AMERICAN HEIST: Kritik zum miesen Crime-Thriller mit Hayden Christensen & Adrien Brody (Blu-ray)

Story

New Orleans: nach sechzehn Monaten im Knast hat James Kelly sein schwieriges Leben inzwischen in den Griff bekommen. Während sein älterer Bruder Frankie nach einer gemeinsamen Gaunerei volle zehn Jahre absitzen musste, nutzt der begabte James seine Talente mittlerweile als Mechaniker und hegt den Traum von einer eigenen Werkstatt. Bis ihn seine Vergangenheit gleich doppelt einholt: zunächst trifft er seine Jugendfreundin Emily wieder, dann sitzt schließlich der aus der Haft entlassene Frankie in seinem Hinterhof. Der überredet James alsbald zu einem angeblich vollkommen legalen Immobiliengeschäft mit den undurchsichtigen Gestalten Sugar und Ray, die James sogleich als Fahrer einspannen. Als Fluchtfahrer, wie sich herausstellt, denn ein Treffen mit einem angeblichen Investor endet mit einer Leiche auf dem harten Asphalt. Eigentlich will James nun die Stadt verlassen, doch seine Verbundenheit zum hilflos wieder ins Verbrecherleben trudelnden Frankie zehrt auch ihn schließlich zurück und so wird James Teil eines Plans zum Raubüberfall auf eine Bank, der alles bisher dagewesene in den Schatten stellt…

Die Filmkritik

Hayden Christensen in AMERICAN HEIST
Was tun, wenn einem die „Star Wars“-Prequels die Karriere upgefuckt haben? Man gründet eine eigene Produktionsfirma, die man von einer russischen Produktionsfirma finanzieren lässt, und dreht fortan selbst zugeschusterte Indie-Genreprojekte für ein Minibudget. So hat’s Sith-Whiner Hayden Christensen gemacht und schafft es mittlerweile auf diese Art, nach „Revenge of the Sith“ und einer Folge von Flops hin und wieder nochmal den Kopf zum Fenster rein zu strecken. Zuletzt jeweils mit ähnlich abgebrannten Oscar-Preisträgern an seiner Seite, in dem unbedarften Historien-Abenteuer „Outcast“ zeigte sich Nicolas Cage, in „American Heist“ nun ist es „Der Pianist“ Adrian Brody. Die kanadisch-luxemburgische Co-Produktion möchte ein Crime-Thriller mit Action-Einlagen und ein bißchen brothers in conflikt-Dramatik sein, genau wie „Outcast“ ist das Ding aber so 08/15, dass es schon 16/30 ist.

Die Erzeugnisse aus der Christensen’schen Produktionsschmiede Glacier Films klappern bislang bloß Versatzstücke ab, sind handwerklich mangelbehaftet und erzählerisch banal, irgendwie drollig und naiv in ihrem Versuch, vollwertige Genrekost für $10 Millionen und ohne echtes Talent an den wichtigen Stellen zu liefern, aber dann auch wieder zu langweilig, um wenigstens spaßigen No-Brainer-Trash zu bieten. „American Heist“ ist öde bis blöde, Christensen blass in der Hauptrolle, Schauspiel und Story wirken so unterzuckert, als seien beim Dreh die Insulinüberdosen rumgegangen und nur Adrian Brody hat keine abgekriegt. Den Plot vom Ex-Knacki, der sich ein ehrliches Leben aufzubauen versucht und durch seine Bekanntschafts-/Verwandtschaftsverhältnisse doch wieder im Schlot der Kriminalität landet, lehrt man heutzutage bereits an Grundschulen im Fach Altbacken und der armenische Regisseur Sarik Andreasyan hat den Theoriestoff gebüffelt, scheitert aber am praktischen Versuch.
Jordana Brewster und Hayden Christensen in AMERICAN HEIST
Wie die Handlung zustande kommt, wie der Film die Hintergrundgeschichte der Kelly-Brüder aneinanderdröselt, wie der große Raubzug gepitcht und schließlich ausgeführt wird, wie Christensen mit love interest Jordana Brewster anbandelt und –bummselt oder wie die Kritik am US-Wirtschaftssystem aus den Bewerbungszeilen für eine Praktikantenstelle bei einem wirtschaftskritischen Wirtschaftsmagazin zusammengewirtschaftet wird – nichts an „American Heist“ hat wirklich Charakter, nichts ballt die Faust in der Hosentasche, packt sich mit der anderen Hand beherzt an den Sack und will’s wirklich wissen. Klaviergeklimper und Schrottgeschrammel geben die Gefühlslagen vor, während Christensen den gesamten Film die gleiche »oh Mann, ich penn gleich wech…«-Fresse zieht und Brody dafür als irgendwie zurückgebliebener Bro mit Slang und Marionettenbewegungen übertreibt und so sogar die tränenreiche Offenbarung seines erniedrigenden zehnjährigen Knastmartyriums wie eine Parodie auf die Offenbarung der Erniedrigung eines zehnjährigen Knastmartyriums rüberbringt.

Dazu ist „American Heist“ auch noch latent bis offensichtlich rassistisch: die beiden weißen Jungs wollen einfach nur durchkommen und sind voll tragische Figuren mit Werten wie Familie und Brüderlichkeit, die schwarzen Gangster Ray und Sugar aber sind skrupellose Arschlöcher, morden unreflektiert rum und zielen mit ihren dicken Knarren auf Schwänze, und natürlich waren’s auch im Knast und einst in Mommys Bett ungebetene N-Words, die sich an Mama Kelly und Frankie vergangen haben. Merke: white guys doin‘ the wrong thing for a reason – black guys just doin‘ the wrong thing. Was für ‘ne beschissene Botschaft in Zeiten wiederhochkochender Rassenunruhen und überbordender Polizeigewalt… [SPOILER voraus]Dazu bloß mal auf den Kontext der späteren Kills geachtet, wenn Sugar, gespielt von Mit-Produzent und Hip-Hopper Akon, nach dem missglückten Banküberfall auf der Flucht eine weißere als weiße Hochzeit stürmt und als unwillkommener Schwarzer in ein Refugium der Reinheit eindringt, die gute alte rasseneinheitliche Christenehe – ekelerregende Symbolik. Ist das zu rechtsphobisch draufgeschaut? Nee, dafür zieht sich diese anti-afroamerikanische Stimmung einfach zu deutlich verbal und am Ende visuell durch den Film.[SPOILER Ende]
Hayden Christensen, Adrian Brody, Akon und Tory Kittles in AMERICAN HEIST
„American Heist“ ist hirnfeindliches, stereotypes Crime-Thriller-Jambalaya und Hayden Christensen sollte sich mal überlegen, ob er auf der ein oder anderen Hinterhof-Convention im Anakin Skywalker-Outfit nicht doch besser ankäme, als vor der Kamera solchen Amateurschundes, den er auch noch persönlich mitverschuldet. Selbst ein Tomaten- und Eierhagel aufgebrachter Darth Vader-Geeks dürfte sich würdevoller wegstecken lassen, als ein solches Ramschfest wie „American Heist“, in dem einzig die netten Panorama Shots von New Orleans überzeugen. Von Adrien Brody wollen wir beim Stichwort Würde mal gar nicht erst anfangen, „American Heist“ ist aber auch für ihn einer der bisherigen Karriere-Tiefpunkte; als Brüder wirken er und Christensen so glaubwürdig wie Muppet Gonzo und eine Reiswaffel. Nach einer trägen Stunde endet das alles schließlich mit dem undurchdachtesten und unprofessionellst durchgezogen Bankraub der Geschichte und einigen der lächerlichst gestageten Actionszenen, die man sich vorstellen kann, ein mieser Showdown mit bescheuerten Twists beschließt einen miesen und bescheuerten Film, der seine ollen Phrasen und Klischees öfter wiederholt, als diese Kritik ihr Meckervokabular.

Wertung & Fazit

Action: 1.5/5

Lahm ohne Ende, bis am Ende ein bißchen geballert und explodiert wird, was aber irrwitzig schlecht aufgeführt rüberkommt.

Spannung: 0/5

Nope.

Anspruch: 0/5

Dümmlicher Storyverlauf und draufgepappte Charaktere, dazu ist eine widerliche rassistische Tendenz rauszulesen.

Humor: 0/5

Spielt keine Rolle.

Darsteller: 1.5/5

One face Christensen und Overactor Brody färben sich die Haare und malen sich die selben Tattoos auf, mehr Brüderlichkeit kommt nicht rüber. Die nur ein Jahr ältere Jordana Brewster hingegen sieht neben Bubi Hayden wie eine MILF aus.

Regie: 0.5/5

Schwaches US-Debüt für Sarik Andreasyan, der Werke des Genres zu kennen scheint, sie aber nicht mal auf’s Nötigste nachzustellen versteht.

Film: 1.5/10

„American Heist“ ist als Thriller und als Crime-Drama überhaupt nicht zu gebrauchen, ein erbärmlich schwacher Film ohne jeden Anreiz, diese zigmal gesehene Geschichte von kriminellen Verbündeten/Brüdern weitere anderthalb Stunden über sich ergehen zu lassen. Auch wenn Jordana Brewster im zu kurzen Kleid und nass im Regen ganz anschaulich ist, das bemerkt sogar der lethargische Christensen.

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5 Kommentare

  1. (terminierter User 🙁 )

    Das Teil war sooo furchtbar.
    Nicht nur, daß ich Anakin überhaupt nicht erkannt habe (bis eben hatte ich null Ahnung von seinem Mitwirken), der ganze Cast grottet sich da durch ein Drehbuch, welches als solches kein Mensch mit normal funktionierendem Verstand verfilmen würde.
    Brody, was tust du?!

    1. Ich finde den Bengel ja irgendwie tragisch. Sehe bei ihm keine Hauptschuld für die Star Wars-Prequels und die haben’s ihm trotzdem voll verhagelt. Aber gut, er kann auch wirklich nicht viel…

    2. Ne, an den Star Wars Prequels trägt er natürlich keine Schuld. Das ist auf anderer Ebene verkackt worden. Aber als Schauspieler ist er halt auch nicht gerade ein Überflieger (gelinde ausgedrückt).

    3. Ich muss Christensen mal ein Bisschen in Schutz nehmen. Er spielte in einem meiner Lieblingsfilme, John Carpenters “In the Mouth of Madness”, mit und konnte als “boy on bicycle” absolut überzeugen. Also Schluss mit dem Hass!

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