Stars im Portrait: CHRISTIAN BALE

Portrait

Christian Bale steht in dem Ruf, einer der talentiertesten Schauspieler seiner Generation zu sein. Was man auch auf eine solche Wertung geben mag, sie wird ihm doch zweifellos gerecht. Bales Darstellungen sind stets mehr als bloß gut, ganz sicher niemals schlecht, sondern kratzen stattdessen (beinahe) immer am Außergewöhnlichen. Und gehen manchmal sogar darüber hinaus, etwa in The Machinist (2004), für den er sich 30 Kilo vom Körper hungerte, oder in American Psycho (2000), in dem er Bret Easton Ellis’ umstrittene Romanfigur Patrick Bateman zu erschreckendem Leinwand-Leben erweckte.


CHRISTIAN BALE American Psycho


Dabei ist der Waliser eines nicht, nämlich ein typischer Star. Als 13jähriger die Hauptrolle in Steven Spielbergs Kriegsdrama Das Reich der Sonne (1987) spielend, wurde die Öffentlichkeit erstmals mit Bales früh entwickeltem Ausnahmetalent ansichtig. Dem folgten vielzahlige Nebenrollen, zum Beispiel in den Epochen-Dramen Betty und ihre Schwestern (1994) mit Winona Ryder, sowie diversen Jungschauspielerinnen, und Jane Campions Portrait of a Lady (1996). Für nicht wenig Aufsehen aufgrund einiger homosexueller Szenen sorgte 1998 Todd Haynes Hommage an die Glam-Rock-Ära Velvet Goldmine. Insgesamt könnte man meinen, mit seiner Rollenauswahl täte Bale sich und seiner Popularität oftmals keinen Gefallen, doch genau das ist es, was ihn als Schauspieler so interessant und als Menschen so faszinierend macht. Er sucht nie den einfachen, den kommerziellen Weg, sondern fahndet stets nach Stoffen, die ihn fordern, physisch wie psychisch. Eben das ist es, was man als Zuschauer von ihm bekommt: Bales Leistungen gehen kompromiss- und schnörkellos bis zur Grenze und darüber hinaus. Viel ehrlicher kann es ein Schauspieler mit seinem Publikum nicht meinen.


RESCUE DAWN Pic1


Durch Christopher Nolans Batman Begins (2005), dessen Fortsetzung The Dark Knight (2008, mittlerweile auf Platz 5 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten), sowie den 2009 erschienenen Terminator Salvation veredelt Bales Können inszwischen auch groß angelegtes und hoch budgetiertes Blockbuster-Kino. Trotzdem ruht er sich nicht auf diesen populären Mammutproduktionen aus. Sie stechen nicht etwa aus seinem Gesamtwerk heraus, sondern fügen sich durch Bales intensive Präsenz nahtlos darin ein und weiterhin ist Bale sich nicht zu schade, sich etwa für Werner Herzogs Überlebenskampf Rescue Dawn (2006) beinahe unmenschliche Qualen antun zu lassen und in kleineren, ambitionierten Projekten aufzutreten, wie in Terrence Malicks The New World, dem Gangster-Thriller Harsh Times (beide 2005), oder in Todd Haynes Bob Dylan-Experiment I’m not there (2007). Des weiteren war Bale neben Hugh Jackman in Christopher Nolans The Prestige (2006), im Duell mit Russell Crowe im Edelwestern 3:10 to Yuma (2007) und in Michael Manns Public Enemies (2009) mit Johnny Depp zu sehen.

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.