am schnurrenden Mr. Bigglesworth, raus aus dem Kometenkrater, der den Vulkanunterschlupf ersetzt, ab durch die Wüste, in Ms Büro und um einen Schurken mit weniger vorschulhaften Motiven bitten.
Bond-Girl Lea Seydoux und Daniel Craig in SPECTRE
Javier Bardems Jack Sparrow Joker Gollum-Schurken Silva in „Skyfall“ fanden alle toll, doch schon dessen »ich verklag das Restaurant, wenn der Kaffee zu heiß ist«-Mentalität und sein »Mama M war gemein zu mir«-Geheule waren auf der Motivebene total lächerlich, was „Spectre“ jedoch Oberhauser andichtet lässt fragen, ob die Drehbuchautoren Neal Purvis, Robert Wade und John Logan ihre Konflikentwicklungen in Kindergärten recherchieren. Und falls da an ihrem Umsetzungsschluss was dran ist sollten Pflege- und Adoptiveltern dringend ihre leiblichen Kinder im Auge behalten. Denn in denen schlummern Superschurkenpotenzial und Weltherrschaftsphantasien, sofern sie sich vernachlässigt fühlen. Da muss zukünftig mit aufrüttelnden Clips und Broschüren drauf hingewiesen werden und Cellurizon macht den Anfang: Liebe Pflegeeltern, bevorzugt nicht das in Obhut genommene traumatisierte Kind, das gerade seine Eltern verloren hat. Euer leiblicher Sohn könnte das missdeuten und später mal richtig doll böse werden. Also, so richtig doll. Und man kann nicht davon ausgehen, dass jedes Pflegekind zum Ausgleich ein Superspion wird, also seid vorsichtig mit der Verteilung eurer Zuneigung!

Aber mal ohne Quatsch: wie können die „Spectre“-Macher bei sowas zum selbstzufriedenen Zeitlupen-Nicken angesetzt und gedacht haben, dass DAS und dass das SO ihr großer Drahtzieher-Twist ist?! Der Kopf einer global operierenden Terrororganisation lässt es dreieinhalb Filme lang zu, dass ein MI6-Agent ihre Geschäfte empfindlich stört, nur weil er von dessen selbstzerstörerischem Werdegang so angeturnt ist und ihm von Angesicht zu Angesicht ein paar Löcher in die Birne bohren will, da die beiden eine banal konstruierte Sandkastenrivalität verbindet, für die Bond nichtmal was kann. DAS ist also der Endboss, »mein Papi hatte dich mehr lieb, also mach ich dir das Leben zur Hölle, während eigentlich du mich dabei ständig ins Knie knödelst und überhaupt tausend Zufälle in Kraft treten müssen, damit indirekt irgendwas mit irgendwas anderem überhaupt irgendwas zu tun hat – irgendwie…« Also bitte. Dann lieber Schurken, die die Weltherrschaft einfach nur wollen, weil sie gerade im Angebot ist.
Kampf im Zug - Daniel Craig und Dave Bautista in SPECTRE
Mit Christoph Waltz hat „Spectre“ nach Bardem den nächsten Oscar-prämierten Bösewicht an Bord, aber auch der kann am Fehlkonzept der Oberhauser-Figur nichts retten, spielt seinen inzwischen mehr als gewohnten Waltz-Stiefel charmant-geschwätziger Eloquenz in seinen fünf, sechs Minuten Screentime runter, drischt schurkentypisch eine ornithologische Tierreichmethaper und bekommt trotz big time Blofeld-Reveal nie das erforderliche Gewicht für die Bond-Entwicklung der Craig-Ära. Und wie kann denn ausgerechnet aus dem Showdown mit dem Überbösewicht der Craig-Quadilogie, mit dem angeblichen author of all his pain, dem Mastermind unter den vergleichsweise Halbgeistigen, wie kann dieser Showdown die lapidarste Action-Sequenz mindestens des Films, vielleicht des gesamten Franchise sein?! $245 Millionen Budget, einige Minuten vorher die größte Explosion der Leinwandgeschichte so nebenbei und beinahe unzugehörig im Hintergrund verkloppt, und dann ist euer Showdown ein verwüstetes, menschenleeres MI6-Gebäude, ein Boot, ein gezielter Schuss und ein abschmierender Helikopter, aus dem sich kriechend und geschlagen DER bad guy robbt?!

Nee, das ist viel zu unspectrekulär. Einen Großteil der vorigen Absätze mag es sich anders lesen, aber nochmal: „Spectre“ ist kein schlechter Bond-Film, der hat seine guten Seiten, nur steht er überhaupt nicht im Einklang mit den ersten beiden Craig-Bonds und vor allem nicht mit „Casino Royale“. Das müsste er auch nicht, die 007-Abenteuer von Connery, Moore und Brosnan hatten ebenfalls nicht die ganz dichte Stringenz und veränderten sich über ihre Entstehungszeiträume, aber da „Spectre“ krampfhaft einen übergreifenden Bogen zu spannen versucht ist klar, dass man ihn schwerlich als ordentlichen, etwas absonderlichen Einzelfilm akzeptieren kann, wenn er derart beschissene und unplausible Verbindungen zwischen sich, „Casino Royale“, „Quantum of Solace“ und „Skyfall“ zusammenspinnt und den diversen Endgültigkeitsparametern, denen er Bond aussetzt, kein Gewicht verleiht. Waltz ist kein überzeugender Endgegner, Léa Seydoux sieht neben Craig zwanzig Jahre zu jung aus und hat nicht mal einen Hauch von genug Persönlichkeit, um für ihn plötzlich die Gespielin zu sein, für die er das geheimagenten und morden hinschmeißt. Dafür genügt der obligatorische out of nowhere-Bumms und ein gehauchtes »I love you…« nicht.
Daniel Craig als James Bond in SPECTRE
„Spectre“ ist lang und mühseelig, ein Kraftakt von Film, stylisch, aber oft unstimmig inszeniert, Mendes’ Faible für den farbgedämpften, goldbraunen Überstrich seiner Bilder gibt dem Film einen gewissen Merkmalwert, klumpt die unterschiedlichen Schauplätze jedoch auch optisch zu gleichförmiger Masse statt signifikante Ereignisdramatik zu schaffen (auch etwas, das „Casino Royale“ stilistisch perfekt vorlegte und in den Mendes-Nachfolgern verlorenging…), die Anleihen oder offene Auslebungen des klassischen Bond-Feelings vertragen sich nicht mit der schwerköpfigen Gangart und der bitterernsten Figurengenese, der Sub-Plot um Ralph Fiennes’ M und Andrew Scotts gelackten C um globale Überwachung und eine Droniesierung des operativen Geheimdienstes ist sofort durchschaubar und dementsprechend lästig in der Ausführlichkeit, mit der der Film immer wieder darauf zurückkommt. Und so endet die Craig-Ära. Unwürdig, nach ihrem so perfekten Beginn…

Wertung & Fazit

Action: 3/5

Handwerklich ist das alles ordentlich, aber neu oder aufregend sind die Sequenzen nach der spektakulären Eröffnungsnummer nicht mehr. Sehr gewöhnliche Verfolgungsjagden und Schießeren wie auf der Kirmes: keine echte Herausforderung.

Spannung: 2/5

„Spectre“ lässt vor allem kalt. Der hat seine stimmungsvollen Sequenzen, nimmt sich oft aber den entscheidenden Tick zu viel Zeit und könnte durchaus flotter sein, ohne etwas zu verlieren.

Anspruch: 0.5/5

Versucht, Bond eine Psychologie, seiner Geschichte ein Profil zu verleihen – und ist dabei in der letzten Stunde von so absurd dämlicher Charaktermotivation getrieben…

Humor: 0.5/5

Zynische Sprüche und ein paar wahrheitsgemäß beantwortete Untertreibungen, überwiegend nimmt „Spectre“ sein teils klassisch-überhöhtes Geschehen aber sehr (und viel zu) ernst.

Darsteller: 3/5

Craig spielt nicht so 007-müde, wie er die Pressetour durchgezogen hat, kann Bond aber (wie der Film insgesamt) überhaupt nichts Neues mehr abgewinnen. Waltz enttäuscht vor allem durch die hanebüchene Schurken-„Motivation“, Léa Seydoux ist trotz Talent ein 08/15-Bond-Girl.

Regie: 2/5

So durchwachsen wie „Skyfall“ und noch weniger mit den eigenen und althergebrachten Stilmitteln der Bond-Reihe im Einklang.

Film: 5/10

Persönlich gesagt: die drei letzten Bonds waren nicht das, was ich mir nach „Casino Royale“ erhofft und erwartet hatte. Nach dem künstlerisch fahrigen „Quantum of Solace“ sind die beiden Mendes-Filme besonders auf erzählerischer und tonaler Ebene unzulänglich und enttäuschend, da beide technisch edelst sind, stilistisch stark beginnen und ab der Hälfte enorm abbauen, ihre (sicherlich vorhandenen!) guten Ansätze nicht in entsprechende Auflösungen ummüntzen.

Mehr zum Film

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Kommentare

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  • Tora_larsson 31 Kommentar(e)

    Naja, wenigstens hat der beste Kameramann aller Zeiten diesen Film fotografiert. 🙂
    (Kann man das so nennen? Fotografiert? Oder eher gefilmt?) 🙂

  • donpozuelo 192 Kommentar(e)

    Jupp… das war letztes Jahr für mich auch eine der größten Enttäuschungen. Ich hoffe wirklich, dass sie sich im nächsten ein bisschen mehr Mühe geben. Letztes Jahr war voller guter Agenten-Filme, nur der Vater aller Agenten-Filme gehörte irgendwie nicht dazu.

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Ja, schon irre, um wieviel besser zum Beispiel der fünfte Mission: Impossible war und das auch noch mit ‘nem fast identischen Plot 😉

  • Max 1 Kommentar(e)

    Ich finde den Film besser als von dir beschrieben und würde ihm 7/10 Punkten geben auch wenn er sicher seine Schwächen hat, hat er mich ingesamt gut unterhalten

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Joa, warum nicht, Geschmäcker sind verschieden 😉

  • Fliegbertvonsichthofen 19 Kommentar(e)

    Sehr gut geschrieben, seh ich alles ziemlich ähnlich. Schreckliche Figuren (ich weiß nach diesen John Logan Büchern einen ungemein effektiver erzählten Streifen a la Paul Haggis jetzt mehr und mehr zu schätzen), lebloses Bondgirl, verschenkter Waltz und sehr ärgerliche Sidestory um Überwachung, quasi nur eine Umlokalisierung der “Skyfall” – Überwachungsthematik auf eine andere Ebene, die den Zuschauer ja beinahe schon verarscht. Im Theater hätten die Leute das Geld vermutlich zurückgefordert, weil sie das gleiche schonmal davor so gesehen haben 😀

    Aber das wohl schlimmste, auch von dir geschildert, ist wohl die sehr fade Action, ein 100% Kontrast zu Craig’s Anfängen. Dass ich bei einem Bondfinale dann auch noch auf die Uhr geguckt habe, um mich zu vergewissern, welche Einstellung denn jetzt die letzte ist, das ist, glaube ich, so ziemlich das Schlimmste, was man mir bei einem Bond-Film antun kann..

    • Flynn Hardy 174 Kommentar(e)

      Joa, da scheinen wir uns durchgehend einig zu sein 😉

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