Review: FAST & FURIOUS FIVE

Erfolgsrezepte sind oft simpel und werden nicht eben komplizierter, je länger eine Filmserie wird. Horror-Franchises häufen Sequels im zweistelligen Bereich an, ohne an ihren Gerüsten zu rütteln und auch Actionfilme präsentieren sich nicht mehr besonders variantenreich, sobald die Formel zum (Kassen)Glück erstmal steht und sich über ein, zwei Teile etabliert hat. So auch gesehen bei The Fast and the Furious: war die denkbar simple Mischung aus aufgepimpten Karren, harten Kerlen, schnellen Rennen und heißen Babes im Jahr 2001 noch ein Überraschungshit, so wurde der Nachfolger, 2 Fast 2 Furious, bereits zum kalkulierten solchen. Die typischen Schein-»something different«-Manöver fuhr indes der dritte Teil, Tokyo Drift, auf; das Seriendebüt von Regisseur Justin Lin kam mit neuem Hauptdarsteller, einem Kontinentwechsel und statt Viertelmeilenrennen wurde gedriftet. Doch im Verhältnis der Reihe enttäuschten die Zahlen und The Fast and the Furious schien auf dem Rückweg in die Garage. Statt nun aber an der gebräuchlichen Erfolgsformel festzuhalten, immerhin noch für einträgliche Kassenergebnisse gut, entschied man sich für einen anderen Schritt: mit Fast and Furious wurden nicht nur aus Hauptwörtern Verben, sondern auch die Schwerpunkte verlagert und Altgewohntes nur noch als das der Serie verpflichtet Nötigste eingebracht. Gute Entscheidung, mit der Lin an den ersten Teil anknüpfen konnte. Wie gut diese Entscheidung wirklich war zeigt allerdings erst jetzt der mittlerweile fünfte Teil, Fast & Furious Five. (Mehr zu den Vorgängern, den Stars und Charakteren gibt es hier in der Franchise History).

Story



Nach Fast and Furious: nachdem sie Dominic Toretto in einer waghalsigen Aktion vor dem Knast bewahrt haben, sind der Ex-Cop Brian O’Connor und Doms Schwester Mia in Rio de Janeiro untergetaucht. In ständiger Flucht vor den Behörden sind ihre Mittel nahezu erschöpft und als bei einem vermeintlich einfachen Job alles schief geht verschlechtert sich ihre Lage weiter: Dom, Brain und Mia wird nicht nur die Ermordung dreier Bundesagenten angelastet, sie sind plötzlich auch im Besitz heißer Daten des korrupten brasiliansichen Geschäftsmannes Hernan Reyes, der ganz Rio kontrolliert und quer über die Stadt verteilt ein Vermögen von 100 Millionen Dollar lagert. Um endlich ihrem Leben auf der Flucht zu entkommen fassen die drei einen wahnsinnigen Plan. Gemeinsam mit einem Team alter Weggefährten wollen sie Reyes bis auf den letzten Schein ausnehmen. Doch die Situation verschärft sich weiter, als Reyes sein Vermögen an einem bestens gesicherten Ort bunkert und sich außerdem der knüppelharte DSS Agent Luke Hobbs an die Fersen der Raser heftet…

Der Film

Für Pimps, Poser und Neonleuchten ist kein Platz mehr: nachdem sich schon Fast and Furious ein gutes Stück weit von der Streetracing-Szene entkoppel hat setzt Fast & Furious Five diesen Weg konsequent fort. Die Ereignisse der Vorgänger, zumindest des ersten und vierten Teils, haben die Protagonisten in eine nahezu aussichtslose Lage gebracht, das Risiko ist unermesslich gestiegen, hier stehen keine Bestzeiten über eine Viertelmeile mehr im Vordergrund und hier geht es nicht mehr darum, im rechten Moment irgendwelche Turbo Boost-Knöpfchen zu drücken. Fast & Furious Five ist in den ersten Minuten nach seiner spektakulären Gefängnistransporter-Crash-Eröffnung von einer Schwere, die man der Serie und den Charakteren während ihrer Anfänge nicht zu stemmen zugetraut hätte. Der Exploitation-Charme des Erstlings weicht einer sehr viel härteren Gangart, ohne in dieser Neuauslegung oder Andersgewichtung unzugehörig zu wirken.



Denn so wenig die Themen an der Oberfläche in ihrer Ausprägung oder überhaupt noch die selben sind, so wenig haben Justin Lin, Drehbuchautor Chris Morgan und die Darsteller den Kern der Reihe aus den Augen verloren. Vor lauter aufgemotzen Karossen, knapp bekleideten Tussen und archetypischen Kraftmackern kann man es zugegebermaßen leicht übersehen (in den Teilen zwei und drei fehlt es zudem von sich aus), doch das Zentrum der The Fast and the Furious-Reihe sind Begriffe und Werte wie Familie, Zu- und Zusammengehörigkeit, Loyalität und der Wunsch, frei zu leben. Und auch wenn diese Themen mit Kriminalität synchronisiert werden, so sind sie in ihrer Stärke doch eine nachvollziehbare Motivation und obwohl die Charaktere der flüchtigen Raser beileibe nicht tiefgründig oder vielschichtig sind: sie sind eben auch nicht egal. Die Betonung der genannten Dinge und das die Figuren von allen und vor allem dem Wunsch nach Freiheit zu Anfang von Fast & Furious Five so weit entfernt sind, wie noch nie zuvor, sorgt letztlich dafür, dass der Film über alle seine weiteren Stärken derart herausragend gut funktioniert.

An oberster Stelle zu erwartender Stärke stand von Anfang an kein geheimnisumwitterter Faktor: die Action. Daran hat es der Reihe nie gemangelt, was allerdings Fast & Furious Five in diesem Bereich auffährt lässt sich nur so beschreiben: überragend. Und das nicht bloß im Rahmen der bisherigen Teile, sondern generell. Eine ganz laute und nachhallende Erwähnung ist es dabei wert, dass Justin Lin dem Franchise komplett den überflüssigen CGI-Schnickschnack ausgetrieben hat. Nur in ganz wenigen Szenen wird offensichtlich digital getrickst, ansonsten regiert der gute alte praktische Stunt und dessen Wert weiß wohl jeder zu schätzen, der sich in den vielen künstlichen Effektschlachten der letzten Leinwandjahre nicht wirklich wohl gefühlt hat. Fast & Furious Five ist da ganz anders, die erste richtig große Actionszene, in der Dom, Brian und Mia gemeinsam mit ein paar zwielichtigen Gestalten beschlagnahmte Wagen aus einem fahrenden Zug zu entführen versuchen, könnte man fast zum Referenzwerk erklären, wenn es um die Beantwortung der Frage geht, warum der reale dem digitalen Effekt immer überlegen sein wird. Das ist eine dynamische, druckvolle, originelle, in einem Wort phantastische Sequenz, Stuntkino nahe der Perfektion.



Es ist ein schlauer Zug Justin Lins, diese Szene für lange Zeit nicht überbieten zu wollen und statt einen »Wumms!« an den nächsten zu klatschen lieber jene Idee voran zu treiben, die auf dem Papier gar nicht so gut klang: dass sich in Fast & Furious Five ein All Star Cast aus den vorangegangenen Filmen versammelt hätte angesichts dessen, dass einige Figuren bisher überhaupt nichts oder eher schlechtes beigetragen haben, böse nach hinten losgehen können. Tyrese Gibson und Ludacris zum Beispiel, die in 2 Fast 2 Furious noch nervten bis zum Abwinken, oder Don Omar und Tego Calderon… wer? Genau. Umso erfreulicher, dass die Zusammenkunft für Fast & Furious Five zu genau dem Coup wird, als den die Macher ihn im Sinn hatten. Mit dem Angehen des Plans zur Erbeutung der 100 Millionen ändert sich die komplette Stimmung des Films, die Protagonisten ziehen sich selbst aus ihrer aussichtlosen Lage und aus der Enge, obwohl die Gefahr weiterhin von allen Seiten droht treibt es sie voran, ein neues Ziel gefunden, einen Ausweg markiert zu haben. Gibson und Ludacris hauen sich die Sprüche um die Ohren, Don Omar und Tego Calderon… wer? Genau die! liefern einen gelungenen Running Gag und Fast & Furious Five wird mit seiner light Version eines Beutezugs der Ocean’s-Bande zum puren Unterhaltungsknüller.

Dabei klappt es tatsächlich vorzüglich, dem bislang so übermächtigen Franchise-Dominator Vin Diesel die Last von den Schultern zu nehmen, auch diesen Film wieder allein durch seine Präsenz tragen zu müssen. Wiederum vergleichbar mit den Ocean’s-Filmen bekommt jedes Teammitglied seinen Moment und das hier natürlich niemand mit der Star-Power eines George Clooney, Brad Pitt oder Matt Damon aufwarten kann macht Lin mit viel Humor und Selbstironie wieder wett. (Alte) Mechanismen der Serie werden sarkastisch kommentiert und so viel Frische, wie dieser Mittelteil in sein Establishment pumpt, war niemals vorauszuahnen und wurde so wohl auch noch von keinem fünften Teil irgendeiner Serie abgeliefert. Momente mimischer Überwältigung sucht man dabei sicherlich vergebens und die Darsteller dürfen höchstens bei den Kids Choice- oder MTV Movie-Awards auf Auszeichnungen hoffen, aber ihnen gelingt es, Typen zu schaffen und bei dieser großen Revival-Show nicht bloß ihrer Anwesenheitspflicht nachzugehen. Gewohnheitsmäßig kommen die Damen ein bißchen kürzer, Jordana Brewster und besonders die dürre Gal Gadot bleiben vorwiegend reizreduziert, darüberhinaus nimmt Brewsters Mia Toretto im Gegensatz zu den anderen Charakten nicht gerade die stringenteste Entwicklung, wenn sie in vorigen Filmen nur als gutes Gewissen, Köchin und Einkaufstütenschlepperin herhält, hier aber auf einmal als Computer-Ass auftrumpft. Auch Neuzugang Elsa Pataky kann als Polizistin mit tragischem Hintergrund Elena Neves nicht viel aus ihrer Rolle machen, insgesamt bemüht sich Fast & Furious Five aber zumindest, seinen weiblichen Figuren einen Schritt in die Mehrdimensionalität zu gönnen.



Den vermisst man auf Schurkenseite weiterhin, eine Schwäche der Serie bleibt es, dass der bad guy, in diesem Fall Joaquim de Almeida als Hernan Reyes, bloß ein Stereotyp mit geringem Wiedererkennungswert und höchstens behaupteter Gefährlichkeit bleibt. Dafür, und das mehr als ausgleichend, weshalb dieser Punkt sich in Fast & Furious Five auch nicht so negativ wie in den Vorgängern bemerkbar macht, setzt ein verdammt dicker Brocken das Highlight auf Antagonisten-Seite: mit Dwayne „don’t call me The Rock The Rock“ Johnson und seinem hammerharten Agent Luke Hobbs wird Diesel endlich ein Gegengewicht geliefert, das dem dicken Vin mehr als nur gewachsen ist. Johnsons out-of-this-world-Erscheinung bildet den perfekten Gegenpart zu Diesels eigener und das Aufeinandertreffen dieser beiden Körpergiganten verläuft entsprechend rabiat und urgewaltig. Das zweite Franchise-Urgeistein, Paul Walker, muss da trotz knackiger Bräune naturgemäß gegen verblassen, aber nichts desto trotz hat auch er diesen leichten Weichbrei-Touch der beiden ersten Teile beeindruckend hinter sich gelassen und teilt hart und effektiv aus. Und was er und Diesel im Showdown mit zwei Flitzern und einem tonnenschweren Safe abziehen – überragend…

Nur wenige kleine Fahrfehler kosten den Joyride letztlich die paar Zehntelsekunden, die ihn von einer Höchstwertung abhalten. Mit Brüchen von Physik- und Logikgesetzen muss man dem fünften (!) Teil von The Fast and the Furious sicher nicht mehr kommen, dass das Team um Dom und Brian, wenngleich unter massivem Fahndungsdruck stehend, vieles reichlich unbehelligt erledigen darf, fällt dann aber doch immer mal wieder auf und stärkt nicht gerade die ohnehin schwache Position des Schurken Reyes. Zudem steckt bei aller sehr begrüßenswerter Entwicklung des Franchise immer noch ein hohes Maß an Proll-Attitüde darin und wer sich damit nicht arrangieren mag oder den eskapistischen Wert dieses Gestus nicht für sich entdeckt, der dürfte sicher mehr Spaß daran haben, einen halben Tag im Stau zu stehen, als sich diesen Film anzugucken. Die herausragende in-den-Sitz-Presser-Action und das bestens aufgelegte Ensemble halten aber dennoch die Spur, unterstützt von einem absolut hörenswerten Score Brian Tylers, der, nebst den üblichen wummernden Hip Hop Tracks, nicht nur die Action erstklassig vorwärts peitscht, sondern auch die ruhigen Momente unterstützt wo er nur kann und manches Schauspieltalent allein möglicherweise zu klein gewesen wäre. Und nochmals aller Respekt für Justin Lin und seinen Ansatz „echter“ Arbeit. Nachdem der Mann Tokyo Drift zur Aufwärmrunde und Fast and Furious als Qualifying genutzt hat liefert er mit Fast & Furious Five nun einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg.



»Für Fans der Reihe empfehlenswert« wäre wohl das typische Prädikat, das man einem fünften Teil in den TÜV-Bericht schreibt. Das ginge bei Fast & Furious Five aber ungefähr so weit an der Sache vorbei, wie mit einem Rasenmäher über eine Formel 1-Strecke zu tuckern. Natürlich helfen Kenntnis der Vorgänger und der Figuren, um einige »Hä«‘s und »Who’s that again?«‘s zu vermeiden, aber allein der schwankenden Qualität der ersten vier Teile wegen kann sich der Film nicht auf dem »Fans gonna like it«-Argument ausruhen. Das tut er auch nicht, sondern düst mit Vollgas ein paar Meilen weiter. Fast & Furious Five ist nicht (nur) für Fans empfehlenswert, sondern empfehlenswert für Fans überragenden Action- und Unterhaltungskinos. Und jetzt kommt eine Aussage, die man (mich selbst inbegriffen) zu einem Film der The Fast and the Furious-Reihe wohl höchstens von einem Filmkritiker der AUTO BILD erwartet hätte: Fast & Furious Five ist der beste reine Actionfilm (also ohne Comic-, -Komödie, -SciFi oder –Thriller drumrum) der letzten Jahre, vielleicht sogar der letzten paar Dekaden. »And above all else, we never ever let them get into cars.« Nix da, Agent Hobbs. In dieser Form darf der Kinosaal gerne noch mehrmals zum Hubraum umfunktioniert werden.

Wertung & Fazit

Action: 5/5
Stand jetzt: die besten Actionszenen 2011. Dürfte auch am Ende des Jahres noch so sein. Einfach herrlich zu sehen, dass Justin Lin und sein Team den praktischen vor den CGI-Effekt stellen.
Spannung: 3/5
Allein durch das enorme Tempo und die gewaltige Zugkraft und den puren Unterhaltungswert des Geschehens spannender, oder vielleicht besser ausgedrückt dynamischer als erwartet.
Anspruch: 0/5
Fast & Furious 5 ist kein totales Hohlkopfkino, aber natürlich auch nicht von Raffinesse und Tiefgründigkeit geprägt. Die Story hat ihren emotionalen Kern mit starken Themen, genau wie ihre Logiklücken und Physik-Unmöglichkeiten.
Humor: 2/5
Der mit Abstand humorvollste Teil der Reihe und das nicht nur auf Basis der unfreiwilligen Komik. Kauzige Oneliner, amüsante Wortgefechte und ein guter Schuss Selbstironie im Rückblick auf Mechanismen der Serie.
Darsteller: 4/5
Die geballte Physis von Diesel und Johnson dominiert, aber daneben bekommt jeder seinen Part zu spielen und fühlt sich in seiner Rolle sichtlich zu Hause. Im Rahmen der Reihe oder des Actionkinos allgemein absolut überzeugend.
Regie: 4,5/5
Chapeau, Justin Lin. Dem Mann gebührt Respekt dafür, in welche Richtung er The Fast and the Furious gelenkt hat. Überragendes Gespür für tolle, CGI-freie Actionszenen, Tempo und Timing. Starke Leistung!
Fazit: 9/10
Wer hätte das gedacht: da rast eine tiefergelegte Filmreihe um Poser, Cars und Pussies mit ihrem fünften Teil mal eben auf die Pole Position des Actionkinos. Eine dermaßene Power besaß selbiges seit ewig nicht mehr und auch keiner der Vorgänger. Einfach DAS Actiobrett des Jahres.

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23 Kommentare

  1. Ist meine erste Berührung mit der Reihe, und ich muss sagen, der Streifen ist echt gelungen. Zwar je länger, je mehr ein Oceans 11 mit Autos für Arme, aber dafür ist er auch je länger, je besser. 🙂

    1. Da kommt dann wohl zum Tragen, ob man die Vorgänger/die Figuren kennt und neben der Action auch halbwegs daran interessiert ist, wie’s mit denen weitergegangen ist

    2. Jetzt kenn ich die besser, und ich muss sagen, ich kann mittlerweile besser damit leben, dass es anfangs etwas locker zuging. Trotzdem ist es für einen alleinstehenden Actionfilm ein bisschen zuviel Drama. 😉

  2. Bin wie alle auch etwas überrascht über die gute Bewertungen 😀
    Der Trailer hat aber wirklich Lust auf den Film gemacht, werd ihn mir sicherlich noch irgendwann anschauen 🙂
    Hoffe das stimmt, dass er einer der besten Actionfilme – zumindest – der letzten Zeit ist.

  3. Gut, aber mit Komödienelementen spielt der hier ja auch, allein durch Don Omar und Tego Calderon, sowie im weitesten Sinne auch Gibson und Ludacris. Und wenn man TERMINATOR 2 disqualifiziert, weil er SF integriert, dann fällt FAST & FURIOUS 5 raus, weil er ein Heist-Movie á la OCEAN’S ELEVEN oder THE ITALIAN JOB ist, das Action integriert ;-P

    1. Genau die Argumentation hab ich erwartet und ganz falsch ist das natürlich nicht 😉
      Zeigt wieder, dass der Wunsch nach Vergleichbarkeit oder der Drang, etwas in Relation zu etwas anderem/ähnlichen zu setzen, eigentlich ‘ne witzlose Sache ist, weil man sich das immer irgendwie so zurecht argumentieren kann. Ich beanspruche auch nicht, dass die Aussage “Fast & Furious Five ist der beste reine Actionfilm (also ohne Comic-, -Komödie, -SciFi oder –Thriller drumrum) der letzten Jahre, vielleicht sogar der letzten paar Dekaden” zwingend die gehaltvollste dieser Review ist. Aber dem Empfinden während und nach dem Film und auch mit ein paar Tagen Abstand geht er mir als solcher durch und das in Maßstäben, die für mich selbst natürlich so nachvollziehbar sind, wie ich sie vielleicht nicht in 100%-unangreifbarer/nachvollziehbarer Art erklären kann.

  4. Aussagen wie “vielleicht der beste Action-Film der letzten Dekaden” stehe ich ja sehr reserviert gegenüber, da ist mit “einer der” an Stelle von “der” oft mehr geholfen.

    Aber ich war auch nicht so weggeblasen, wie es bei dir scheinst der Fall war. Im direkten Vergleich würde ich den 4. Teil zudem vorziehen, da mir hier – also im 5. – die Action-Szenen zu lang ausfielen. Die waren fraglos schön anzusehen und nett choreographiert, aber mit etwas mehr Ansetzen der Schere wären problemlos 20 Minuten verzichtbar gewesen, ohne dass man zugleich Tempo verloren hätte.

    1. Die (Über-)Länge des Films ist ja vielerorts ein Kritikpunkt, die wird mir aber denke ich frühestens bei einer Zweitsichtung auffallen. Ich hätte mir den jedenfalls auch noch ein paar Minuten mehr angeguckt. Mir gefällt der 4. in den Actionszenen insgesamt weniger, weil diese (und da würde ich eher von Überlänge sprechen) ollen Sequenzen in den Tunneln ziemlich unspektakulär und optisch öder sind, und dazu noch viel zu CGI-lastig.
      Was die Aussage mit “der” statt “einer der” besten Actionfilme der Dekade angeht: hin und wieder denke ich mir einfach, dass es ja nicht immer nur Verriss-Polemik sein muss, mit der man mal eine etwas gewagte, möglicherweise übertriebene oder gar provokante Aussage tätigt. Wobei mir in den letzten zwanzig Jahren wahrlich nicht viele reine Actionfilme einfallen, die mich derart begeistert haben.

    2. Das scheint selbstbestimmt zu sein, ich fand die Tunnelszene im 4. CGI hin oder her sehr viel spannender als das Finale durch Rio (und das sie das so gedreht haben, ohne CGI, würde ich ja bezweifeln.

      Ob der Aussage, das sei der beste Actionfilm der letzten Jahrzehnte, hängt das wohl auch davon ab, wie man selbst einen “Actionfilm” definiert. FASTER hast du ja auch nur 1 Punkt weniger gegeben, MIAMI VICE 8.5/10, IRON MAN erhielt dieselbe Wertung, CASINO ROYALE und INCEPTION haben jeweils 10/10. Alles Filme der letzten Jahre, scheinbar sind gerade die letztgenannten vier für dich eher keine Actionfilme, sondern Filme eines anderen Genres, in denen auch Action vorkommt?

      Von Filmen aus den 90ern wie STIRB LANGSAM 2, THE LAST BOY SCOUT, GEFÄHRLICHE BRANDUNG, TERMINATOR 2 (!), HEAT (!), BAD BOYS, RONIN, SPEED, FACE/OFF, um nur einige zu nennen, gar nicht erst zu sprechen.

    3. Jep, Definitions-, bzw. Gewichtungsfrage würde ich sagen. Ich hab’s ja in der Kritik eingegrenzt auf einen “reinen” Actionfilm, ohne SciFi- oder -Kömodie davor oder danach und nicht auf einem Comic basierend. Iron Man, Inception, Terminator 2 fallen damit ja schonmal sicher raus. Miami Vice und Heat würde ich eher unter Crime-Drama/Thriller mit Actionelementen einordnen, Agenten-Thriller-Einflüsse, wie bei Casino Royale oder auch der Bourne-Trilogie würde ich ebenfalls ausgrenzen.

      Die anderen von dir genannten kann man als Vergleich wohl heranziehen und zum Beispiel noch ergänzen durch The Expendables, The Transporter, Crank, Taken, Shoot ‘Em Up, John Rambo,… Und wenn dann die allgegenwärtige Geschmacksfrage aufkommt ist Fast & Furious Five für mich von all diesen Filmen der “vielleicht” beste “reine” Actionfilm der letzten 20 Jahre.

      Zum Finale in Rio: klar kommt auch da CGI zum Einsatz, aber nicht so überpräsent, wie bei der Tunnelsequenz, wo ja kaum etwas wirklich “da” ist

    4. Bei Flos 90er-Liste fällt mir wieder auf, dass ich mich im reinen Actiongenre bis dato noch um zu viele Klassiker gedrückt habe.

    5. Okay, im Nachhinein fiel mir auch auf, dass ich fast alle kenne. Aber manche sollte man (nochmal) bewusster anschauen und dann auch rezensieren.

  5. Als ich gehört habe, dass Dwayne Johnson (den Running Gag überlasse ich natürlich ganz dem Blogbesitzer 😉 ) dachte ich schon, der gute Herr würde sich wieder auf solche klischeehaften Muskelprotzrollen versteifen. Dass ein Film dieser Reihe so gut sein soll, überrascht mich ähnlich wie meine Vorkommentatoren.
    Teil 4 habe ich mir schon nur unter Protest bei einem Filmabend angesehen und obwohl ich danach eigentlich nix mehr von der Serie wissen wollte, werde ich ihn mir vielleicht doch mal ansehen.

    1. -“Dass ein Film dieser Reihe so gut sein soll, überrascht mich ähnlich wie meine Vorkommentatoren.”-
      Hätte ich ja selbst niemals erwartet. Ich mag die Teile 1 und 4, 2 und 3 sind Käse, also bin ich auch nicht gerade DER Überfan der Serie, aber dieser hier… ich wiederhole mich einfach mal: überragendes Actionkino 😀

  6. Wow! Hätte ich ja jetzt nie gedacht! Vielleicht sollte ich noch einmal drüber schlafen und den Film vielleicht doch schauen. Nur ist es bei mir mittlerweile so lange her, dass ich die ersten Filme gesehen habe.

  7. Wow! Erst dachte ich, die Kritiker spinnen. Aber die höchst lobenden Kritiken häufen sich ja unentwegt, das hätte ich echt nicht gedacht. Trotzdem, nachdem ich die ersten beiden Teile angefangen und vor Langeweile weggeschalten habe, kann mich nicht einmal dein guter Text hier motivieren, mir das anzuschauen. Es gäbe ohnehin zu viele ‘Hä?’s. 😉

    1. Ich bin auch riesig überrascht, wie gut der ankommt (nach eigener Sichtung natürlich ein bißchen weniger ;)). Ich würde dem einfach mal ‘ne Chance geben, hat sich halt in vielerlei Hinsicht von den ersten Filmen weg entwickelt und funktioniert bestens als reiner Actionfilm

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