Stars im Portrait: GEORGE CLOONEY

Portrait

Trio mit vier Fäusten, Golden Girls, Roseanne, Mord ist ihr Hobby
Bis zu seinem Durchbruch in der gefeierten Ärzteserie Emergency Room kam George Clooney nicht über Gastauftritte und die Teilnahme an Pilotfolgen, die nie in Serie gingen, hinaus. Doch die Rolle des Kinderarztes Doug Ross (die er von 1994 bis 1999 in insgesamt 106 Folgen spielte), die damit verbundene Aufmerksameit und wachsende Fangemeinde machten ihn schließlich auch für Hollywood interessant. Nach drittklassigen Machwerken wie Return to Horror High (1986) und dem immerhin unter Trash-Liebhabern kultigen Die Rückkehr der Killertomaten (1988), ergatterte er dank seiner gewonnenen Popularität im Jahr 1996 die Hauptrolle in der beschwingt-romantischen Komödie Tage wie dieser, in der mit Michelle Pfeiffer anbandelte. Bediente Clooney hier noch voll das (von den Produzenten aufgebaute) Image des schlitzohrigen Charmeurs, zeigte er mit seiner zweiten großen Rolle im selben Jahr seine Ambition, sich nicht darauf beschränken zu lassen. In From Dusk till Dawn unter der Regie von Robert Rodriguez glänzte Clooney an der Seite von Quentin Tarantino in einem ausgefallenen Gangster-Thriller-Vampir-Splatter-Hybriden, der schnell Kultstatus erlangte und dem damals 35jährigen dank seiner ultra-coolen Performance nebst Juliette Lewis, Danny Trejo und Harvey Keitel eine völlig neue Basis von Fans erschloss. Geschickter Schachzug.



Nach dem desaströsen Ausrutscher Batman & Robin und einem unspektakulären Auftritt als Action-Hero in Projekt: Peacemaker (beide 1997) bewies Clooney auch in der Folge einen Hang zu eher ungewöhnlichen Stoffen, gerne unter der Regie von Steven Soderbergh oder den Coen-Brüdern, unter deren Führung er mit Out of Sight (1998) und O Brother, where art thou‘? (2000) zwei Glanzpunkte in seiner Filmografie setzte. Dabei entwickelte er eine schauspielerische Größe, die weit darüber hinausreicht, dass man Clooney aufgrund seiner lockeren Ausstrahlung in jeder Rolle einfach nur gerne sieht. Gipfelnd in der Oscar-Auszeichnung für Syriana (2006) und die -Nominierung für Michael Clayton (2008) zeigt er sich heute als facettenreicher Charakterdarsteller. Dabei erlauben ihm kommerzielle Erfolge wie die Ocean’s-Trilogie (2001, ’04, ’07) die Verwirklichung jener Projekte, über die sich auch der Mensch Clooney definiert: sein politisches Engagement in Darfur, seine hochgelobte Regiearbeit und Herzensangelegenheit Good Night, and Good Luck (2005) und die Konzentration auf künstlerisch herausfordernde und bedeutende, statt kommerziell kalkulierte Filme. Im Durchschnitt spielen Clooneys Arbeiten in Amerika etwa $53 Millionen ein. Zieht man hier einen Vergleich zu Kollegen wie Brad Pitt oder Johnny Depp liegt er deutlich zurück, und dennoch ist Clooney einer der wichtigsten und größten Stars dieser Zeit und dabei sympathisch genug, sich weder darauf auszuruhen, noch sich allzuviel darauf einzubilden.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.