BAD ASS 2: BAD ASSES – Kritik zur Opa-Action-Comedy mit Danny Trejo und Danny Glover (DVD)

BAD ASS 2: BAD ASSES - Kritik zur Opa-Action-Comedy mit Danny Trejo und Danny Glover (DVD)
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Story

Drei Jahre sind vergangen, seit der Vietnamveteran Frank Vega durch sein couragiertes Auftreten in einem Linienbus zur lokalen Berühmtheit wurde und schließlich sogar in Eigeninitiative die Ermordung seines besten Freundes und ein Komplott auf Regierungsebene aufdeckte und schlagkräftig entgegenwirken konnte. Mittlerweile hat sich der rüstige Rentner und ehemalige Hot Dog-Verkäufer einen Lebenstraum erfüllt und ein Community Center in East Los Angeles eröffnet, wo er jugendliche Nachwuchsboxer im Ring und im Leben anleitet. Einer von ihnen ist Manny Parkes, Franks Musterschüler und wie ein Sohn für ihn. Doch Manny ist ohne sein Wissen in finstere Drogenmachenschaften verwickelt und wird eines Abends auf offener Straße ermordet. Genau wie vor einigen Jahren fühlt Frank sich von der Polizei im Stich gelassen und auch Mannys Mutter Rosaria bittet ausdrücklich ihn inständig um Hilfe. Nachdem Frank einen ersten Kontaktmann Mannys und ein kleines Drogenlabor kaltgestellt hat wird er von einem Schlägertrupp der Drahtzieher hinter den Geschäften hart angegangen – und unerwarteterweise von dem mürrischen alten Ladenbesitzer Bernie Pope gerettet. Fortan ziehen die beiden gemeinsam durch die Straßen von Los Angeles, um ihr Viertel von Drogen zu säubern und es Mannys Mördern zu zeigen…

Der Film



Die Filmwelt geht mit der Zeit: mit „The Social Network“ lieferte David Fincher den Facebook-Film, demnächst bekommt mit der Grumpy Cat eines der bekanntesten Internet-Memes einen eigenen Leinwandausflug, 2012 verfilmte Autor/Regisseur Craig Moss mit dem „AC Transit Bus fight“ ein YouTube-Phänomen und drehte den billigen, aber ganz vergnüglichen Action-Trash „Bad Ass“ mit „Machete“ Danny Trejo in der Hauptrolle. „Bad Ass“ selbst wiederum wurde nicht etwa zum Kinoerfolg, sondern zum Hit beim Streamingportal Netflix. Erfolg genug, um der Verfilmung eines YouTube-Phänomens (und um das nochmal deutlich zu betonen: VERFILMUNG EINES YOUTUBE-PHÄNOMENS, crazy!) zwei Jahre und 400.000 Klicks des ursprünglichen Buskampfes später nun sogar ein Sequel zu bescheren. Aber so ehrlich muss man sein: ein Mal mag das Spaß gemacht haben, Trejo als Opa in Shorts, mit Kappe und Bauchtasche selbstjustizierend durch Los Angeles ziehen zu sehen, aber eine Fortsetzung davon hätt’s wirklich nicht gebraucht.

„Bad Ass 2: Bad Asses“ zeigt, was Moss sonst so macht und warum es für mehr auch nicht reicht: billige Nachmache. Der Mann dreht Spoof-Kacke wie „The 41-Year-Old Virgin Who Knocked Up Sarah Marshall and Felt Superbad About It“, „Breaking Wind“ oder „30 Nights of Paranormal Activity with the Devil Inside the Girl with the Dragon Tattoo“, dermaßen schlechte Parodien, dass sie selbst in den USA nur auf DVD erscheinen. In jenem Land, in dem die Überväter der Spoof-Stümperei, Jason Friedberg und Aaron Seltzer, mit ihren Gurken solide Millionenbeträge einspielen. „Bad Ass 2“ ist ein ganz dürftiger Abklatsch seines Vorgängers, und der war ja schon nur mit viel Sympathiebonus, Gutwill und Nachsicht durchgewunken. Aber, um mal ein bekanntes Sprichwort und LeAnn Rimes im eigenen Sinne etwas abzuwandeln: shame on me if you fool me once, shame on you if you fool me twice.



Moss kommt mit seinem „Bad Ass 2: Bad Asses“ einfach nicht nochmal mit der exakt selben Null-Handlung durch, nicht nochmal mit genau den gleichen Subplots, nicht nochmal mit dem Unschauspiel Trejos, nicht nochmal mit ob der Undynamik des Griesgrams antichoreographierten Kloppeszenen. Nach dem besten Freund stirb diesmal der Ziehsohn, wieder reicht dieser Mord viel weiter als bis zur nächsten Ecke, wieder werden signifikante Örtlichkeiten mit dem Bus abgefahren und vor Ort ordentlich aufgeräumt, nach der alleinerziehenden Mutter mit Sohn ist es diesmal die Witwe mit Tochter, die sich unglaubwürdig an den zerfurchten Straßenengel Frank Vega ranschmeißt. Erbärmlich durchschaubar arrangiertes Foreshadowing, mies komponierte Reveal- und schlecht gespielte Reacting-Shots, ungelenke (Selbst)Referenzen, sich wiederholende Hintergründe in der „großen“, vor Green Screen gedrehten Verfolgungsjagd, Crew-Equipment, das sich in Sonnenbrillen spiegelt – schwer zu sagen, wo das gewollte Parodie, gewollter Trash ist und was bloß hingeschluderte Unfähigkeit, sicher ist: es macht kaum Spaß.

Dafür nimmt sich „Bad Ass 2: Bad Asses“ zu ernst in seinen absurd anmutenden Familien-Drama-Klängen; klar, harte Schale weicher Kern und so und Trejo ist ja auch eigentlich der netteste Mensch auf der Welt, im Film aber auch ein Tequila wie Wasser saufender, gewalttätiger Vigilant, der ohne schützende Geheimidentität loszieht und Drogenbosse verärgert, deren Lakaien verprügelt und umbringt und die Pimmel von Studenten schonmal mit Ventilatoren kürzt, um Informationen zu erfoltern. Trash-Appeal hü oder hott, daraus nebenbei einen Witwen- und kleine Mädchen-Flüsterer zu machen, dessen gütiges Herz Opa- und Stecherqualitäten offenbart… Also wirklich, wird’s gehen?!? Frank Vega bekommt so eine Identität reingedrückt, die Moss sich aus seinen zehntausend liebsten B- und C-Actionern zusammen klaubt, statt dass er mit dem keilenden Rentner etwas eigenes anzufangen wüsste, diese Plumpheit ein bißchen auf’s Korn nimmt, statt sie zu bedienen. Und auch für die einzige erwähnenswerte Neuerung des zweiten gegenüber dem ersten Teil, Danny Glover, hat Moss nicht mehr zu tun, als drei Mal den Han Solo-„the buddy saves the day“-Moment zu machen und mit gezielter Furzunterbrechung Jacqueline Obradors den Filmkuss mit Trejo zu ersparen.



Mit der gleichen Inspirationslosigkeit dudelt Moss die Action-Szenen runter, sofern man die so nennen will. Trejo im bewährten Outfit und Glover mit froschgrünem Jogginganzug sind schon ein ganz putziger Anblick, doch letzterer wird immer wieder wegen Flirtaktivitäten mit vaterkomplexbeladenen Gören oder Scheißhausproblemen aus den Backenfuttermomenten rausgenommen und sein erstes, vielversprechendes Eingreifen mit Eishockeyschläger verraucht im Nichts. Die Chemie zwischen den beiden ist durchaus erträglich, aber natürlich kein Vergleich zu Glovers Glanztagen neben Mel Gibson in der „Lethal Weapon“-Reihe, dafür ist Trejo viel zu limitiert in seinen Möglichkeiten, sich mit einem Co-Star die Bälle hin und her zu spielen. Originelle und witzige Momente sucht man vergeblich, der Showdown ist fast schon ’ne Frechheit und wirkt in seinen Auflösungen, als hätte zwischendurch mal Moss‘ unbedarfter Nachwuchs an der Tastatur seines PCs gesessen und das Script vollendet, so blumenwiesig-heiteitei-von-jetzt-auf-gleich löst „Bad Ass 2: Bad Asses“ Probleme wie „die Helden sind in der Unterzahl“, „Bernie wartet auf eine Lebertransplantation“ und „Frank braucht ein neues zu Hause“ auf. Buff… „Bad Ass 3“ ist übrigens bereits in der Post Production und mit John Amos („Stirb langsam 2“) gesellt sich ein dritter Opa zu Glover und Trejo. Wenn Moss wieder mehr als das nicht einfällt, wird’s langsam Zeit für einen Antrag auf Zwangsrente. Also für ihn, nicht für seine Stars!

Wertung & Fazit

Action: 1/5
Zahmer als der erste Teil und noch mieser choreographiert und geschnitten, um Danny Trejos mal gar nicht bad ass’ige Physis zu verschleiern.
Spannung: 0,5/5
Lahmer Krückstock: schafft nicht mal die neunzig Minuten und wirkt trotzdem gestreckt, passagenweise regelrecht gelangweilt von sich selbst.
Anspruch: 0/5
Nö.
Humor: 0,5/5
Betulicher Altherrenhumor mit Furzwitzen und viel Gemecker. Schwächer als im ersten Teil, da selbst die grützdoofen Oneliner diesmal nahezu ausbleiben. Und Danny Glover sagt nicht »I’m too old for this shit«, obwohl’s nie besser gepasst hätte!
Darsteller: 2,5/5
Danny Trejo wird kein herausragender Charaktermime mehr, und das muss er auch gar nicht. Trotzdem ist das schon nah an der Überforderung, was Craig Moss ihm hier zumutet. Der übrige Cast, inklusive Danny Glover, bleibt blass.
Regie: 1/5
Statt astreiner 80ies-Actioner-Referenz nur ein müder Abklatsch des ersten Teils, bei dem viel deutlicher die Frage heraussticht, wie viele Inszenierungsfehler gewollt und wie viele Mangels besserem Können entstanden sind. Und letzteres scheint deutlich zu überwiegen…
Fazit: 2/10
„Bad Ass 2“ ist lame ass. Der erste Teil war plumpes Trash-Vergnügen mit hohlen Onelinern, der zweite Teil wirkt eher wie eine schlechte Parodie seiner selbst. Überflüssig.

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