GAME OF THRONES Staffel 6 – Episode 6: Recap zu „Blood of My Blood“

Die zweite Hälfte der diesjährigen Staffel bricht an und bringt gleich mehrere bekannte Figuren zurück ins Spiel, die wir schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen haben…

Nach dem fulminanten Showdown zur Staffelhalbzeit ist es vielleicht nicht ganz so verwunderlich, dass „Blood of my Blood“ wieder einen Gang zurück schraubt. Das macht die Folge aber keinesfalls schwächer, sondern bereitet einen in vielerlei Hinsicht auf den großen Showdown vor und ich muss auch in dieser Woche wieder sagen: Ich bin von der sechsten Staffel maßlos gehyped! Keine Folge war bisher schwach, in jeder sind aufregende Dinge passiert und die Staffel legt ein Tempo an den Tag, das sich von Woche zu Woche selbst übertrifft. Auch in dieser Episode wünscht man sich einfach nur, dass die einzelnen Folgen doch etwas länger sein mögen, weil es einfach so viele Dinge gibt, die noch detaillierter ausgeführt werden könnten.

So setzt „Bloody of my Blood“ dort an, wo wir letzte Woche aufgehört haben, nämlich mit Meera (Ellie Kendrick) und Bran (Isaac Hempstead-Wright) auf der Flucht vor den Wights. Viele Fans haben es vorhergesagt und genau so trifft es dann auch ein: Die beiden werden von Coldhands -soll es wirklich die mystische Gestalt aus den Romanen sein? – gerettet, der sich kurz darauf als Brans Onkel Benjen (Joseph Mawle) entpuppt. Die Erklärung für sein Verschwinden ist vielleicht fast schon etwas unspektakulär, aber Coldhands-Benjen, der von den Kindern des Waldes nach einem White Walker – Angriff gerettet worden war, ist jetzt immerhin ein zuverlässiger Wegbegleiter und Beschützer für den neuen Three Eyed Raven. Faszinierend ist darüber hinaus, dass wir erstmals den Mad King in einer von Brans Visionen sehen, der von Jaime ja bekanntlich hinterrücks ermordet wurde.

In Braavos nehmen die Geschehnisse eine überraschende Wendung: Arya (Maisie Williams) schleicht sich in die Gemächer der Schauspieler, um den Rum der Lady Crane (Essie Davis) zu vergiften, doch als sich letztere als erstaunlich sympathisch entpuppt, vereitelt Arya kurzerhand ihr Attentat und verrät, dass Lady Cranes Konkurrentin im Theater den Mordauftrag gegeben hat. Damit ist Arya erneut gescheitert, kehrt jetzt jedoch mit ihrem Schwert Needle dem House of Black and White den Rücken, wobei es dort schon bald zu einem kleinen Finale kommen wird, denn Jaquen H´Ghar (Tom Wlaschiha) fordert nun ihren Tod.

Samwell Tarly (John Bradley) und Gilly (Hannah Murray) kommen in Hornhill an, dem Herrschersitz der Tarlys, und meine Güte ist Papa Tarly (James Faulkner) sauer! Dass Gilly bei dem Wildlingshasser nicht willkommen ist, wird auch Sam klar, weshalb er sich kurzerhand dazu entschließt, seine Geliebte und ihren Bastardsohn mitzunehmen und vorher noch Papas geliebtes Schwert zu klauen. Ob es nun wirklich nötig war, diesen Umweg auf deren Reise so ausführlich zu behandeln, ist bei Sam und Gillys geringer Screentime fragwürdig, aber für die Charakterentwicklung war es definitiv nicht falsch, auch die restliche Tarly-Familie dem Zuschauer vorzustellen.

In King´s Landing zerstört „Game of Thrones“ mal wieder wunderbar die Erwartungen des Publikums. So ziemlich jeder hat jetzt damit gerechnet, dass es Bürgerkrieg geben wird, aber nichts da! Der High Sparrow (Jonathan Pryce) triumphiert, indem sowohl Margaery (Natalie Dormer) als auch Tommen (Dean-Charles Chapman) zum Glaube finden, weshalb fortan Krone und Kirche gemeinsam Westeros regieren. Da kann auch die Dornenkönigin (Diana Rigg) nur noch mit den Achseln zucken, während die Tyrell-Armee sich vor der Septe formiert. Fun Fact am Rande: Wir sehen in der nachfolgenden Szene den eisernen Thron zum ersten Mal seit der vierten Staffel, als Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) von seinem eigenen Sohn aus der Stadt verbannt wird. Jaime soll nun nach Riverrun reisen, um die Burg zurückzuerobern.
Michiel Huisman als  Daario Naharis und Emilia Clarke als Daenerys Targaryen in GAME OF THRONES Staffel 6 - Episode 6 Blood of my Blood
Die Heimatburg der Tullys wird nun zum Krisenherd, denn Jaime soll nun zusammen mit den Freys die Burg belagern. Cersei kündigt derweil ein Trial by Combat an, bei dem der große Clegane-Bowl wohl nur noch eine Frage der Zeit ist, wobei ich allerdings sagen muss, dass mir das schon etwas zu sehr in Richtung Fanservice tendiert.

Apropos Frey! Familienoberhaupt Walder ist mal wieder schlecht gelaunt, denn für ihn ist es eine Schande, dass er die Burg an den Blackfish verloren hat. Zum Glück hält er noch Edmure Tully (Tobias Menzies) seit der Red Wedding gefangen, der jetzt wohl im Konflikt um die Burg noch eine große Rolle spielen wird. So grausam es auch ist, dieses Monster Walder Frey wiederzusehen, so genial wird er wieder von David Bradley verkörpert, sodass es wieder ein Genuss ist, dieser Figur erneut beim Intrigieren zuzusehen. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal erwähnen, dass es langsam aber sicher wirklich möglich ist, das wir Lady Stoneheart auch in der Serie endlich zu Gesicht bekommen, besonders da in den letzten Tagen erneut Gerüchte und angebliche Spoilervideos durchs Internet flatterten. Sinn würde es an dieser Stelle schon ergeben, denn auch Brienne (Gwendoline Christie) befindet sich ja auf dem Weg nach Riverrun. Es würde der ohnehin schon atemberaubenden Staffel jedenfalls die Krone aufsetzen!

Zuletzt treffen wir auch in dieser Woche noch einmal auf Dany (Emilia Clarke), die mit ihrer Dothrakihorde auf dem Weg nach Meereen ist. Zunächst war ich etwas genervt, dass man die Folge schon wieder mit einem epischen Badass-Moment der Drachenkönigin beendet, denn das hatten wir nun wirklich schon oft genug, aber ich muss verdammt nochmal sagen, dass ich auch dieses Mal wieder Gänsehaut hatte, als sich Daenerys dann den Khal-Drogo-Gedächtnispreis verdient und vom Rücken ihres (unfassbar gewachsenen!) Drachen Drogon eine ordentliche Ansage macht. Langsam glaube ich auch daran, dass Daenerys zunächst einmal großen Schaden in Westeros anrichten wird, denn sie strebt ja quasi eine gewaltsam errichtete Diktatur an. Das würde wieder perfekt zu „Game of Thrones“ passen, dass sich ein anfänglicher Publikumsliebling als große Gefahr entpuppt und immer mehr zum eigentlichen Gegenspieler wird.

Zusammengefasst ist „Blood of my blood“ wieder eine stark geschriebene, wenn auch etwas schwächere Episode im Vergleich zu letzter Woche, in der es -Überraschung! – keinen einzigen Toten gibt (von einem Hasen und einigen Eiszombies mal abgesehen). Etwas unzufrieden bin ich lediglich mit der Entwicklung in King´s Landing, denn die Bekehrung von Tommen ging mir ehrlich gesagt etwas zu schnell. Hier hätte vielleicht sogar nur ein Dialog mehr ausgereicht, um die plötzliche Wandlung des Kindkönigs noch glaubhafter zu thematisieren, wobei das natürlich alles wieder eine Frage der begrenzten Zeit ist. Wie schön wäre es doch, wenn jede Episode eine ganze Stunde dauern würde, wobei ich, wie schon oft erwähnt, einfach nur gespannt auf die letzten vier Episoden bin, denn uns stehen noch so viele große Dinge bevor. Aryas Rachefeldzug bzw. Flucht, die Belagerung von Riverrun (endlich mal wieder etwas aus den Büchern!), die Schlacht um Winterfell, Cerseis Trial by Combat, die White Walker, noch mehr wichtige Visionen von Bran und so weiter. Vor allem wenn man auf das Staffelfinale blickt, das nicht nur mit knapp 70 Minuten Überlänge (Juhu!) haben wird, sondern auch den Titel des neuen Romans von George R.R. Martin trägt, kommt man schon allein beim Lesen in Staunen: The Winds of Winter. Damit bin ich mir nur noch sicherer, dass uns noch in dieser Staffel der Fall der Mauer bevorstehen wird und wie krass wäre denn das als letzte Szene in diesem Jahr…

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