PLANET DER AFFEN: REVOLUTION – Kritik zum Schimpansen-PreSequel mit Andy Serkis und Jason Clarke (Kino)

Story

Zehn Jahre sind vergangen, seit das gezüchtete und als Alzheimermedikament gedachte Virus ALZ-113 ausbrach und einen Großteil der Menschheit binnen kürzester Zeit dahin raffte. Die Zivilisation ist zerbrochen, Großstädte entleert und überwuchert. Aber gleichzeitig bewirkte das Virus einen rapiden Anstieg der Intelligenz bei jenen Affen, an denen es im Labor getestet wurde, was schließlich zum Aufstand der Primaten unter Führung des Schimpansen Caesar führte. Die Affen haben sich seitdem ins Muir Woods National Monument zurückgezogen, ein Naturschutzgebiet nördlich von San Francisco, und dort eine eigene Zivilisation errichtet. Menschen sind ihnen seit längerem nicht mehr begegnet und sie halten diese mittlerweile für verschwunden. Doch dann trifft Caesars Sohn inmitten der Wälder auf eine kleine Gruppe von Überlebenden, die mit ihrem Anführer Malcolm einen nahegelegenen Damm erforschen wollen, um dessen Energiegewinnung nach San Francisco umzuleiten, wo sich eine Menschenkolonie gebildet hat, deren Reserven nahezu aufgebraucht sind. Das anfängliche Misstrauen zwischen Affen und Menschen weicht mit der Zeit und Malcolm und Caesar schenken einander genügend Vertrauen, um schließlich sogar gemeinsam den Damm in Gang zu setzen. Der von Menschenhand und durch brutale Laborversuche entstellte Bonobo Koba jedoch beobachtet argwöhnisch und voller Hass die Bande zwischen Caesar und den Menschen…

Die Filmkritik

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Vom belächelten und als überflüssig abgetanen Affentheater zu einem der meisterwarteten Blockbuster des Jahres: Rupert Wyatts „Rise of the Planet of the Apes“ konnte 2011 entgegen aller Skepsis voll überzeugen und bot als Prequel zum Charlton Heston-Klassiker von 1968 sogar einen ungeahnten erzählerischen Wert, unabhängig vom Wissen um den Ausgang. Das Sequel zum Prequel führt sie nun fort, die Geschichte vom Niedergang der Menschheit und vom Aufstieg der Affen zur führenden Spezies auf Erden: „Dawn of the Planet of the Apes“ kann nicht mehr überraschend um die Ecke kommen, der Film von „Cloverfield“-Macher Matt Reeves muss liefern. Aber um mal gleich für Ernüchterung zu sorgen: mit viel mehr als einem nochmals beeindruckenderen Performance Capturing, das die Primaten zum Leben erweckt, kann die Fortsetzung nicht glänzen.

Nachdem der Vorspann newsmäßig die Verbreitung des ALZ-113-Virus aufrollt (die „Rise of the Planet of the Apes“ nicht so ganz sinnig in den Abspann und eine Mid Credits-Sequenz verlegte), gehören die ersten Minuten von „Dawn of the Planet of the Apes“ ganz den Affen, die in dramatischer Kriegsbemalung auf Hirschjagd gehen, erste Charakterdynamiken etablieren (foreshadowing, sooooo much foreshadowing!) und in ihrem Idyll inmitten der Redwoodbäume Frieden und Freiheit gefunden haben. Gestik, Mimik und Zeichensprache dominieren, als hätte Reeves die Regie während dieses Auftakts an die Pixar-Jungs abgetreten, die ähnliche Kunststücke großartig in „WALL•E“ und „Up“ kreierten. Sowas hätte man jenseits eines reinen Animationsfilms noch vor zehn Jahren nicht bringen können, doch die tricktechnischen Möglichkeiten erklimmen mit „Dawn of the Planet of the Apes“ einen neuen Referenzwert und die Pixelprimaten können sich ein Echtheitszertifikat an die Eingangstore ihres Dorfes nageln.
PLANET DER AFFEN REVOLUTION Koba
Sinnieren über „Technik-Demo“ und „CGI-Geprahle“ lohnt nicht, die digitalen Geschöpfe sind mit Gollum aus der „Lord of the Rings“-Trilogie, Peter Jacksons „King Kong“, Camerons Indianer-Schlümpfen aus „Avatar“ und den „…of the Planet of the Apes“-Affen längst als handlungs- und emotionstreibende Träger einer Erzählung angekommen und etabliert und kaum ein Film hat bisher ein Spektrum abgedeckt wie „Dawn of the Planet of the Apes“. Doch die Mängelhaftigkeit des Sequels liegt dementsprechend nicht bei den mausklickgenerierten Schimpansen und Gorillas und ihrer Tragfähigkeit – sondern bei der Art ihrer Traglast, der Geschichte selbst und bei ihren menschlichen Gegenbildern. „Dawn of the Planet of the Apes“ projiziert ganz und gar typische Kernkonflikte auf die Primaten und lässt über ihre behaarten Schultern rollen, was ähnliche „on the edge of war“-Storys dutzendfach in verschiedenen Genres mit Menschen im unüberwindlichen Dissens auffuhren. Die (Pr)Evolution der Tiere bedingt Interessenbildung, bedingt Uneinigkeit, der unbedingte Gehorsam weicht, je weiter die Gabe eines Intellektes reicht, der Zweifel und Verachtung ein artikulatives Instrument zur Verfügung stellt, Willen- und Instinktleistungen die Voraussetzungen schafft, sich einer Herrschaft zu erwehren, der spezieshierarchischen im ersten Teil, der innerrassenethischen in „Dawn of the Planet of the Apes“.

Und so ist es die Prägung aus Missbrauch, Trauma und Hass, die den Wahn eines Kriegstreibers nähren, nur nicht zuerst in Reihen der Menschen (den Trailern nach schien Gary Oldman der Topfavorit auf diesen Posten zu sein), sondern unter den Affen. Umgekehrte Vorzeichen für die gleiche Botschaft: Krieg ist doof und viel schöner wär’s doch, wenn’s ohne ginge… Sein Prequel-Dasein macht dem Sequel dabei mehr zu schaffen als seinem Vorläufer, da hier keine persönliche Reise im Vordergrund der Geschichte steht: „Dawn of the Planet of the Apes“ ist kein Film der Entwicklung, sondern graduell verschobener, aber unausweichlicher Konsequenzen, die immer nur ihrer jeweiligen Anlässe bedürfen. Das „ob“ ist keine Frage, es WIRD Krieg geben. Und das „wie“ ist mit dem bockigen Extremisten-Bonobo Koba, den furchtvoll aufrüstenden Menschen und diversen Missverständnissen eben auch schnell klar und geht seinen vorgezeichneten Weg. Mit „Rise…“ teilt „Dawn…“ sich das dramaturgisch ganz kleine Einmaleins der effizienzerprobten Storytellingmechanismen, da wird mit Zaunpfählen von solcher Dicke gewunken, dass die Redwoodbäume wie eine Zahnstocherparade daneben stehen.
PLANET DER AFFEN REVOLUTION Caesar
Im kleineren Rahmen des Vorgängers konnte das als klassische Narration noch gedeihen; der hingebungsvolle Forscher mit dem an Alzheimer erkrankten Vater, der Menschenaffe, dessen erhöhte Intelligenz ihn seiner Selbst und seiner Umwelt gewahr werden lässt, klar und einfach formuliert und zunehmend in Caesars Perspektive verschoben. Für „Dawn of the Planet of the Apes“ und seine größere Geschichte macht sich diese Anlage nicht bezahlt und der Film wirkt teilweise geradezu plump und mangels besserer Einfälle erzählt. Da unterhalten sich die Affen just noch darüber, seit dann und dann keinen Menschen mehr gesehen zu haben und jappadautz, in der nächsten Szene steht eine Gruppe Homo Sapiens vor ihnen. Da nimmt der sonst so besonnen handelnde und auf eine sensible Beschnupperung bedachte Malcolm ausgerechnet den größten Affenhasser des Teams, Carver, mit auf die Mission, obwohl der beim ersten Aufeinandertreffen mit den Fellträgern für einen beinahe tödlichen Zwischenfall gesorgt hat. Warum? Nur um plotgerecht den Konfliktekessel am Brodeln zu halten und arschig Exposition unterzubringen, denn einen unabdingbaren Nutzen für’s Unterfangen „Damm reaktivieren“ scheint Carver entgegen einer kurzen Behauptung nicht zu besitzen. Eine „heile unsere Kranken und du gewinnst unser Vertrauen“-Szene darf bei der Annäherung zwischen der Menschengruppe und Caesars affiger Gefolgschaft natürlich auch nicht fehlen.

„Dawn of the Planet of the Apes“ ist rappelvoll mit derartig generischen Simpel- und Umstandsmomenten, da fehlt dann nur noch der armeverschränkend ins Bild kommende Atze Schröder, der ein »ja nee, is klar…« raushaut. Dafür mangelt es auf beiden Seiten an Tiefe und Identifikation, der Film betreibt mit einer Handvoll Charakteren einen dünnen Exemplarimus, weder die Affengesellschaft noch die Menschenkolonie werden neben ihren Oberhäuptern verdeutlicht. Und wenn schließlich die Schlacht losbricht und fast alle Figuren, die „Dawn…“ einen hat kennenlernen lassen, auf beiden Seiten daran überhaupt nicht beteiligt sind, weckt das einfach keine große Anteilnahme. Die ständigen Verweise auf die Bedeutung von Familie und einige plakativ durch’s Bild tollende Kinder genügen nicht, wenn zum Beispiel Caesars Affendame im gesamten Film bloß ein, zwei Dialogzeilen gestikuliert, sein ältester Sohn ein Mottenkistenmoraldilemma durchmacht und das ganze auf Menschenseite sogar noch kahler wirkt: Jason Clarke und Keri Russell sind kein glaubwürdiges Paar und Sohn Kodi Smit-McPhee ist… irgendwie anwesend, während Schicksale und mögliche Gefühlswelten vor dem Hintergrund der zehn Jahre wütenden Affenseuche höchstens mal nebenbei angesprochen, aber nie aus den Figuren vorgearbeitet werden. Das wiegt auch nicht die Niedlichkeit eines neugeborenen Affenbabys auf. Nebendran bemerkt: warum sieht man davon nicht mehrere, viele gar? Wie kontrolliert Caesar den Geschlechtstrieb und die Fortpflanzung seiner Affenschar?
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Das den Kern kaum mal überwuchernde Worldbuilding lässt Fragen offen und raubt den Konflikten die Intensität, zuoberst auf der Seite der Menschen, während jene der Affen mit manipulativen Klischees bedient wird. Das tat auch der Vorgänger, doch der war emotional sicherer verankert und viel komplexer, perspektivisch reichhaltiger und schlauer konzipiert. Auch eine Subtextebene wie in „Rise…“ ist in „Dawn…“ nicht vorhanden, Reeves‘ Film ist eine Plakatwand und wird ausschließlich von dieser abgelesen. Der Versuch einer friedlichen Koexistenz zwischen den Menschen in San Francisco und den Affen in den Wäldern wird nicht sukzessive auf die Probe gestellt, es sind vorhersehbare Kausalitäten, die in gewissen Mindestabständen unbeholfen dagegen rummsen, meist beglückt von Zufällen, doofem Handeln und Hauruck-Prozessen. So ist einer, der dein Leben eben noch zu retten bereit war, nur einen halben Film später fähig, dich zu töten. Das ist zu guter Letzt sehr eindimensional und macht nur noch durch Primatenlaute einen Unterschied, ob man diese Geschichte vom Scheitern des Verhinderns eines Krieges nun mit Indianern, Samurais, sonstigen historischen Gestalten, Orks und Elfen, Aliens, Amöben, Ameisen oder eben Affen erzählt. Und das zum Schließen der allerletzten Lücken zwischen den Prequels und dem ‘68er Original auch noch ein dritter Film aufgezogen wird stimmt nach „Dawn of the Planet of the Apes“ leider nicht mehr sehr zuversichtlich.

Wertung & Fazit

Action: 3.5/5

In der Menge und der Ausrichtung an den Plotbedürfnissen ähnlich gut eingesetzt wie im Vorgänger, mit einigen großartigen Bildern, ohne komplett zu overpowern. Es fehlt aber die emotionale Verbindung, die die Action im ersten Teil ausmachte.

Spannung: 1.5/5

Sehr vorhersehbar, das Prequel-Dasein schlägt ungleich heftiger auf den Spannungsbogen ein, als noch im ersten Teil.

Anspruch: 0.5/5

Kaum vergleichbar mit Caesars Entwicklung aus dem Vorgänger: der Plot ist plumper und plustert sich nur anhand einiger großer Begriffe auf, die der Film kaum mit Bedeutung zu füllen imstande ist.

Humor: 0/5

Der Affen-Aufstand ist ‘ne todernste Angelegenheit.

Darsteller: 3.5/5

Natürlich ist Andy Serkis ein herausragender Performance Capture-Künstler und natürlich ist seine Darbietung auch hier herausragend. Dennoch kommt sein Caesar undifferenzierter rüber und die Menschenfiguren um Jason Clarke und Gary Oldman sind richtiggehend schwach (geschrieben UND zum Teil auch gespielt).

Regie: 2/5

Matt Reeves und das Autoren-Trio setzen eine ähnlich schablonenhafte Story diesmal längst nicht so effektiv um, wie Rupert Wyatt beim Vorgänger. Derartige Kriegs-/Konfliktgeschichten gab’s so auch einfach schon viel öfter und außer viel mehr Fell fällt „Dawn of the Planet of the Apes“ dazu verschwindend wenig ein.

Film: 5/10

Keinesfalls besser als der Vorgänger, wie es vielerorts zu lesen ist: „Dawn of the Planet of the Apes“ will viel, erreicht aber mit seinen Mitteln verdammt wenig. Tricktechnisch ist’s ein noch höher als „Godzilla“, „X-Men: Days of Future Past“ oder „Transformers: Age of Extinction“ einzuschätzendes Highlight, weil die brilliante Effektarbeit hier eben nicht bloß Krach- und Krawallexzessen dient. Aber dafür sind die Storymechanismen rückständig und überbemüht und die Figuren, Menschen und Affen gleichermaßen, viel zu einseitig in ihrer jeweiligen Position zueinander und alles ist wahnsinnig ausrechenbar. Was viel mehr stört als beim Vorgänger, weil dessen Kern emotional stärker und vielschichtiger bestückt war. Ein paar tolle Einzel- und Actionmomente und -bilder retten die Bewertung.

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9 Kommentare

  1. Ähm, zu Beginn sieht man eine ganze Gruppe Affen jüngeren Alters, die von Maurice, dem Urang-Utan, unterrichtet werden. Es gibt also sehr wohl Kinder und nicht nur eins. 😉 Wem so etwas Überdeutliches nicht auffällt, der disqualifiziert sich für jegliche Filmkritik. 😛 Aber seine Meinung darf man gern vertreten.

    Ich fand den Film besser als Teil 1 und überaus tragisch, was vor allem die Figur des gepeinigten Koba betrifft. Ich kann sein Handeln nachvollziehen, obgleich es nicht richtig ist. Ein gut ausgearbeiteter, glaubwürdiger Charatkter – wie auch Ceasar. Allerdings stimme ich dir in einem Punkt uneingeschränkt zu: Carver hätte ich definitiv daheim an Ketten gebunden und nicht mehr zu den Affen gelassen.

    Aus meiner Sicht ganz großes Kino. Nicht perfekt, aber doch echt klasse. 8,5/10

    1. “Das wiegt auch nicht die Niedlichkeit eines neugeborenen Affenbabys auf. Nebendran bemerkt: warum sieht man davon nicht mehrere, viele gar?” Ich rede da explizit von Affenbabys bzw. Kleinkindern, Familieninteraktion, generative Gruppendynamiken etc., nicht “Affen jüngeren Alters”, die in den Erwachsenenstand übergehen. Zu denen zählt ja z.B. auch Caesars Ältester und der ist mir schließlich auch überdeutlich aufgefallen. Und falls mir da doch was in der Art entgangen sein sollte: das kann mal vorkommen und war für meinen Geschmack dann einfach nicht präsent genug in Bezug darauf, was ich mit der Aussage meine. Im Kino erinnert man sich auch nicht nach jedem Zweistundenfilm an Details aus den ersten fünf, zehn Minuten…

  2. Wenn man schon einen Verriss schreibt, dann bitte mit weniger inhatllichen Fehlern. 😉

    1. “Carver, mit auf die Mission, obwohl der beim ersten Aufeinandertreffen mit den Fellträgern für einen tödlichen Zwischenfall gesorgt hat”

    > Der Affe Ash hat überlebt, wie kurz darauf zu sehen ist und wird erst später getötet (und zwar von Koba).

    2. “fast alle Figuren, die „Dawn…“ einen hat kennenlernen lassen, auf beiden Seiten daran überhaupt nicht beteiligt sind”

    > Sie meinen sicherlich die Figuren aus “Rise” und nicht die des aktuellen Films.

    > Mit Ceasar, Maurice, Koba und Rocket sind die wichtigsten Affen aus “Rise” mit dabei.

    > Und wären die menschlichen Hauptfiguren (deren Nichterscheinen in “Dawn” schon seit ca. zwei Jahren bekannt war) noch dabei, wäre dies angesichts der vielen Toten durch den Virus ein solcher “Zufall” gewesen, dass dies ein noch größerer Kritikpunkt gewesen wäre – oder? 😉

    Ich persönlich finde viele Kritiken (wie auch Ihre) am Film übertrieben. Er ist nicht so stark wie “Rise”, das stimmt. Aber so extrem schablonenhaft und vorhersehbar ist er nun auch nicht, wie oft getan wird. Und einen so dialog- bzw. gestenreichen Film, bei dem die Geschichte auf Augenhöhe mit den Effekten (zumindest angedacht) ist, ist als Sommerblockbuster eine Bereicherung. Für mich liegt er je nach Erwartungshaltung bei 7/10 bis 8/10.

    1. Zu 1.: zugegeben, da fehlt wohl irgendwo ein “beinahe” in dem Satz mit dem tödlichen Zwischenfall, das ändert aber nichts daran, dass man den Typen besser nicht nochmal in die Nähe der Affen gelassen hätte 😉 .

      Zu 2.: Nein, ich meine die Figuren aus “Dawn” und es geht mir explizit um die Schlachtszene, nicht um den generellen Film.

      Korrektes Zitat:

      Und wenn schließlich die Schlacht losbricht und fast alle Figuren, die „Dawn…“ einen hat kennenlernen lassen, auf beiden Seiten daran überhaupt nicht beteiligt sind, weckt das einfach keine große Anteilnahme.

      Mir fehlt da ein genauerer Anriss der Menschen- und Affenkolonien (ein paar mehr Alltagsbilder, vielleicht ein, zwei Dialogszenen usw.), so bleibt man bei der Schlacht mit Gary Oldman, zwei drei wichtigeren Affen und ansonsten viel gesichtsloser Masse an Mensch und Tier zurück, von denen man kaum eine Vorstellung bekommt, während Malcolm und co. noch in den Wäldern unterwegs sind und mit dem Kampf (erstmal) nix zu tun haben.

    2. Okay, kann man so sehen. Mich hat das wenig gestört, weil die Massenszenen eher exemplarisch für das Überleben oder das Zusammentreffen zwischen Menschheit und Affen stehen. Würden dann permanent nur einige wenige Charaktere im Mittelpunkt stehen und die Kamera immer wieder diese in Großaufnahme zeigen, fände ich das klischeehaft und langwelig (zumal, wie nicht zu Unrecht angemerkt, das Identifikationspotential sowieso nicht so groß ist).

      Bei diesen Szenen gibt es übrigens zwei super Sequenzen.
      1. Die Kameraeinstellung vom Panzer, als der Affe (war es Koba?) dessen Steuerung übernimmt und das Geschütz (oder wie das heißt) schwenkt und im Hintergrund nahezu beiläufig der Kampf tobt und vorbei zieht. Fand ich klasse.
      2. Als Malcolm das OP-Besteck aus dem ehemaligen Lager der Menschen holt und dabei von Flur zu Flur bzw. von Treppenhaus zu Treppenhaus beinahe den Affen in die Arme läuft oder von umhergeworfenen Gegenständen getroffen wird. Diese Szene kommt nahezu ohne Schnitt aus und hat mich stark an die Gebäudesequenz in Children of Men erinnert, als Clive Owen mit dem Baby durch das Kriegsgetümmel läuft.

    3. Die Szenen fand ich auch stark, wären mir auch durchaus eine gesonderte Erwähnung wert gewesen, aber der Text ist eh schon zu lang, drum hab ich das im Wertungskasten im Bereich Action unter “mit einigen großartigen Bildern” zusammengefasst 😉 .

      Danke übrigens für die konstruktiven Beiträge, das liest man in der Form auch nicht allzu oft, wenn jemand nicht unbedingt der gleichen Meinung ist.

  3. Stimme vielen Punkten dieser grundsätzlich gut geschriebenen Kritik zwar zu, fand allerdings den Umstand mit Carver nicht sonderlich dramatisch (auch wenn natürlich das Damm-Argument im Film nicht unterfüttert wird). Sehe den Teil aber nicht so weit weg vom Vorgänger, der mir nur marginal besser gefiel. Am meisten scheide ich mich an der Glorifizierung der Effekte als “brillant” – fand die Affen zwar besser umgesetzt als in RISE, aber dennoch wenig überzeugend. Die Eröffnungsszene sah 1:1 wie aus einem Videospiel entnommen aus. Da schau ich mir lieber das 68er Original mit Menschen in Masken an.

    1. Die Carver-Sache schrie mir einfach zu laut “PLOT DEVICE!!!!” entgegen.

      Was die Effekte angeht: klar kann man gerade als geübter Zuseher mit ein bißchen Hintergrundwissen bezüglich digitaler Tricktechnik nie vollständig an der CGI-Herkunft vorbeisehen. Trotzdem ist das beeindruckend, welcher Stand da mittlerweile erreicht ist, vermutlich besonders für Kinogänger, die sich nicht durch Making Of’s etc. die Illusionen kaputt machen. NOCH realistischer muss das für meinen Geschmack auch nicht mehr werden, ich möchte gar nicht irgendwann digitale nicht mehr von echter Kreatur unterscheiden können.

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