Stars im Portrait: HEATH LEDGER

Portrait

Viel ist berichtet und vor allem spekuliert worden, über die Umstände von Heath Ledgers Tod, das Erbe seiner Tochter, vermeintliche Liebschaften… doch darum soll es hier nicht gehen.

Ohne jemals eine Schauspielschule besucht zu haben, absolvierte Ledger erste Auftritte in australischen Fernsehserien, wie Der Traum vom Clown (1992) oder Leinen los! (1993). Sein Durchbruch in Hollywood gelang ihm mit Brian Helgelands Ritter aus Leidenschaft (2001). Rein schauspielerisch hat Ledger mit der Darstellung des Jokers in The Dark Knight (2008), für die er dutzende von posthumen Auszeichnungen erhielt, ohne Zweifel ein beeindruckendes Vermächtnis hinterlassen. Sein Portrait dieses menschgewordenen Chaos wird als eine der besten Leistungen der letzten Jahre überhaupt gelobt und setzt (mindestens) im Genre der Comicverfilmungen einen neuen Standard. Aber diese energetische Performance ist sicher nicht das One-Hit-Wonder in Ledgers Karriere. Vielmehr lässt sich seine Leistung in The Dark Knight an einem ganz bestimmten Begriff festmachen: Konsequenz. Konsequenz insofern, als dass Ledger in seiner Rollenwahl den Mut bewies, die Teeniestreifen (10 Dinge, die ich an dir hasse, 1999) und lukrativen Nebenrollen an der Seite gestandener Stars (Der Patriot, 2000) hinter sich zu lassen. Konsequenz insofern, als dass er mit so begnadeten Regisseuren wie Marc Forster (Monster’s Ball, 2001), Ang Lee (Brokeback Mountain, 2005) und Terry Gilliam (Brothers Grimm, 2005; The Imaginarium of Doctor Parnassus, Ledgers letzter Film, der 2009 in die Kinos kommt) zusammenarbeitete, die sich allesamt als in der Lage erwiesen, Ledgers Talent sowohl zu formen, als auch auszureizen. Hinter dem Weg, den Ledger schauspielerisch zurückgelegt hat und zu dem auch das viel gelobte australische Drogendrama Candy (2006) und Todd Haynes‘ ungewöhnliche Bob Dylan-Biografie I’m not there (2008) gehören, ist der Wille eines Mannes zu erkennen, der nach Herausforderung strebte, der mit Leidenschaft und Hingabe arbeitete und der kein Interesse daran hatte, sich auf Erreichtem auszuruhen. Die Grundvorraussetzungen, aus denen der gewaltige Kraftakt, aus der die Darstellung des Jokers resultiert.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.