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X-MEN: APOCALYPSE – Kritik zum Mutanten-Katastrophenfilm mit James McAvoy & Jennifer Lawrence (Kino)

Von Riggs J. McRockatansky vor 11 Monaten geschrieben05 / 20160 Kommentare

Die Story

Das alte Ägypten, mehrere tausend Jahre vor unserer Zeit: der erste Mutant En Sabah Nur wird vom Volk als Gott verehrt, doch während einer Transformation seines Bewusstseins in einen anderen Körper von seinem Gefolge verraten und lebendig begraben. Zeitsprung ins Jahr 1983: zehn Jahre, nachdem die Öffentlichkeit der Existenz von Mutanten gewahr wurde hat sich die Situation zwischen Homo Sapiens und Homo Superior nach Außen hin entspannt. Professor Charles X. Xavier leitet engagiert und hoffnungsvoll seine Schule für junge Begabte, während der als Verbrecher und Mörder gesuchte „Magneto“ Erik Lehnsherr in Polen untergetaucht ist und in den Armen von Ehefrau Magda und ihrer Tochter ein unverhofftes Glück gefunden hat. Unterdessen wird in Kairo der unsterbliche und nahezu allmächtige En Sabah Nur wiedererweckt und aus seiner Gefangenschaft befreit – und verfolgt fortan nur ein Ziel: den Umsturz der Zivilisation und die Neuformung der Welt nach seinem Bild…

Die Filmkritik

Obwohl die Mutanten-Saga rund um Charles X. Xavier und seine „X-Men“ sich seit 2000 kontinuierlich auf dem bunten Markt der Comicverfilmungen tummelt und den ungeheuren Boom des Genres mit ausgelöst hat, schien der achte Teil des Franchise „X-Men: Apocalypse“ mit seiner biederen Marketingkampagne und dem üblichen Fanboygezicke wegen Kostümdesigns etc. im Jahr 2016 nur nebenherzulaufen: im Schatten des Sensationshits „Deadpool“, der als Auskopplung des „X“-Universums sämtliche Kassenerfolge der Kernreihe übertrumpfte, und der Giganten-Clashs „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „Captain America: Civil War“ wirkte das auf Katastrophenfilm getrimmte Homo Superior-Abenteuer wie ein ausgeschlossenes, mit den Armen ruderndes Kind, verzweifelt »will auch mitmachen, will auch mitmachen!« rufend. Doch schau an: „X-Men: Apocalypse“ bremst den nach „X2“ eingesetzten Abwärtstrend der Reihe ganz unerwartet und ist tatsächlich der beste „X“-Film seit dreizehn Jahren!
Oscar Isaac als Ur-Mutant En Sabah Nur in X-MEN: APOCALYPSE
Nach den Vorgängern „First Class“ und „Days of Future Past“ schließt Franchise-Dad Bryan Singer den selbstmetaphorischen Akt der Neuordnung, der für den mächtigen Urmutanten En Sabah Nur Hauptdirektive ist, mit „X-Men: Apocalypse“ ab, die Ereignisse aus dem ersten „X-Men“ back in 2000 bis hin zur Spin-Off-Bruchlandung „X-Men Origins: Wolverine“ sind nunmehr vollständig nonexistent und für das Bewusstsein der mutierten Protagonisten nicht mehr identisch präsent, aber auch nicht ganz weg, nur jetzt anders da: „X-Men: Apocalypse“ ist ein reduplikativ-paramnesisches Charivari, zitiert sich Chromosom für Chromosom durch das Erbgut der Reihe, weckt in unzähligen Handlungsmomenten, Story Beats und dem Angetease weiterer Storylines einen Erinnerungsstrom an die Gene der Vorgänger, ordnet sich aber alles neu um und zurecht. Die ganze „Prequel“-Trilogie und besonders „Apocalypse“ sind ein einziger Plot-Stunt, um die DNA der „X-Men“ voller self-awareness gegenüber den Fehlern der Vergangenheit zu rekalibrieren.

Das dürfte eigentlich gar nicht funktionieren und es spricht auch nicht für einen nachhaltigen Plan der Macher hinter den „X-Men“-Filmen, andererseits ist es ein nicht unüblicher Comickniff, Story-Universen von Zeit zu Zeit auf einen Nullpunkt zurückzusetzen. „X-Men: Apocalypse“ ist thematisch, von den Figuren, deren Entwicklung und den visuellen Anspielungen her ein Wiederkäuer, ständig glimmt da etwas aus den vorigen Filmen auf und Singers vierter Beitrag zum Franchise kämpft mit der heftigen Überfrachtung durch zu viele Handlungsstränge und viel zu viele Figuren, wirkt darin weniger angestrengt als „Batman v Superman“, weil er sich auf mehr Geschichte berufen kann, und weniger im Fluss als „Civil War“, weil er sich nicht auf genügend Geschichte berufen kann, viele Anspielungen nur Auswendigkennern des filmischen „X“-Kosmos und der Heftvorlagen die fehlende Auserzählung einzelner Geschehnisse und Charaktere ersetzen können.
James McAvoy als Charles X. Xavier in X-MEN: APOCALYPSE
Die obige Inhaltsangabe ist nur ein kurzer Abriss dessen, was in „X-Men: Apocalypse“ los ist, eingegrenzt auf die drei Schlüsselspieler in Angriff, Mittelfeld und Verteidigung En Sabah Nur, Magneto und Charles X. Xavier. Die scharen Bündnisse von der zusammengenommenen Stärke eines Felix Magath’schen Fußballkaders um sich und bis der Film alles zum Showdown von Homo Superior und Homo Godlike Supersuperior in Position gebracht hat wirkt er auch ähnlich stückwerkhaft, exchangeable und »wer ist das jetzt gerade?«-mäßig wie eine Magath-Mannschaft. Durch den erneuten Zeitsprung um zehn Jahre nach vorne und den gewählten Ansatz der Macher, ihre „X“-Ventures zu Epochenstücken zu machen (der „Apocalypse“-Nachfolger wird bestätigterweise in den ’90ern spielen) holt der Film die bekannten und neuen Figuren an unterschiedlich nachvollziehbaren und mit Hintergrund gesättigten Punkten ab, mit Jennifer Lawrence’ Mystique als freie Radikale an allen Mutantenfronten machen die Kreativen der Reihe mittlerweile eh was sie wollen…

Aber „X-Men: Apocalypse“ managt das Figurenarsenal gekonnt genug um ein starkes, emotionales Zentrum und durch das Auftauchen En Sabah Nurs nachhaltig aufgeworfene Fragen über den Glauben an alleinige Allmacht, über die Verführung zielloser, verängstigter und geschundener Geister herum, über den Weg, den die Mutanten mit ihren außergöhnlichen Fähigkeiten einzuschlagen bereit sind, um mit ihren genetischen Vorgängern zu koeXistieren, oder sie vom Angesicht der Erde zu fegen und eine neue Herrschaft der Machtwesen einzuläuten. Das eXistenzialistische Themengut mit Weltuntergangs-, Verführungs-, Schöpfungs- und Vergebungssymbolik besteht neben den reinen Blockbuster- und Unterhaltungswerten von „X-Men: Apocalypse“ und verschwindet nicht unter der Masse von Set Pieces, Kräftedemonstrationen, purem Fan Service und Appetizern auf zukünftige Character Arcs.
Alexandra Shipp als Storm, Oscar Isaac als Apocalypse und Olivia Munn als Psylocke in X-MEN: APOCALYPSE
Auch wenn vieles schonmal gesehen, bereits erlebt oder auf erlebtes hinzudeuten scheint und bewusst oder unbewusst referenziert wird (Käfigfights mit Mutanten wie im ersten „X-Men“; Scott Summers begegnen wir wie in „X-Men Origins: Wolverine“ zum ersten Mal in einer Schule, in der er ungewollt verheerenden Schaden mit seinen Laseraugen anrichtet; wo Logan sich in seinem ersten Solo als Holzfäller in die Wälder Kanadas zurückgezogen hatte verschlägt es hier Magneto als Stahlarbeiter in die Wälder Polens und beide werden durch einen weiteren tragischen Verlust motiviert,…) ist „X-Men: Apocalypse“ flott und einnehmend, nicht ganz fein geschliffen, aber wesentlich besser im Pacing als der direkte Vorgänger. Es ist nie zu viel los, so dass der Überblick gewahrt bleibt und überwiegend geschickt wird der Figurenauflauf in kleine, prägnante Grüppchen gespalten, bei denen eigentlich keine dabei ist, der es sich nicht zu folgen lohnt. Eher sollte „X-Men: Apocalypse“ noch ‘ne gute Stunde länger laufen, um allen vollends gerecht zu werden.

Mit En Sabah Nur erhebt sich der bislang mächtigste Mutant der Saga aus den Trümmern seines Grabes (obwohl nicht ganz klar ist, warum der da überhaupt so lange drunter gelegen hat…) und auch wenn der in manchen Szenen, umringt von seinen cosplaystyligen vier apokalyptischen Reitern, wie der Leader einer Power Metal-Pathos-Band rüberkommt, ist seine Bedrohung handfest: vom Plotaufbau ähnelt die Vernichtungsagenda des gottgleichen Übermutanten dem Anliegen des Robo-Ultras in „Avengers: Age of Ultron“, doch im Vergleich zu Tony Starks bockiger Schöpfung ist En Sabah Nur mit seinen gewaltigen no fun-Reden und dem Einsatz seiner ungeheuren Kräfte der weit imposantere Bösewicht, verrannt in die Überzeugung, dass ihn seine Macht zum Herrscher der Welt bestimmt, nichtig ihm gegenüber die selbsterklärten Supermächte mit ihrem Nuklearwaffenarsenal und ihren lächerlichen Kriegen und Versuchen von Ordnung und Systemen, die es nur unter seiner Hand geben kann.
Sophie Turner als Jean Grey, Kodi Smit-McPhee als Kurt Wagner aka Nightcrawler und Tye Sheridan als Cyclops in X-MEN: APOCALYPSE
»Ich will alles kaputt machen!« ist jetzt nicht die originellste Schurkenkiste, aber En Sabah Nur ist schon mehr als der übliche blue guy-Villain, wie er an den blinden Gehorsam seiner Horsemen gelangt gibt die Methoden von Despoten und Diktatoren wieder, die mit Zuwendung, Gaben und Einflüsterungen die Schwachen, Verletzten und Gebrochenen für sich gewinnen, ihnen durch manipulative Worte eXtremistisches Gedankengut einpflanzen und sie für ihre Ziele gefügig machen. Ohne viel erklären zu müssen macht Singer die Abgestoßenheit En Sabah Nurs vor der konsum- und götzenverehrenden Welt der Menschen deutlich, wenn der Übermutant nach seiner Erweckung die Straßen Ägyptens abschreitet und sich das Wissen um die verpasste Geschichte einverleibt. Bis zur Unkenntlichkeit begraben unter MakeUp-Schichten gelingt es Oscar Isaac („A Most Violent Year“), die zeitferne und seit Jahrtausenden überdauernde Aura dieses Gottgeschöpfes mit wenigen Mimikregungen und theatralischer Körpersprache zu vermitteln und aus En Sabah Nur einen beeindruckenden, außerweltlichen Schurken zu machen.

Im Erwachen dieses Mutantenkataklysmus bekommt Michael Fassbender („Shame“) die Gelegenheit, den Abo-Bösewicht der Reihe Magneto so zerrissen und vielschichtig wie nie zuvor zu portraitieren: mehr noch, weite Teile von „X-Men: Apocalypse“ gehören Fassbender, der über die Spanne der drei Prequel-Teile hinweg den komplexesten Story Arc hatte und der hier in beklemmenden Szenen erneut in die Dunkelheit und den Abgrund getrieben wird, mit seiner Xisistenz hadert und der am plausibelsten an die Seite En Sabah Nurs gezogen wird. Das ewige Ringen um Erik Lehnsherrs Seele ist diesmal wirklich packend, obwohl da bereits seit drei, vier Filmen jeder Gesinnungsunterschied zwischen ihm und Frenemy X. Xavier ausdiskutiert ist. Wie „X-Men: Apocalypse“ da aber nachträglich Kapital aus den Fundamenten von „First Class“ und „Days of Future Past“ schlägt und unerwartet emotionalen Payoff liefert ist schon bemerkenswert, denn das gelingt ihm nicht nur mit Fassbenders Magneto, auch der an Screentime zurückgeschraubte Auftritt von McAvoy profitiert davon.
Michael Fassbender als Magneto in X-MEN: APOCALYPSE
Dessen Professor X wird hier fast so sehr zur Plotkrücke gemacht, wie einst Patrick Stewart in „X2“, erfüllt in der zweiten Filmhälfte und rund um En Sabah Nurs Pläne eine ganz ähnliche Funktion und da hätten wir es wieder, das Echo des bereits bekannten. McAvoys neckisches Flirten mit Rose Byrnes Moira MacTaggert, der er am Ende von „First Class“ das Gedächtnis und damit die Erinnerung an die gemeinsamen Mutanten-Erlebnisse gelöscht hat, ist nicht viel mehr als etwas heitere Auflockerung, am Ende bekommt McAvoy aber Gelegenheit sich auszuzeichnen. Das schafft auch der sympathische X-Nachwuchs um Sophie Turner, Tye Sheridan und Kodi Smit-McPhee, die sich alle einige Szenen mehr verdient und von Lawrence’ Screentime profitiert hätten, deren Standpunkt-Hopping vom vorigen Film zu jeweils nächsten merklich ihrer Popularität geschuldet ist, wegen der aus Blaufrau Mystique unbedingt eine Hauptakteurin werden muss, die als Katniss Everdeen-Verschnitt nun sogar das Gesicht der Mutantengemeinde darstellt. Was bei einer Gestaltwandlerin nicht ohne Ironie ist, aber genau wie ihre behauptete Wichtigkeit für „Days of Future Past“ in die Figur hinein gezwungen wirkt, um sie eben überhaupt aus… Gründen dabei zu haben.

Als weitere Ur-Bausteine der „X-Men“ und Lieblinge der Fangemeinde Storm, Angel und Psylocke fällt es Alexandra Shipp, Ben Hardy und Olivia Munn schwerer, über ihre Power-Gimmicks hinaus Profil zu entwickeln, En Sabah Nurs Auswahl seiner Reiter basiert bei denen mehr auf »ja, wenn ihr schonmal hier rumsteht…«, als auf gezielter Selektion im Sinne seiner survival of the fittest-Mentalität. Wie weiter oben angedeutet überzeugen die Reiter außerdem mit ihren Hinterhof-Convention-Outfits nicht so recht, besonders die Munn sieht in ihrem sexy-lila Lackdress zwar sehr vorlagengetreu, aber nicht unbedingt schlachtfeldtauglich aus. Wenn „X-Men: Apocalypse“ zum finalen Getöse ansetzt finden die wirklich großartigen Szenen auch nicht im Kampf der Sekundärkräfte En Sabah Nurs und Xaviers statt, die Duelle mit dem teleportierenden Nightcrawler und Angel, Wetterhexe Storm und Strahleauge Cyclops, Nicholas Hoults Beast und Psylocke sind nicht wahnsinnig spektakulär, ebensowenig die Momente der generischen Massenvernichtung, bei denen mal wieder gilt: halt dich von berühmten Wahrzeichen fern, dann passiert schon nichts.
Jennifer Lawrence als Mystique und Evan Peters als Quicksilver in X-MEN: APOCALYPSE
[Einige Detail-SPOILER in den folgenden Absätzen]Die großen Zerstörungsbilder in „X-Men: Apocalypse“ würden Kollegen wie Michael Bay und Roland Emmerich sicher als viel zu klein gedacht ablehnen, Singer allerdings beschränkt sich zum Vorteil seines Films auf wenige Momente der totalen Vernichtung und stellt selbst im dicksten Getöse noch lieber kleine und gewichtige Szenen zwischen den Charakteren ins Zentrum. So findet die Schlusskonfrontation mit En Sabah Nur nicht allein physisch, sondern bei einem Kräftemessen auf Gedankenebene statt, was visuell ruhig noch etwas ausgefallener hätte sein dürfen. Dass Xavier und seine „X“-Küken den ärgerlichen Ägypter am Ende überhaupt besiegen biegt indes an den inneren Grenzen der Reihe herum, die eh (ob in den Filmen oder der Vorlage) ein Problem damit haben, die Machtfülle der Mutanten zu definieren: En Sabah Nur ist viel zu groß für nur einen Film und viel zu mächtig und im Film auch so dargestellt, als das ihm irgendetwas wirklich gefährlich werden könnte, und der müsste die „X“-Boys und -Girls normalerweise rechts und links wegmähen, ehe es überhaupt dazu kommt, dass sie ihn gebündelt angreifen können.

Mit dem Anteasen der „Dark Phoenix“-Saga, an der sich bereits der ungeliebte „X-Men: The Last Stand“ versucht hat, greift „X-Men: Apocalypse“ einerseits viel zu weit vor, weil Turners Jean Grey in diesem Film einfach noch laaaaaaange nicht soweit ist, andererseits finden die Autoren darin zumindest einigermaßen zufriedenstellend den Ausweg aus dem Apocalyspe-Dilemma, bei dem die „alle halten gleichzeitig mit allem was sie haben drauf“-Nummer ansonsten schon sehr dämlich gewirkt hätte. Nach dem ersten Ausflug einer weiteren „First Class“, noch ein repetitives Element des Films, und mit einigen überstürzten changes of minds hat Singer am Ende schließlich die „X-Men“ stehen, mit denen sich die Zukunft des Franchise auf lange Jahre gestalten lässt und das sogar in den Original-Kostümen. Sixteen years in the making, um eine nun vollends nichtige Trilogie, zwei egale Spin-Offs und drei Prequel-Reboots später an diesen Punkt zu gelangen…
En Sabah Nur geht Mystique an die Gurgel - Jennifer Lawrence und Oscar Isaac in X-MEN: APOCALYPSE
Aber dafür ist „X-Men: Apocalypse“ endlich wieder ein guter „X“-Film, manchenteils zu überstürzt, manchenteils im Grunde vom Ausmaß her zu groß, um Charatere zu re-etablieren, denen ein kleineres Abenteuer zum Start mehr Raum zur Entfaltung hätte bieten können. Dafür stimmen Zug und emotionales Gewicht des Geschehens, wozu auch der bemerkenswerte Härtegrad seinen Teil beiträgt: natürlich nicht so deftig wie das Fun-Gesplattere in „Deadpool“ oder gar die Street Level-Violence in Netflix’ „Daredevil“, aber mein lieber Herr Mutantenverein, „X-Men: Apocalypse“ pflügt den Acker mit eXtrem graphischen Kills und Blutgesudel. Wie einige Handlungsabschnitte ist auch der Umweg über einen bestimmten Cameo-Auftritt komplett überflüssig, aber die „Weapon X“-Referenz ist für Fans des Comics von Barry Windsor-Smith ein Fest, Berserker Rage, wie ihn sich die Macher bisher nicht zu entfesseln getraut haben, die PG13/FSK12-Freigabe bis zu einem Grad ausreizend, an dem man sich fragt, wie die den Film damit überhaupt durchkriegen konnten.

Wertung & Fazit

Action: 3.5/5

Nicht auf dem Top-Niveau, das Marvel zuletzt mit „Captain America: Civil War“ erreichte, aber ok. Der Weltuntergangskram ist generisch, die unterschiedlichen Mutantenkräfte sorgen für Abwechslung, aber nicht das ganz große Spektakel.

Spannung: 2/5

Das am Ende alles gut ausgeht und Fox nicht die Eier hat, uns ins „Age of Apocalypse“ zu stürzen, ist natürlich klar, zumal das nächste Sequel bereits angekündigt ist. Die emotionale Reise der (Haupt)Figuren und das Tempo des Films halten aber bei der Stange.

Anspruch: 2.5/5

Manches Mal eXtrem gehetzt in seinen Charakterentwicklungen, aber mit starkem emotionalen Kern und Themen.

Humor: 1/5

Ein frecher Spruch in Richtung „The Last Stand“, die Quicksilver-Sequenz ist mal wieder ein Showstealer, ansonsten auf diesem Gebiet überwiegend zurückhaltend, auch weil der lakonische Logan fehlt.

Darsteller: 4.5/5

Fassbender und McAvoy sind die schauspielerischen Schwergewichte des Films und machen einen klasse Job, die Nachwuchs-„X-Men“ fügen sich gut und sympathisch ein und machen Lust auf mehr.

Regie: 3.5/5

Nicht Singers beste „X“-Regie, aber nach „Days of Future Past“ eine return to form und klare Steigerung.

Film: 7/10

„X-Men: Apocalypse“ ist der beste Mutantenfilm seit dreizehn Jahren. Mit dem Aus- und Drüberbügeln alter Fehler und Versäumnisse muss es dann jetzt aber auch mal gut sein, die „X-Men“ sind jetzt in Position, macht was draus.

Mehr zum Film

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