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Self-aware S01E03: achtest du eigentlich auf dein Aussehen, Filmblogosphäre?

Von Flynn Hardy vor 5 Monaten geschrieben03 / 20165 Kommentare
Self-aware season 1 ep 3

Neulich, nach meinem Wiedereinstieg in die Filmblogosphäre, habe ich das nützliche Filmblogverzeichnis der Kollegen von SchönerDenken durchgesehen. Zunächst gar nicht, um mich mit spannenden Inhalten auseinanderzusetzen, sondern um nach viermonatiger Webpause erstmal zu sehen, wer überhaupt noch da, dazugekommen oder auch inzwischen verschwunden ist und was grade im groben Schnitt so los ist auf den deutschen Filmblogs.

Wie ich mich da so durch die rund 200 Einträge des Verzeichnisses klickte und über die Ergebnisse scrollte, stellte ich mir irgendwann eine Frage: wieviel an Gedanke, Zeit und Mühe investieren die Filmblogger-Kollegen eigentlich in das Aussehen ihrer Seiten? Nicht in den Inhalt, nicht in Kritiken, Themen und Thesen, sondern ausnahmsweise mal style over substance: wieviel Aufwand steckt ihr rein in die oberflächliche Optik, ins Design, aber auch in die Funktionalität und Usability. Oder anders gefragt: achtest du eigentlich auf dein Aussehen, Filmblogosphäre?

Zweck- oder individuelle Designs?

Ohne hier eine wertende Bestandsaufnahme vorzunehmen oder gar anprangernd sein zu wollen: nicht jeder Filmblog würde einen digitalen Schönheits- oder Innovationswettbewerb gewinnen. Wofür sie ja auch gar nicht gedacht sind. Viele Filmblogs sehen sich spätestens unterhalb des Headerbereichs recht ähnlich, das klasssisch-pragmatische „weißer Hintergrund, schwarze Schrift, blaue Links“-Webschema wird häufig verwendet, die Sidebars sind wiederkehrend mit den gleichen Widgets (Monats-Archive, Linklisten,…) befüllt und nicht unbedingt jeder Blogger scheint den ganz ausgeprägten Sinn für die Anordnung von Elementen und für die Les- und Unterscheidbarkeit von Überschriften oder Metadaten im Verhältnis zum Artikeltext zu haben, was Größen-, Schriftart- und Farbgestaltungen angeht. Einige achten zudem nicht auf Übersetzungen oder haben keinen Einfluss darauf, so ist auf manchen komplett deutschsprachigen Blogs halt hier und da ein „Leave a reply“ zu lesen.

Kontraste setzen einige Blogs mit besonders dunklen Hintergrundfarben und heller Schrift, oder solche mit full size Background Images und farblich unterlegten Textboxen für Titel und Content. Viele setzen auf funktionable und bewährte Zweckdesigns, wie sie ja gerade auf den WordPress.com- und Blogger-Seiten durch vorgefertigte und nur minimal individualisierbare Themes vorgegeben werden. Als Selbsthoster hat man da natürlich ganz grundsätzlich größere Möglichkeiten und das sind dann auch meist die „Gesichter“ der Filmblogosphäre mit höherer Unterscheidbarkeit und einigen, nicht immer zwingend nutzvollen Gimmicks in der Gestaltung mehr. Slider-Varianten, hinter den Content scrollende Backgrounds und so was. Denen gelingt auch oft die Einbindung von Artikelbildern etwas fließender, natürlicher im Verhältnis zum Text, und ein paar nette Grafikspielereien kann man dabei außerdem entdecken.

Über die inhaltliche Qualität der Schreiber sagt das natürlich alles gar nix aus, aber wieviel Wert auf Gestaltung legt ihr eigentlich, sowohl als Leser, wie auch als Ersteller eines Filmblogs?

– Wie wichtig ist euch ein individuelles Design, besondere Gestaltungsmerkmale, die eure Seite von anderen abheben und auf den ersten Blick kennzeichnen und wie versucht ihr dies zu erreichen?

– Beschäftigt ihr euch fortlaufend mit Webdesign-Trends, arbeitet ihr überhaupt an Quellcodes und CSS-Dateien? Oder sagen euch diese Begriffe gar nichts?

– Fügt ihr euren Themes besondere Funktionen hinzu oder verlasst ihr euch komplett darauf, was z.B. WordPress euch als CMS an Theme-Auswahl anbietet und übernehmt halt dasjenige, das euch rein optisch gefällt?

– Testet und optimiert ihr eure Seiten regelmäßig, zum Beispiel mit den Webmster-Tools von Google?

– Welche Seiten in- und außerhalb der Filmblogosphäre gefallen euch von ihrer Gesatltung her besonders gut oder sind für euch ein Designvorbild?

Mein eigener Designansatz

Ich habe 2009 begonnen, neben dem reinen Bloggen und Schreiben von Artikeln auch das Designen und Coden zu übernehmen. Ich hab mir über die Jahre ein Basiswissen über Webdesign und die Funktionen von Websites angeeignet und ich bilde mich da stetig weiter. Cellurizon hat mehrere Redesigns, Funktionserweiterungen und -streichungen durchlaufen, war mal aufgeblähter und bunter, dann wieder minimalistischer und reduzierter gestaltet. Ich stecke tatsächlich locker mindestens die selbe Zeit in die optische wie inhaltliche Gestaltung der Seite, die deutliche Mehrzahl der Quelldaten ist selbstgeschrieben und basiert lediglich noch auf dem Grundgerüst eines vorhandenen Themes.

Wichtig ist mir zum Beispiel eine gewisse optische Stringenz in den Gestaltungsmerkmalen, jede Seite soll als Cellurizon-Seite erkennbar sein, mein Grau/Schwarz/Dunkelorange-Farbcode zieht sich durch verschiedene Elemente und Strukturen der Seite, nicht nur optisch, sondern auch funktionell. Besonders den Kopfbereich der Artikel habe ich zuletzt deutlich „offensiver“ gestaltet, Schriften und Bilder sind größer geworden, die Sidebars reichhaltiger mit spezifischen weiteren Artikeln zum selben Film/aus der selben Kategorie gefüllt, um einen guten Klickfluss zu ermöglichen. Dem dient etwa auch der mitscrollende Header. Ich setze dabei außerdem auf kräftige, klar unterscheidbare Farben für Schrift, Links und Hintergrundakzente.

Eure Meinung?

Dann lass mal hören, Filmblogosphäre, ich bin gespannt auf eure Meinung zum Thema, lasst also gerne einen Kommentar da und erzählt, wie ihr es so mit eurem Blogdesign handhabt!

Kommentare

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  • Wulf | Medienjournal 23 Kommentar(e)

    Also ich muss sagen, dass ich schon gehörig Mühe in das Aussehen meines Blogs investiert habe und wenn ich ältere Screenshots meiner Seite sehe, schüttelt es mich auch in regelmäßigen Abständen, aber wie du ja auch schon richtig schreibst, hat man da als Selbsthoster merklich andere Möglichkeiten, als wenn man sich auf vorgegebene Themes verlassen muss. So war für mich der Umzug zur eigenen Domain zusammen mit dem Wechsel zu WordPress auch der Startschuss, mich einmal näher gehend mit HTML und CSS auseinanderzusetzen und es hat mir schon viel Freude gemacht, mich da reinzufuchsen. Zwar habe ich da auch auf ein fertiges, kostenloses Theme zurückgegriffen, doch kann man ja letztendlich individualisieren wie man lustig ist, was ich auch gerne und stetig getan habe. In letzter Zeit – und nach dem Mammut-Projekt, mehrere hundert Artikel an das ‘aktuelle’ Design anzugleichen – ist es bei mir in der Beziehung aber auch deutlich ruhiger geworden.

    Also ja, ich achte schon auf ‘mein’ Aussehen, auch wenn ich natürlich nicht beurteilen kann, wie das eigentlich so ankommt, denn für irgendwelche Analysen des Nutzerverhaltens fehlt mir dann doch auch die Zeit und Lust 😉

  • franziska-t 7 Kommentar(e)

    Ich lege großen Wert auf Übersichtlichkeit, allerdings ist das bei den meisten Designs, die einem bei WordPress vorgeschlagen werden, ja gegeben. Ich habe ein Responsive Design, das heißt, der Inhalt passt sich an das Endgerät an. Ansonsten versuche ich die Seite so aufzubauen, dass man schnell genau das findet, was man sucht. Dabei habe ich mich von anderen Blogs inspirieren lassen, bei denen mir entweder etwas gut gefiel oder ich etwas vermisst habe. Manche Filmblogs sind sehr ausführlich, da kann man nicht nur den Filmtitel suchen, sondern auch das Herstellungsland, die Laufzeit (wen interessiert das?) oder die Punktzahl mit der Blogger XY den Film bewertet hat (wer filtert denn bitte danach?). Ich versuche einen Mittelweg zu gehen. Nicht jede sinnlose Information zu einem Film posten, dafür das kommentieren, was wichtig ist.

  • Mark 1 Kommentar(e)

    Ich hab mir ein fertiges Theme genommen, das selbst zu machen fehlt es mir einfach an Wissen. Aber bei dem was ich innerhalb der Artikel gestalten kann bzw. für die Widgets nehme ich mir viel Zeit und habe da vermutlich deutlich mehr Zeit reingesteckt, als in den eigentlichen Inhalt. Ich denke, auf Dauer wird man für Inhalte und Design gleichviel Zeit aufwenden, wenn man nicht gerade 0815 wirken möchte.

  • Sebastian 8 Kommentar(e)

    Ich mag diese Rubrik ja immer mehr. Respekt.

    Ich muss gestehen, dass ich was das Design angeht ne absolute Nullnummer bin. Weniger als bedingte HTML- und CSS-Kenntnisse und die feste Meinung dass roter Text auf schwarzem Background ne tolle Idee ist hat dazu geführt, dass bei uns in solchen Dingen meine Frau das Zepter in der Hand hat und mir persönlich gefällt auch echt gut, was sie da gebastelt hat. Sie hat auch Spaß an solchen Dingen, warum sollte ich mich also mehr als nötig damit beschäftigen.

    Das Problem bei der Usability ist, dass sich durch so ziemlich alle Rezensionsblogs ein klassisches Schema in die Handhabung eingeschlichen hat. Warum aber auch nicht. Ordentlich geführte Archivseiten, die aktuellen Kommentare und vielleicht eine Übersicht der Kategorien sind für mich als Leser schon recht wichtig und so ist der Aufbau ja auch zumeist. Wenn ich mühsam durch ewig viele Seiten klicken muss, mache ich den Blog schneller zu als man gucken kann. Wichtig ist mir auch, dass es am Handy gut lesbar ist.

    Ich nutze zur Prüfung die Webmaster-Tools und die Statistikdaten, allerdings kann man alleine damit, wir Bullion schon sagt, ohne klar definierte Ziele nur bedingt etwas anfangen.

  • bullion 39 Kommentar(e)

    Puh, ein schwieriges Thema. Ich würde mich tatsächlich gerne mehr mit Design auseinandersetzen, aber dank WP.com sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Dennoch versuche ich nutzerfreundlich zu denken und an den richtigen Stellen die richtigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

    Um es richtig professionell aufzuziehen, müsste man beständig A/B-Tests durchführen, dann wieder anpassen, wieder optimieren usw. Doch das ist bei den geringen Besucherzahlen auch nicht so einfach eine repräsentative Aussage zu bekommen. Zudem müsste man sich ein Ziel definieren (z.B. Nutzer abonniert Blog), das man dann als Erfolg eines A/B-Tests werten kann.

    Trotz allem glaube ich, dass der Inhalt immer noch wichtiger ist, insofern das Design nicht wirklich schlimm ist (d.h. Lesbarkeit, Navigation). Zumindest in unserem Hobby-Umfeld… 😉

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