Franchise History: THE FAST AND THE FURIOUS

Erfolgsrezepte sind manchmal denkbar simpel: harte Kerle, schnelle Autos, heiße Girls – und fertig war im Jahr 2001 der Überraschungshit The Fast and the Furious. Von einer mittlerweile fünfteiligen Serie mit einem Gesamteinspielergebnis von über anderthalb Milliarden ging wohl niemand aus, als man ein paar knackige junge Gesichter mit aufgemotzten Karren durch einen dünnen und nicht gerade originellen Plot düsen ließ, doch die Mischung aus spektakulärer Racing-Action und Exploitation-Charme kam an. Zehn Jahre später hat sich The Fast and the Furious nach qualitativ schwankenden ersten Sequels, aber mit einem dem Auftak ebenbürtigen vierten und fünften Teil längst vom reinen car culture movie zum echten Action-Franchise entwickelt. Im folgenden wird nun ein Blick auf die bisherigen Filme geworfen (ein sechster Teil ist längst in Planung), auf die Erfolgsgeschichte der Serie in Zahlen, sowie auf die Stars und Figuren, die die Filme, neben den getunten Edelkarren, populär gemacht haben.

Die Filme

(Hinweis: diese Franchise History enthält zum Teil massive Spoiler zu allen Teilen)
Der Reiz der The Fast and the Furious-Reihe beschränkt sich, wenngleich hauptsächliches Element, sicher nicht nur auf Cars und Babes. Den Filmen wurde es durchaus zum Vorwurf gemacht, die Streetracing-Szene und ihre Illegalität oder ganz generell das Leben abseits des Gesetzes zu glorifizieren, zu verharmlosen und zu romantisieren. Fraglos bietet sich diese Angriffsfläche in weitreichendem Ausmaß, ist aber in der Konsequenz eher etwas zu weit gegriffen. Von Teil zu Teil mehr und weniger gut gelungen erfüllen die Filme den eskapistischen Zweck und Kompensationswunsch des Mediums Film, das Eintauchen in eine Welt, zu der man im wahren Leben niemals Kontak finden oder überhaupt nur suchen wollen würde. Gerade grundehrliche und universelle Motive wie Loyalität und Familie werden immer wieder betont und mit der ausgeübten Kriminalität synchronisiert, wodurch das Setting einladend wirkt (als böseres Wort könnte man auch manipulativ verwenden), aber keineswegs zum Verbrechen verführt, sondern einfach nur zu zwei Stunden entspanntem Abtauchen – mit, wie gesagt, qualitativen Schwankungen.

The Fast and the Furious
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The Fast and the Furious

In hochgezüchteten Karren macht eine Bande von Rasern der Polizei und Truckfahrern das Leben schwer und lässt bei spektakulären Kaper-Aktionen technisches Equipment im Wert von mittlerweile mehreren Millionen mitgehen. Hauptverdächtiger ist Ex-Knacki Dominic Toretto, der mittlerweile eine Werkstatt betreibt. Um seine Schuld zu beweisen wird der junge Undercover-Cop Brian O’Connor in die lokale Szene illegaler Straßenrennen eingeschleust, zu deren heißesten Fahrern und bekanntesten Gestalten Toretto und sein Team gehört. Brian erliegt schon bald dem Geschwindigkeitsrausch und ist hin und hergerissen zwischen Pflichterfüllung und der Freundschaft zu Toretto…

Der pure Kompensationsfilm: klar ist die Story Dom…äh…dumm und hat das Script wenig Brian…äh…Brain und trotzdem kriegt The Fast and the Furious selbst jemanden (wie mich), der ‘n Mazda RX-7 nicht von ‘nem Tretboot unterscheiden kann, bei Lachgaseinspritzung an Zahnarztbesuche denkt und meint, ’ne »heiße Braut« ist nur was für die Hochzeitsnacht, für 107 Minuten in sein obercooles Raser-Macker-Poser-Bitches-Beats-Tuning-Loyalty-Respect-Milieu gerissen. Wer damit keinen Spaß hat: not my bad, see ya next time. Brrööööööööööhhmm… 🙂

Fazit: 7/10

2 Fast 2 Furious
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2 Fast 2 Furious

Nachdem er Dominic Toretto zur Flucht verholfen hat taucht Brian O’Connor in Miami unter und hält sich weiterhin mit illegalen Straßenrennen über Wasser. Doch schließlich wird der Ex-Undercover-Cop festgenommen und vom FBI zur Zusammenarbeit überredet. Der Drogenhändler Carter Verone soll der Geldwäsche überführt werden, Brian dazu in sein Team von Kurierfahrern eingeschleust werden. Gemeinsam mit seinem alten Partner Roman Pearce nimmt Brian den Auftrag an, der ihm Strafbefreiung verspricht, aber schon bald brandgefährlich wird…

2 Fast 2 Furious – Vin Diesel wollte 2 much money, drum muss man sich im 2. Teil der Tuning-Orgie mit 2thface Paul „2 proud 2 bag, 2 dump 2 act“ Walker begnügen, unterstützt von Tyrese „2 cool 2 act“ Gibson und Eva „2 boobs, no need 2 act“ Mendes. Doch Diesels Traktion fehlt hier von der Felge bis zum Heckspoiler, alles was die Subkultur des Street Racings im ersten Teil so einladend gemacht hat wirkt hier nun abstoßend, bzw. ist schlicht weg. Da kann Walker auch ordentlich auf hart machen und hinter jeden 2ten Satz ‘n lässiges »Bro« hängen, vor’m 2talversagen bewahrt ihn einzig sein Synchronsprecher David Nathan. 2 Fast 2 Furious – 2 lame 2 pointless…

Fazit: 3/10

The Fast and the Furious: Tokyo Drift
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The Fast and the Furious: Tokyo Drift

Der junge Sean Boswell hat sich mal wieder Ärger eingebrockt: nach einem wilden Rennen gegen einen High School-Konkurrenten kann er einem Gefängnisaufenthalt nur entgehen, indem er die USA in Richtung Tokio verlässt. Doch auch hier zieht der Reiz der illegalen Rennen Sean unaufhaltsam an, aber zunächst will die Technik des Driftens erlernt sein, bevor Ruhm und Respekt winken…

Regisseur Justin Lin gibt sein Debüt innerhalb der The Fast and the Furious-Reihe und vieles wird anders: das Testosteron-Gepose tauscht Lin gegen Pubertäts-Gepupse, Muscle Shirts weichen Schuluniformen, american hot chicks werden von Manga Girls ersetzt, statt (Viertelmeilen)Rennen in L.A. und Miami gibt’s wildes Gedrifte durch japanische Parkhäuser und Bergketten. Und so viele Popkulturverweise, von Donkey Kong bis Justin Timberlake, Lin außerdem einbringt und den Film damit in einer „echten“ Welt zu verorten glaubt: näher kam kein Teil der Reihe einem Videogame, mit Tutorial, Cut Scenes, Lernkurve, Missionsstruktur. Nur leider ohne Controller und Story, denn der Film driftet die gesamte Laufzeit um’s pure Nichts herum. Von Mario Kart bis Need for Speed: Underground hab ich mich mit der Mechanik von Drift-Einlagen immer schwer getan. So auch hier. The Fast and the Furious – Drifting sucks.

Fazit: 1,5/10

Fast & Furious
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Fast & Furious

Dominic Toretto ist untergetaucht, doch die Ermordung seiner Freundin Letty lockt ihn nach Los Angeles zurück. Alsbald trifft er auf der Suche nach dem Mörder erneut auf Brian O’Connor, der mittlerweile wieder im Dienst des FBI steht und den Drogenboss Arturo Braga jagt. Der wird auch zu Torettos Ziel…

Booyah, so macht das Spaß! The Fast and the Furious is back on track, vor allem da wieder Diesel statt Vakuum getankt wird. Der dicke Vin ist einfach Herz und Lunge dieser Serie, bring den benötigten Drive zurück und lässt in seinem mächtigen Schatten 2 Fast 2 Furious-Lead-Versager Paul Walker wieder besser dastehen. Ebenso scheint Regisseur Justin Lin seinen nicht nur in der zeitlichen Chronologie an letzter Stelle stehenden öden Tokyo Drift nur als Aufwärmrunde genutzt zu haben, um jetzt bis nah an den Anschlag los zu heizen. Zwar hat das hier nur noch als Kreidenotiz am Standstreifen was mit illegalem Streetracing zu tun, dadurch reduziert sich aber auch das Aufgegeile an Pimp-Karossen und dreiviertelnackten Party-Pussies auf das der Reihe verpflichtet Nötigste. Auf dem Asphalt bleiben außerdem Logikschlaglöcher wie jenes nicht aus, dass die Identität von nun-wieder-undercover-Cop O’Connor nicht längst auch dem letzten Bremslicht und Neon-Nymphomanen bekannt ist. Zudem hält Fast & Furious, obwohl er aus den Hauptwörtern seines Titels Verben macht, wie mehr oder weniger jeder Teil des Franchise sein Tempo nicht durch und CGI-Tunnel durch mexikanisches Gebirge sind nicht gerade der Afterburner. But who gives a shit, trotz manch stotterndem Motor darf wieder fröhlich gerast werden. Brrö-öchem-öööööö-öchem-öööhhmm…

Fazit: 6,5/10

Fast & Furious Five
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Fast & Furious Five

Brian und Mia Toretto haben Dom aus dem Gefängnis befreit und seitdem sind die Raser auf der Flucht vor den Autoritäten. In Rio de Janeiro müssen sie nun noch einen letzten Job durchziehen, um ihre Freiheit zu erlangen. Drum stellen Dom und Brian eine Gruppe von Profi-Rasern zusammen. Doch der knallharte Agent Luke Hobbs ist ihnen mit seinem Team auf den Fersen…

[…]»Für Fans der Reihe empfehlenswert« wäre wohl das typische Prädikat, das man einem fünften Teil in den TÜV-Bericht schreibt. Das ginge bei „Fast & Furious Five“ aber ungefähr so weit an der Sache vorbei, wie mit einem Rasenmäher über eine Formel 1-Strecke zu tuckern. Natürlich helfen Kenntnis der Vorgänger und der Figuren, um einige »Hä«‘s und »Who’s that again?«‘s zu vermeiden, aber allein der schwankenden Qualität der ersten vier Teile wegen kann sich der Film nicht auf dem »Fans gonna like it«-Argument ausruhen. Das tut er auch nicht, sondern düst mit Vollgas ein paar Meilen weiter. „Fast & Furious Five“ ist nicht (nur) für Fans empfehlenswert, sondern empfehlenswert für Fans überragenden Action- und Unterhaltungskinos. Und jetzt kommt eine Aussage, die man (mich selbst inbegriffen) zu einem Film der „The Fast and the Furious“-Reihe wohl höchstens von einem Filmkritiker der AUTO BILD erwartet hätte: „Fast & Furious Five“ ist der beste reine Actionfilm (also ohne Comic-, -Komödie, -SciFi oder –Thriller drumrum) der letzten Jahre, vielleicht sogar der letzten paar Dekaden. »And above all else, we never ever let them get into cars.« Nix da, Agent Hobbs. In dieser Form darf der Kinosaal gerne noch mehrmals zum Hubraum umfunktioniert werden.[…] Komplette Review

Fazit: 9/10

Box Office Performance

Rasender Erfolg:
Vor allem gemessen an den relativ geringen Kosten (selbst der fünfte Teil verschlang mit seinen 125 Mil. nur knapp 3/4 des durchschnittlichen Blockbusters) ist The Fast and the Furious ein enorm gewinnbringendes Franchise und selbst das verhältnismäßig schwache Ergebnis des dritten Teils ist noch deutlich ins Plus gerast. Insgesamt kommt die Reihe weltweit auf über anderthalb Milliarden eingespielter Dollar und kostete nur knapp ein Fünftel dessen.

Budget: 38 Mil.

Box Office: 207 Mil.
Budget: 30 Mil.

Box Office: 236 Mil.
Budget: 40 Mil.

Box Office: 158 Mil.
Budget: 85 Mil.

Box Office: 359 Mil.
Budget: 125 Mil.

Box Office: 626 Mil.

Die Stars

Ausgefeilte Charakterportraits, vielschichtige Konflikte, psychologisch interessante Entwicklungen – all sowas sucht man bei The Fast and the Furious vergebens. Im Zuge der Intentionen der Reihe sind Archetypen gefragt (und nicht in seltenen Fällen Sterotypen geliefert). Typen wie DIE überragende Figur des Franchise, der von Vin Diesel gespielte Dominic Toretto, der als einziger eine wirklich herausragende Stellung unter den Charakteren einnimmt. Von seinen Bindungen an Mitstreiter und Gegner hängt die Dynamik der Filme entscheidend ab und da zumindest seine Beziehung zu Undercover-Cop Brian O’Connor eine etwas mehr als eindimensonale ist und somit der Fokus darauf liegt lässt es sich verschmerzen, dass die Serie keinen einzigen bemerkenswerten „Bösewicht“ (dehnbarer Begriff in der Welt der Filme) hervorgebracht hat. Asiatische oder hispanische Streckenkonkurrenten und/oder Drogendealer – klar platziert, aber nicht gerade von Format.


Dominic Toretto
(Vin Diesel)

»I live my life a quarter mile at a time. For those ten seconds or less, I’m free.«

Dominic Toretto ist der polizeilich gesuchte Kopf eines Teams von Rasern, lebt aber trotz aller illegaler Aktivitäten nach strengen Prinzipien von Loyalität und Freundschaft. Er lebt, fährt und stiehlt aus einem simplen Grund: Freiheit.

Obwohl Vin Diesel dem Franchise zwischendurch nach Gagengier fremd ging ist klar er das beherrschende Element der Serie, der Mann ist einfach The Fast and the Furious.


Brian O’Connor
(Paul Walker)

»This is where my jurisdiction ends.«

Undercover-Cop Brian O’Connor kann der Anziehungskraft der Straßenrennen und Torettos nicht wiederstehen und ist stets hin und hergerissen zwischen seiner Pflicht und dem Sog der Freiheit. Am Ende des vierten Teils bricht er jedoch endgültig mit der Gesetzeshüterei.

Paul Walker macht sich gut, solange er Diesel an seiner Seite hat. Für den Lead von 2 Fast 2 Furious war sowohl seine Figur, als auch Walker selbst nicht interessant genug.


Leticia “Letty” Ortiz
(Michelle Rodriguez)

»Why don’t you girls just pack it up before I leave tread marks on your face?«

Tough chick Letty ist Dominics Freundin und Teil seines Teams, weiß sich in der Macker-Welt jederzeit zu behaupten und hält sich auch bei den Raubzügen nicht zurück. Nach ihrer Ermordung am Anfang des vierten Teils deutet das Ende von Fast Five ihr Überleben an.

Im ersten Teil tut sie nichts als markige Sprüche raunzen, im vierten sorgt ihr frühes Ableben immerhin für das emotionale Motiv. Dennoch: Michelle Rodriguez wird zwar nicht vollkommen reizreduziert, aber definitiv verschenkt. Viellicht ändert sich das aber im kommenden sechsten Teil…


Mia Toretto
(Jordana Brewster)

»Let this go. Before it’s too late.«

Doms Schwester Mia ist so etwas wie das gute Gewissen des Teams, steht zwar stets zu ihrem älteren Bruder, aber nicht immer unbedingt hinter seinen Taten. Verliebt sich in den Cop Brian, nach zwischenzeitlichem Bruch lebt ihre Affäre wieder auf. In Fast Five erwarten die beiden ein Kind.

Jordana Brewster trägt außer ein gewissen Bodenständigkeit wenig zur Reihe bei, als Paul Walkers Love Interest schon im ersten Teil unterentwickelt, darf sie sich im vierten nur noch Sorgen machen und Einkaufstüten schleppen. Teil Fünf etabliert sie wenig stringent als Computerkönnerin.


Vince
(Matt Schulze)

»Yeah that’s my beer…«

Vince ist seit der dritten Klasse eng mit Dom befreundet und geht mit ihm durch dick und dünn. Allerdings ist er auch ein bärbeißiger Sturrschädel, der es gar nicht gerne sieht, als Brian zum Team stößt und mit Mia anbandelt. Trotzdem rettet Brian ihm am Ende des ersten Teils waghalsig das Leben. In Fast Five erliegt Vince nach einer Schießerei seinen Verletzungen.

Matt Schulze gibt eigentlich nicht mehr, als den treu ergebenen, großmäuligen Stiernacken mit wenig Grips, seine Figur ist austauschbar, Schulzes Performance ebenso.


Leon & Jesse
(Johnny Strong, Chad Lindberg)

Leon: »Oh shit! We got cops, cops, cops, cops!«
Jesse: »I got that attention disorder.«

Leon und Jesse gehören zu Doms Team und sind für Technik, Tüftelei und Überwachung zuständig. Der hibbelige Jesse trifft am Ende des ersten Teils eine gedankenlose Entscheidung, die ihn das Leben kostet.

Who are these guys? Berechtigte Frage, bekommen beide doch kaum Persönlichkeit und relevante Screentime mit. Der Tod des einen ist drum ziemlich egal, das der andere selbst bei der Fast Five-Revivalshow nicht wieder auftaucht spricht für sich.


Roman Pearce
(Tyrese Gibson)

»Come on, man. Guns, murderers and crooked cops? I was made for this, bro.«

Roman ist ein ehemaliger Freund Brians, verdankt seinen verdeckten Ermittlungen aber auch einen Gefängnisaufenthalt. Die Aussicht auf Strafbefreiung führt die beiden schließlich in Miami wieder zusammen, wo sie den Drogendealer Carter Verone kalt stellen.

Große Klappe, viel Gepose, brockt sich ständig und aus schwer nachvollziehbaren Gründen Ärger ein – that’s Roman, bzw. Tyrese Gibson. Krampfhaft cooler und wenig tauglicher Vin Diesel-Ersatz im zweiten Teil, besser im fünften.


Monica Fuentes
(Eva Mendes)

»You might wanna keep your eyes on the road, playboy.«

Die Zollbeamtin und Undercover-Agentin Monica Fuentes ermittelt im zweiten Teil gegen Drug Lord Carter Verone und scheint, ähnlich wie zuvor Brian, Gefallen am Abseitigen gefunden zu haben. Aber letztlich unterstützt sie Brian und Roman.

In zugegebenermaßen netten Outfits trägt Eva Mendes eigentlich nur ihre Brüste und ihren Hintern spazieren. Ihr Subplot verdient diese Bezeichnung nicht. Eine Szene am Ende von Fast Five deutet ihre Rückkehr im sechsten Teil an.


Suki
(Devon Aoki)

»Whoa, smack that ass!«

Suki brettert in ihrem rosanen Honda S2000 durch die Nächte von Miami und beweist sich auf der Straße.

Model und sort of an actress Devon Aoki geizt nicht mit Reizen herum, kassiert und verteilt ansonsten ein paar dumme Sprüche – mehr ist nicht. Macht in ihrem Barbie Car eher ‘ne lächerliche statt toughe Figur und spielt für die Reihe ansonsten überhaupt keine Rolle.


Tej Parker
(Ludacris)

»When you gonna pop my clutch, huh?«

Ex-Streetracer Tej Parker beschränkt sich nach einem schweren Unfall mittlerweile auf die Organisation der Rennveranstaltungen und ist damit DER Mann, den es in Miami zu kennen gilt. Er leistet entscheidende Unterstützung für Brian und Roman.

In der gesamten Reihe macht wohl keiner so sehr auf Pimp und dicke Hose wie Christopher “Ludacris” Bridges (zumindest von den Figuren, die auch ein bißchen Story-Beitrag leisten). Irgendwie balanciert er das noch in einem halbwegs sympathsichen Rahmen aus, mehr ist aber nicht.


Sean Boswell
(Lucas Black)

»It’s not the ride, it’s the rider.«

Der bockige Teenager Sean Boswell wird statt ins Gefängnis nach Tokio geschickt, findet sich alsbald in der dortigen Streetracing-Szene wieder und mit Hilfe von Han Lue wird er zum Drift King und bereinigt durch seine Fahrfähigkeiten einen Konflikt mit der Yakuza.

Lucas Black spielt zwar deutlich erkennbar mit Mitte Zwanzig einen Minderjährigen, macht seine Sache zwischen Rebellentum und Wannabe ansonsten aber gar nicht so schlecht. Spielt allerdings aufgrund der Chronologie der Reihe (bislang) keine Rolle in weiteren Teilen.


Han Lue
(Sung Kang)

»Life’s simple, you make choices and you don’t look back.«

Han Lue gehört dem Team von Street Racern unter Dominic Toretto an und wird später in Tokio zum Mentor des jungen Lucas Black. Die Geschäftspartnerschaft mit Drift King Takashi kostet ihn das Leben.

Sung Kangs Han Lue ist sicher die interessanteste Figur des drögen The Fast and the Furious: Tokyo Drift, bringt eine gewisse Nachdenklichkeit ein und bekommt seine Brücke zu Dom nicht umsonst geschlagen. Kang spielte den Charakter außerdem schon in Justin Lins Better Luck Tomorrow.


Neela
(Nathalie Kelley)

»No problems. Just the moment…«

Neela ist der Love Interest von Sean Boswell, aber auch die Freundin des Drift King Takashi. Sie ist selbst leidenschaftliche Fahrerin.

Die ganz niedliche Nathalie Kelley ist als Neela zwar immer wieder Anlass für allerlei Kabeleien und bekommt so einen Storyzweck zugewiesen – auf diesen reinen Trophäen- und Objektcharakter beschränkt es sich aber auch.


Twinkie
(Bow Wow)

»Still need a dictionary?«

Mechaniker und self made Verkäufer Twinkie arbeitet für Han Lue und führt Sean Boswell in die Rennszene Tokios ein.

Ein gernegroßer Typ, der sich Bow Wow nennt, spielt einen gernegroßen Typen, der sich Twinkie nennt. Life ist too short to lose too many words: nervigster Charakter des gesamten Franchise.


Rico & Tego
(Don Omar, Tego Calderon)

»¿…?«

Rico Santos und Tego Leo gehören zu dem Team, mit dem Dominic Toretto am Anfang des vierten Teils unterwegs ist, an dessen Ende sie ebenfalls nochmal auftauchen. Außerdem sind sie in Vin Diesels Kurzfilm Los Bandoleros und in Fast Five am Start

Das selbe wie bei Leon und Jesse, nur noch extremer: who are these guys? Die Antwort gibt Fast Five: das sind zwei durchaus witzige Kerlchen, die sich ständig ihrer unterschiedlichen Lebensauffassungen wegen in den Haaren liegen.


Gisele Harabo
(Gal Gadot)

»Something interests you about this car?«

Zunächst arbeitet Gisele Harabo für Drogenhändler Arturo Braga, verguckt sich allerdings in Dominic Toretto, als dieser in Bragas Fahrerteam einsteigt. Der erwidert ihre eindeutigen Avancen nach Lettys Tod jedoch nicht, trotzdem schlägt sich Gisele auf seine und Brians Seite.

Auch Gal Gadot ist nicht mehr als das typische The Fast and the Furious-Babe: nett anzuschauen, wenig mehr. Teilt sich aber immerhin gemeinsam mit Dom einen der dümmsten Dialoge des Franchise.


Bilkins
(Thom Barry)

»Hey, I can pin this on whoever I want to.«

FBI-Agent Bilkins ist in den ersten beiden Filmen der direkte Vorgesetzte von Brian O’Connor.

Thom Barry greift nicht sehr aktiv ins Geschehen ein, setzt aber immerhin ein paar Impulse der unter den im gesamten Franchise nicht sehr hellen Gesetzesvertretern.


Elena Neves
(Elsa Pataky)

»Run, before it’s too late.«

Die unerfahrene Polizistin Elena Neves hat ihren Ehemann, ebenfalls Polizist, bei einer Schießerei in den brasilianischen Favelas verloren und wird von Luke Hobbs rekrutiert, da er sie für entsprechend motiviert und unbestechlich hält. Sie baut über den Verlust eines geliebten Menschen eine Bindung zu Dominic Toretto auf und ist am Ende von Fast Five mit diesem zusammen.

Elsa Pataky macht ihre Sache in Fast Five ganz gut und liefert Diesel einen emotionalen Spiegel. Darf sich dann im sechsten Teil mit der wohl zurückkehrenden Michelle Rodriguez balgen.


Johnny Tran
(Rick Yune)

»Be ready to have your ass handed to you.«

Johnny Tran ist der Kopf eines gegnerischen Racing Teams und ein Intimfeind Dominic Toret´tos, spätestens seit dieser was mit seiner Schwester hatte. Am Ende des ersten Teils erschießt Tran Jesse und wird anschließend von Brain zur Strecke gebracht.

Rick Yune dient mit seiner Bande in The Fast and the Furious vor allem dem Legen einer falschen Fährte und ist letztlich nicht mehr als ein Alibi-Antagonist, um den eigentlich Handlungsstrang um Dom und Brian hier und da zu würzen.


Carter Verone
(Cole Hauser)

»Hey, hey, hey! Don’t ever touch me.«

Der Drogendealer und Geldwäscher Carter Verone ist ins Visier des FBI geraten, Brian O’Connor und Roman Pearce werden in seine Organisation eingeschleust und die beiden machen Verone am Ende dingfest.

Als schmierig-stereotyper Miami-Drug Lord gibt Cole Hauser den Bösewicht des zweiten Films und hinterlässt einzig einer Folteraktion mit Ratte und Eimer wegen Eindruck, die wohl den im Ton unpassendsten Moment der gesamten Reihe darstellt.


Roberto & Enrique
(R. Sanchez, M. Gallini)

Enrique: »You know, I like you. But I still gotta kill you. It’s my job.«

Enrique und Roberto sind die Männer für’s Grobe im Dienste von Carter Verone, müssen sich aber besonders von Roman Pearce auch einiges gefallen lassen. Er und Brian können die beiden Grobklötze schließlich ausknocken.

Zwei total tumbe Goons, fast schon comichaft überzeichnet und wenig bedrohlich, das sind Matt Gallini als Enrique und Roberto Sanchez als Roberto.


“Drift King” Takashi
(Brian Tee)

»Do you know who I am, boy?«

Takashi ist der beste Drift-Rennfahrer Tokios und trägt daher den Titel Drift King. Er organisiert außerdem Geschäfte für seinen Yakuza-Onkel. Nachdem auffliegt, dass Geschäftspartner Han Lue Gelder abgezweigt hat zwingt Takashi ihn zu einem tödlichen Unfall und wird anschließend bei einem entscheidenen Drift-Rennen von Sean Boswell besiegt.

Wie der gesamte Plot von Tokyo Drift leidet auch die Schurkenqualität von Brian Tee am pubertären Teeniegeplänkel-Plot. Sein Drift King ist aber dennoch ein nicht zu unterschätzender Gegner.


Arturo Braga
(John Ortiz)

»To the ladies we’ve loved, and the ladies we’ve lost…«

Drogenhändler Arturo Braga zieht Dominic Torettos Zorn auf sich, als in seinem Auftrag Letty ermordet wird. Braga verbirgt sich zunächst hinter seiner Scheinidentität Ramon Campos, wird jedoch enttarnt und von Brian und Dom schließlich in Mexico festgesetzt und dem Gesetz ausgeliefert.

John Ortiz’ Braga liefert Dom zwar ein starkes emotionales Motiv, hinterlässt ansonsten aber keinerlei Eindruck. Bringt keine bad ass-Action (zumindest nicht persönlich), lässt sich einfach schnappen und strahlt nichts aus.


Fenix Calderon
(Laz Alonso)

»That’s what I call a real driver.«

Der Handlanger Arturo Bragas ist in dessen Auftrag für die Ermordung Lettys verantwortlich und bekommt am Ende des vierten Teils Dominic Torettos Zorn zu spüren.

Laz Alonso bekommt gemessen an seiner durchaus bedrohlichen und fiesen Ausstrahlung viel zu wenig zu tun, sein Fenix Calderon kommt tatsächlich tough enough rüber, um es mit Vin Diesel aufnehmen zu können. Die beiden hätten sich eine intensivere Auseinandersetzung mano-a-mano verdient.


Hernan Reyes
(Joaquim de Almeida)

»God isn’t my worry.«

Auf den korrupten brasiliansichen Geschäftsmann und Drug Lord Hernan Reyes, beziehungsweise auf sein Geld, haben es Dominic Toretto und Brian O’Connor in Fast Five abgesehen.

Joaquim de Almeidas Hernan Reyes bleibt in negativer Hinsicht der Tradition der Serie treu und ist nur ein weiterer, steroetyper Zweckmittelschurke. Wird am Ende des fünften Teils von Luke Hobbs erschossen.


Luke Hobbs
(Dwayne Johnson)

»And above all else, we never ever let them get into cars.«

Der Elite DSS Agent Luke Hobbs wird angeheuert, um Dominic Toretto und Brian O’Connor in Brasilien zur Strecke zu bringen.

Die Besetzung Dwayne Johnsons macht sich mehr als bezahlt. Er ist ein ebenbürtiger Gegner für die Raser, insbesondere für den überlebensgroßen Diesel, dem er in jeder Hinsicht in nichts nachsteht. Zudem ist mit Hobbs auch im nächsten Teil der Reihe zu rechnen. Bislang der beste Antagonist der gesamten Reihe (trotz zwischenzeitlicher Verbündung mit Dominic, Brian und co.


Geschafft, das war die Franchise History zu The Fast and the Furious. Und da die Produzenten mit der Reihe noch einiges vorhaben wird sie sicher zu gegebener Zeit um mindestens einen sechsten Teil erweitert.

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2 Kommentare

  1. Wow! DAS ist mal ein Überblick. Nach wie vor werde ich die Finger von dieser Reihe lassen. Offensichtlich hab ich Teil 2 damals nicht zu Unrecht frühzeitig abgebrochen, und da ist mir zu viel Murks dabei, um mich bis zum scheinbar großartigen fünften Teil durchzuarbeiten.

    1. Danke 🙂
      Wie schon unter der Review zum 5. geschrieben: kannst wenig falsch machen, wenn du dem ‘ne Chance geben würdest. Der funktioniert ganz anders als die ersten vier, soooo viel Vorwissen ist nicht nötig, mindestens Teil 2 und 3 sind völlig vernachlässigbar und zur Not liest du dich hier ein bißchen schlau 😉

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