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Self-aware S01E05: Reinventing Cellurizon – Schluss mit dem Zirkus und back to the roots

Von Riggs J. McRockatansky vor 5 Monaten geschrieben08 / 20164 Kommentare

Buenos días! Ich hab so drei, vier ziemlich unangenehme Wochen hinter mir, die Cellurizon nahezu stillgelegt haben. Nach einer Weisheitszahnentzündung, einer Weisheitszahnentfernung und den daran anschließenden Unannehmlichkeiten kam zu guter Letzt noch ‘ne deftige Sommergrippe mit Kopfschmerzen, Fieber, Nasennebenhöhlenentzündung etc. obendrauf, dazu Übelkeitsschübe durch nachblutende und -suppende Zahnfleischwunden… Alles nicht sehr nett jedenfalls.

In dieser Zeit ist mal wieder etwas passiert, das eigentlich immer passiert, wenn ich gerade nicht bloggen kann: ich will dann irgendwann auch nicht mehr. Bei mir setzten sich regelmäßig gewisse Entfremdungsprozesse in Gang, sobald ich das Internet nur konsumieren und nicht dazu beitragen kann. Mich ödet’s dann einfach alles an. Wie im letzten Self-aware-Artikel angesprochen schwappt dazu auch immer stets die Sinnfrage hoch und ich habe mir selbige während der vergangenen Wochen einmal mehr nicht zielführend beantworten können. Drum ist hier seitdem auch nichts wieder angelaufen, obwohl es mir mittlerweile wieder gut genug ginge. Aber die Gründe für die Blogmüdigkeit reichen weiter, als Zahnzwicken und ausgedehnter Schnupfen.

Gesundschrumpfung – und zwar wortwörtlich

In den Monaten seit dem Neustart von CU hatte ich hier einen Content-Output in Dimensionen, wie ich sie zuvor nie erreicht habe, die Social Media-Kanäle sind wieder gewachsen, eigentlich alles ganz cool und zufriedenstellend soweit. Das Problem: es ist alles schon wieder viel zu exzessiv geworden, und das wollte ich ja nicht mehr, wie im CU-Comeback-Post beschrieben. Ich hab mich in genau der Spirale trudelnd wiedergefunden, aus der ich nach dem Relaunch eigentlich rauswollte, hab mich erneut über Randerscheinungen aufgeregt, mich mit Trailer-Posts gestresst und dem Willen, die Seite größer zu machen, und bin dabei gesundheitlich in das selbe Loch gefallen wie vor gut einem Jahr – ein Loch mit dem Namen „Übergewicht und Schlafmangel“.

Ich hab mich wieder viel zu sehr von Cellurizon vereinnahmen lassen und um dem nun endlich ein Ende zu setzen gibt’s nur eine Lösung: Downsizing. Ich schrumpfe die Seite dahin zurück, was sie zu Beginn war. Konkret: keine News-Posts mehr, keine Trailer-Posts mehr, raus aus diesem ganzen Marketing-Zirkus, den unzählige andere Seiten bedienen. Trailer zum nächsten „Star Wars“- oder Marvel-Fangasmus gehen heute über abertausende Twitter-Kanäle, durch unzählige Facebook-Gruppen und -Pages ebenso wie über Privatprofile, everything is everywhere und das innerhalb von Sekunden und über Retweets und Reposts den ganzen Tag über, jeder teilt’s, jeder sieht den Scheiß und alle diskutieren sich den Haaransatz kahl über diesen Shot und jenes Easter Egg – das ist über die letzten Jahre extrem geworden und es ist der pure Irrsinn, wie zig Seiten einen einzigen Teaser über mehrere Artikel ausweiden und Clickbaiter damit rumgeifern, dazu haben sich die Angebotswege vervielfacht, der Wust an filmbezogenen Fanpages allein auf Facebook ist total unübersichtlich und überschwemmt.

Wozu also Quelle Nummer vierhundertachtzehn von drölfundneunzigtausendfünfhundertacht sein, die den neuen „Rogue One“-Trailer postet? Ist doch irgendwie witzlos. Ebenso witzlos, wie den Trailer zu einem spanischen Kuba-Krimi oder einer französischen Model-Satire zu posten, die ihrerseits mangels Namen überhaupt niemanden interessieren.

Also, kein News-Wirbel mehr sondern…

…Kritiken. Kritiken sind der Saft dieser Seite, mit Filmkritiken hat alles angefangen, die überdauern (gemessen an Klickzahlen und der Zeit, die Leser mit ihnen verweilen) den temporären Hype um Trailer ABC, der spätestens übermorgen vergangen ist. Kritiken sind das, was ich am liebsten schreibe, Kritiken machen diese Seite aus und sind meine Stimme im netzweiten Geschrei über Filme. »Ich genieße ja Deine Kritiken mehr als die Trailer-Poster-Casting-News, in den Kritiken lerne ich etwas über die Filme und auch etwas über Dich«, schrieb mir einst der Thomas von SchönerDenken und das finde ich nicht nur überaus nett, sondern auch treffend dahingehend, wie ich eine Kritik angehe: ich stecke da in jedem Text und darin, wie ich ihn gestalte, um dem jeweiligen Film und meinem Eindruck davon nahe zu kommen, weit mehr als diese Note in News XYZ zum Tragen kommen kann.

Auch wenn diese Seite langsam zum Take That der Trennungen, Wiedervereinigungen, Auflösungen und Comebacks wird: Cellurizon wird sich also in Zukunft ein letztes Mal verändern, den Ballast über Bord werfen, dem Wichtigen treu bleiben. Dazu gehören natürlich auch weiterhin die Texte meiner Co-Autoren Lasse und Janick, Score- und Serien-Kritiken/Recaps werden selbstverständlich bestehen bleiben. Ansonsten werde ich selbst so ab September ein bis zwei Filmkritken die Woche schreiben, vielleicht auch mal wieder ein Star-Portrait, ansonsten Körper und Geist wieder fit bekommen und hoffentlich zum letzten Mal in diese ganzen Psycho-Fallen gerasselt sein, die ich mir da erneut selbst gestellt habe…

CU on Cellurizon.

Kommentare

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  • Thomas (SchönerDenken) 3 Kommentar(e)

    Freut mich sehr, dass Du a.) weitermachst, b.) Dich auf die Kritiken konzentrierst. Fantum, Hypes und PR-Maschinen haben sich in letzter Zeit gegenseitig so beschleunigt, dass dabei jeder Sinn aus der Umlaufbahn fliegt. Da helfen doch nur Kritiken von Leuten, die beim Filmegucken genau hinschauen 🙂 Bin gespannt auf kommende Rezensionen.

    • Riggs J. McRockatansky 201 Kommentar(e)

      Zustimmung. Es wird alles so extrem auf Hypebuilding zum Kinostart und auf das Premierenwochenende ausgerichtet (der US-Ableger von Moviepilot betreibt da wahnwitzige Methoden in seiner Vorberichterstattung, alles in enger Abstimmung mit den Studios), dass es einfach anstrengend und ermüdend geworden ist, das zu konsumieren und selbst mit zu fabrizieren. Da hat eine Kritik doch die deutlich höhere Priorität und Aussagekraft, als den fünften Trailer zu irgendwas zu posten.

  • Flo Lieb 96 Kommentar(e)

    keine News-Posts mehr, keine Trailer-Posts mehr

    Braucht – mit Verlaub – auch keiner. Weniger ist mehr lautet mein Credo (und das nicht nur auf der Arbeit *g*)

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