TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT – Kritik zu Michael Bays whatever the fuck he did here mit Mark Wahlberg (Blu-ray)

Story

Hm. Ähm, also, versuchen wir’s: ähhhhm, da ist so ein Stab und vor 1.600 Jahren hat der Merlin gehört, den Stanley Tucci spielt, obwohl der in „Age of Extinction“ noch wen ganz anders gespielt hat, und dann ist da so ein Talismanamuletdings(?) und ein Drache, der eigentlich zehn Transformers ist und König Artus findet‘s dufte. Dann ist da eine neue Transformers-Bekämpfungseinheit, weil nach „Age of Extinction“ ist vor „Age of Extinction“ und drum sind jetzt doch wieder alle pissig auf Autobots und Decepticons sowieso, aber Mark Wahlberg hat das mit dem guter Papa sein wieder aufgegeben und rettet Roboter zusammen mit Bumblebee und eine viel zu sexy bekleidete Vierzehnjährige aus ‘nem Postapokalypse-Set kommt bei ihm unter und will ihr BB-8-Rip-off reparieren…? Unterdessen telefoniert Hannibal Lecter mit Jesus Quintana und hat als Single-Landsitzbesitzer einen C-3PO-Rip-off-Robodiener namens Cockman… Cogman… Cock wie Schwanz… hm, jedenfalls stalkt er außerdem ein Megan Fox-Lippen-Beine-Arsch-und-Busen-Double und die Regierung konspikooperiert mit Megatron und alle haben einen Peilsender und merken es nicht und deswegen explodieren Dinge und Optimus Prime wird von einer sprechenden cybertronischen Diskokugel asiatischen Einschlags (weil Zielgruppenwirksamkeit!) böse gemacht und der Cybertron fällt mit ganz vielen schlaffen Hodensäcken der Erde entgegen, aber Tessa geht jetzt auf‘s College und die Transformers-Ritter sind pissig, weil Marky Mark ist der letzte Ritter und WHAT THE FUCK IS GOING ON!?!?!?!?!?!…

Die Filmkritik

Zur „Transformers“-Reihe ist eigentlich alles gesagt. Das sahen im Juni 2017 auch die Jungens von RedLetterMedia so, als sie ihre drei beliebten Videoformate „Half in the Bag“, „re:View“ und die „Plinkett Reviews“ jeweils eine Besprechung des fünften Ablegers der Bay-Brocken mit dem Titel „The Last Knight“ ankündigen ließen, nur um dann nach gewohnter Anmoderation eine halbe Stunde lang bloß noch Geräusche der formwandelnden Spielzeuge zu ‘nem Schwarzbild ertönen zu lassen. Ignorierung, wohl der konsequenteste Weg, der gehirnzellenabtötendsten Blockbusterverdummungsware überhaupt noch zu begegnen. Das US- und insgesamt auch das weltweite Publikum handhabten es ähnlich und machten „Transformers: The Last Knight“ mit knapp über 600 Millionen eingespielten Dollar zum deutlichen Rücklicht des Franchise. Und obwohl ich persönlich aus objektiver Unbegründbarkeit und reinem subjektiven Fun am Chassie-Gecrashe von Autobots und Decepticons der Reihe bisher ein paar Stärken zugute halte und mit ihren Schwächen verzeihlicher als üblich umgehe – bei mir ist jetzt ebenfalls die Motorkontrollleuchte rausgesprungen.

Über den direkten Vorgänger schrieb ich seinerzeit folgendes: [Zitat]„Age of Extinction“ ist im Ton gereifter, nach drei Runden Kleinkinderhort beim tobenden, schreienden, wirren und unangeleiteten Freispiel ist das jetzt Grundschule mit Tischen und Bänken, mehr Ordnung und Ablauf und einer geerdeteren Stimmungsbildung.[Zitat Ende] „Transfomers: The Last Knight“ hingegen ist der Pausenraum einer ADHS-Therapiegruppe, eine unbeaufsichtigte, wild umeinanderher zuckende Ansammlung von Gewühl, Gewusel und Gewimmel, bei dem wirbelnde Grüppchen gelegentlich gegeneinander knallen, sich auflösen, neu formieren oder liegenbleiben – und dann gibt’s für alle Cola, Schokolade und Zuckerstangen und das Chaos bricht erst richtig aus. Als Zuschauer stehste mittendrin und weißt gar nicht, in welche Richtung du zuerst brüllen sollst und wo dieser gordische Knoten anzupacken ist, um das Knäuel aus Blödheit, Schlampigkeit und Unfilmhaftigkeit zu lösen. Bleibt schließlich nur eines: aufgeben. Kapitulieren vor diesem Kunstwerk der Beschissenheit, das mit der echten Mechanik eines Films soviel gemeinsam hat, wie Kotze vor der Dorfdisko mit dem letzten Abendmahl.

In einer willkürlichen Ansammlung von Dingen, Charakteren und Bildern ist noch weniger als in jedem der vorangegangenen Teile klar, was hier eigentlich unter welchen Bedingungen passiert, wenn jenes oder was auch immer für ein Teil zu so und so ‘nem Zweck eingesetzt wird. Figuren… nee, Fleisch- und CGI-Wesen huschen von einem Ereignisameisenhaufen zum nächsten, die Anschlussfehler lassen sich nichtmal mit Mathediplom zählen, und dass sich „Transformers: The Last Knight“ mit »What is wrong with you?«-Catchphrase und anderen arschigen Kommentaren des pissig aufgelegten Mark Wahlberg und eines Anthony Hopkins im darstellerischen Eigenkannibalismus permanent selbst hinterfragt ist keine Selbstironie, sondern das »Fuck you, FUCK all of you!« eines Filmes, der weiß, wie scheiße er ist und nicht fassen kann, zum fünften Mal damit durchzukommen. „The Last Knight“ steht nie still, trotzdem ist der Film müde, angeekelt von sich und Bays Fatigue und sein Unwille, noch irgendetwas mit den formwandelnden Robotern anzufangen, suppt ihm aus jedem Shot.

Die Transformers um Suboptimus Prime, Bucketbee und Memmentron wirken im eigenen Film diesmal wie abgehalfterte Altstars, die sich zwischen Ölbad und Autokalender-Fotoshoot nur unter divenhaftem Gezicke überhaupt noch ans Filmset rollen lassen und ihre Szenen in stinkiger »Leck mich«-Laune abspulen, »scheiß auf dich, Hollywood, wo sind mein Check und meine Brombeeringwerschorle?«. Quasi wie‘s Bruce Willis seit zwanzig Jahren macht. Nur setzt der sich nicht aus Pixelklötzchen zusammen, weshalb dieses Gebaren am Rechner generierter Mausklickerzeugnisse umso mehr Rückschlüsse auf die Hintergründe dieses Franchise zulässt. „Transformers: The Last Knight“ hat einen Roboter-Tyrannosaurus Rex und dem Film fällt nicht mehr ein, als dieses Ungetüm ein Auto fressen und wieder ausspucken zu lassen. „Transformers: The Last Knight“ hat einen Roboter-Drachen und der fliegt zwei Mal durch‘s Bild. „Transformers: The Last Knight“ hat einen Heel Turn von Pathetimus Prime, um den das gesamte Marketing zirkulierte, und handelt den in ein paar Wimpernschlägen runter, statt den gesamten Film auf diesen Plotpunkt auszurichten und sich die anderen vierundfünfzig Handlungsstränge zu sparen, die keine Sau interessieren.

Bild folgt auf Bild, Explosion auf Explosion, die »widdewidde wie sie uns gefällt«-Mythologie des Franchise wird um Artus-Saga und „Inglourious Robots“-Nazikillerquatsch erweitert und widerspricht sich an zig Ecken, die Sprüche der Transformers, gleich, auf welcher Seite sie stehen, geraten noch platter, den Gags fehlen die Zündkerzen und sogar Bays Militärfetisch scheint ihn nicht mehr richtig anzuturnen. Wahlberg spielt so übellaunig, als würde ihn ein sadistischer Schuldeneintreiber zur Mitwirkung erpressen, Laura Haddock ist nur ein weiteres Ansabberobjekt und sogar die sechzehnjährige Isabela Moner muss für Zeitlupenshots in engen Oberteilen herhalten und findet ansonsten überhaupt keine Bindung zur Handlung. Die macht mit apokalyptischen Prophezeiungen in postapokalyptischen Sets von Stadtruinen bis zu abgelegenen Schrottplätzen im beißenden Kontrast zu grün blühenden englischen Landschaften aber eh keinerlei Sinn. Was bei den Vorgängern nicht anders war, nur „Transformers: The Last Knight“ unterschreitet noch deren belangloses Bemühen um Storyführung, indem Dinge einfach nur noch mit zweitausend Schnitten in der Sekunde vor sich hin passieren, Schauplätze und Kostüme gewechselt werden und wild zwischen den aspect ratios hin- und hergeflippt wird.

Wenn weiter nichts geht, geht immerhin die Aktion, lautete bisher die Devise der „Transformers“-Filme. Da konnte man zwischendurch bügeln, backen, einnicken, tapezieren oder den Hamster füttern, solange man beim Robogerummse hinsah gab‘s Spaß. Auch das ändert sich mit „The Last Knight“, das Gebalge der Bots war nie bedeutungsloser, nie lebloser und nie so wenig vom übertriebenen Pathos der Reihe beseelt und auch dem schulterzuckenden Score von Steve Jablonsky fällt dazu nichts ein. Szenen wie die aufwendigen Transformationssequenzen, der Auftritt des Devastators, Teile des Chicago-Showdown oder der Ritt der Dinobots hatten eine niederinstinktige, gänsehauterregende Epik, wie scheiße dumm der Rest auch sein mochte. „The Last Knight“ hat nicht einen solchen Moment. Die Qualität der Effekte ist zwar atemberaubend, ihre Kälte jedoch gefrierend, eine Seele hat hier gar nichts. Zweieinhalb Stunden auf allen Ebenen totes Filmemachen, abgestorbenes Interesse und verweste Reste eines Franchise, das nie toll war, aber dabei noch nie so autoaggressiv, so abgestumpft und so runtergewrackt gewirkt hat.

Wertung & Fazit

Action: 2/5

Ermüdend wie immer, aber noch belangloser als sonst, schlecht eingeleitet, einfallslos ausgeführt, aber die Effekte sind Bombe.

Spannung: 0/5

Wirrer Plot, der nie echte Bedrohung oder überhaupt irgendwas klar macht.

Anspruch: 0/5

Hier könnte man auch die Höchstwertung geben, nämlich wenn man den Film als radikale Selbstabrechnung und Spiegel des Hollywood’schen »wir kommen mit jedem Scheiß durch«-Prinzips liest.

Humor: 0.5/5

Der war innerhalb der Reihe schon infantiler und beleidigender, funktionieren tut er trotzdem nicht.

Darsteller: 1.5/5

Wahlberg ist eigentlich ‘n Guter und hat „Age of Extinction“ noch sehr gut getan. Hier aber ‘ne miesgelaunte und wenig sympathische Leistung. Warum Anthony Hopkins sich das antut weiß natürlich auch keiner. Der Rest: überpräsent gegenüber den Robotern, aber dennoch bloß Staffage.

Regie: 0.5/5

Das Geschick oder wenigstens den Spaß an blinder Zerstörung konnte man Bay bisher immer attestieren, „The Last Knight“ ist aber einfach nur Zeugnis einer inzwischen vollkommen freudlosen Beziehung.

Film: 0.5/10

Schlechtester Teil der Reihe und das mit einer Autobahnlänge Abstand. Ein sowas von hingekotzter und dreist lustloser Unfilm, dass die vier Vorgänger im Vergleich wie Shakespeare-Interpretationen wirken. Die Reihe mag sich selbst nicht (mehr), kein Beteiligter hat mehr Bock drauf und das ist überdeutlich.

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